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4:1 über Darmstadt: VfL Osnabrück gelingt Befreiungsschlag zum richtigen Zeitpunkt
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4:1 über Darmstadt: VfL Osnabrück gelingt Befreiungsschlag zum richtigen Zeitpunkt4:1 über Darmstadt: VfL Osnabrück gelingt Befreiungsschlag zum richtigen Zeitpunkt
Osnabrück. Es wurde viel gesungen. Auf den Rängen. Auf dem Rasen. Frei nach dem Motto: Lasst uns froh und munter sein. Siege legen Gefühle frei, sie befreien aber auch. Und wecken Hoffnungen. Also versandte Claus Costa, Kapitän des VfL Osnabrück, nach dem erlösenden 4:1 (2:0)-Erfolg über Darmstadt 98 per Mikrofon diese Botschaft: „Wir werden im neuen Jahr noch einmal angreifen.“ Nach Wochen der Lethargie gibt es wieder ein klares Ziel: Der VfL strebt die direkte Rückkehr in die 2. Liga an.
Einer, der keine Angst davor hat, das so deutlich zu artikulieren, ist Claus-Dieter Wollitz. Offiziell ist er zwar erst vom 1. Januar an in Amt und Würden als „neuer alter“ Trainer des VfL, doch schon jetzt durchweht sein Esprit den Verein. „Wir haben Aufbruchstimmung erzeugt“, äußerte er nach dem ersten Sieg seit dem 1. Oktober. Die Ausgeglichenheit in der Liga lässt es nicht als Größenwahn erscheinen, wenn Wollitz sagt: „Wir wollen mindestens den Relegationsplatz schaffen. Wir müssen in jedem Spiel auf einen Dreier gehen. Das wird nicht immer gelingen, aber wir müssen es immer probieren. Mit einer vernünftigen Balance, mit Gier und Leidenschaft.“
Wollitz saß während der Partie gegen die Hessen auf der Südtribüne und fieberte mit. Vormittags im Hotel hatte er die Mannschaft auf das, was kommen soll, eingeschworen. Andreas Glockner, der mit einem verwandelten Foulelfmeter das 2:0 erzielte (23.), sprach hernach von einem „Gänsehaut-Gefühl“, das sich während der Ansprache eingestellt habe. Wollitz: „Ich habe die Rede bewusst sehr emotional gehalten, um Leidenschaft zu vermitteln.“
Die schien sich übertragen zu haben auf das Spiel der Lila-Weißen gegen den Aufsteiger. Auch wenn der VfL fußballerisch in der Woche zuvor vielleicht noch einen Tick stärker war, so spielte er doch endlich einmal effektiv. „Wir haben das Quäntchen Glück gehabt, das uns lange Zeit fehlte“, resümierte Alexander Ukrow, zusammen mit Rolf Meyer interimsmäßig verantwortlich, und befand: „Außerdem fielen die Treffer jeweils zum passenden Zeitpunkt.“
Ein Doppelschlag durch Martin Hudec (20.) und Glockner (23.) verhieß eine aus VfL-Sicht entspannte Partie. Hudec hatte einen Eckstoß von Stephan Salger in die lange Ecke geköpft und das Glück, dass der Ball Mittelfeldspieler Baier durch die Beine rutschte. Der anschließend von Schiedsrichter Christian Dietz verhängte Strafstoß schien im ersten Moment ein Geschenk, doch die Fernsehbilder zeigten, dass Wölk VfL-Stürmer Aleksandar Kotuljac sehr wohl im Strafraum regelwidrig zu Fall brachte und der verhängte und von Glockner verwandelte Strafstoß korrekt war.
Passender Zeitpunkt, Teil zwei: Nur fünf Minuten nach Wiederbeginn legte der VfL mit dem Treffer von Kotuljac nach. Abwehrmann Jan Mauersberger hatte zuvor das Luftduell gegen Torwart Zimmermann für sich entschieden und dem Torschützen maßgerecht aufgelegt. Kotuljac kommt das System mit zwei Spitzen entgegen: „Nach meiner langen Verletzung haben ich mich öfter mal als einzige Spitze schwergetan. Mit zwei Stürmern ist es für mich einfacher, weil ich dann auch mal entgegenkommen kann. Das liegt mir mehr.“
Kaum geschockt zeigte sich der VfL durch den Anschlusstreffer von Steegmann (70.), zumal sich auch der eingewechselte Gerrit Wegkamp durch große Spielfreude einbrachte. Zunächst setzte er einen Kopfball auf die Latte (64.), anschließend sorgte er für lila-weiße Glückseligkeit in der Vorweihnachtszeit mit seinem Treffer zum 4:1 (73.).
Die beiden Treffer der zweiten Hälfte durch Stürmer – das macht Mut. Ändert aber nichts an der Tatsache, dass der VfL die Fühler nach weiteren Offensivspielern ausgestreckt hat. „Es hat bereits Gespräche gegeben. Wir sind in Verhandlungen und prüfen auch mögliche Leihgeschäfte mit Clubs aus der Ersten und Zweiten Liga“, sagte Wollitz. Namen wollte er nicht kommentieren. Interesse könnten der 19-jährige Stürmer Elias Kachunga von Borussia Mönchengladbach oder der beim MSV Duisburg unzufriedene Flamur Kastrati wecken.
Große Änderungen will Wollitz nicht vornehmen. Ukrow und Meyer bleiben ebenso Kotrainer wie Costa Kapitän. Es geht nicht um Personen, sondern um das große Ganze. Und da ist Wollitz froh, dass man in kurzer Zeit einen wichtigen Schritt weitergekommen ist. Er hat festgestellt: „Der Schulterschluss mit dem Publikum ist vollzogen. Das ist eine gute Basis.“
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Das sowas gehen kann hat unsere Nati 2006 ja schon mit Klinsmann / Löw gezeigt. Ein Hampelmann für die Seitenlinie und ein verdeckter Arbeiter.