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VfL-Präsident Rasch versteht Fuchs, unterstützt Gans und freut sich auf Wollitz
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VfL-Präsident Rasch versteht Fuchs, unterstützt Gans und freut sich auf WollitzVfL-Präsident Rasch versteht Fuchs, unterstützt Gans und freut sich auf Wollitz
hp Osnabrück. Seit 1997 ist Dirk Rasch Präsident des VfL Osnabrück, im November 2012 wird er sich zurückziehen. Die letzten zwei Jahre seiner Amtszeit sind wohl die schwierigsten, denn nach dem vierten Abstieg, den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung und der Entlassung von Trainer Uwe Fuchs steht die Clubführung mehr denn je unter Druck und Beobachtung.
Mancher Beobachter wundert sich über den künftigen Jobwechsel von Sportdirektor Lothar Gans ins Marketing. Geht es Ihnen um die Versorgung eines verdienten Mitarbeiters?
Ich kann solche Gedanken nicht nachvollziehen. Kritik wäre berechtigt gewesen, wenn wir einen erfahrenen, loyalen Mitarbeiter einfach fallen gelassen hätten. In anderen Vereinen ist man froh, wenn das Know-how solcher Fachleute im Verein gehalten wird. Er ist eine VfL-Identifikationsfigur, wir sind von seinen Fähigkeiten überzeugt und stehen eindeutig dazu.
Zum Trainerwechsel: Wann und warum haben Sie sich vom Konzept „Aufbaujahr“ verabschiedet?
Das Spiel gegen Aalen hat den Ausschlag für die Entlassung von Uwe Fuchs gegeben. Oder besser: die Reaktionen auf dieses leblose 0:0. Das Pfeifkonzert, an dem alle Tribünenbereiche beteiligt waren, war für Osnabrücker Verhältnisse extrem. Auch waren nur 6400 Zuschauer im Stadion – etwa 800 Dauerkarten-Inhaber sind gar nicht gekommen. Im Übrigen ist von Beginn an intern kommuniziert worden, dass es in der Tat ein Aufbaujahr geben sollte, jedoch mit Aufstiegsperspektive. Dies war Uwe Fuchs bekannt.
Ist die Vereinsführung nicht für die Reaktion mitverantwortlich? Es ist Ihnen offenbar nicht gelungen, dem Publikum zu vermitteln, was ein Aufbaujahr bedeutet – eben auch Rückschläge und tabellarisches Mittelmaß.
Man kann jetzt lange darüber philosophieren, wer was wie und wo richtig oder falsch rübergebracht oder verstanden hat. Klar ist: Wir haben unterschätzt, wie Zuschauer und Sponsoren auf eine Entwicklung der letzten Wochen reagieren. Fakt ist: Seit acht Punktspielen ist der VfL sieglos, in den letzten vier Spielen ist nur ein Tor erzielt worden. Dabei konnte der VfL nur drei Heimsiege einfahren, und das blamable Pokalaus in Heeslingen kann für den VfL sehr teuer werden. Deshalb mussten wir handeln, sosehr uns das für Uwe Fuchs leidtut.
Dass er sich hintergangen und enttäuscht fühlt, kann man nachvollziehen. Ist sein Verdacht begründet, dass der Wechsel von langer Hand vorbereitet war?
Trainerwechsel sind im Profifußball bisweilen unumgänglich. Dabei muss jedem klar sein, dass es bei den Abläufen zu Verletzungen kommt. Ich kann Uwe Fuchs verstehen und werde ihm dies auch persönlich mitteilen. Aber wir mussten handeln, und als wir die Chance sahen, „Pele“ Wollitz zu verpflichten, haben wir zugegriffen. Ein erstes Gespräch zwischen Vorstand und Wollitz hat erst am vergangenen Mittwoch stattgefunden.
Am Mittwoch absolviert Fuchs noch einen Medientermin in Bielefeld, am Donnerstagvormittag trainiert er, am Abend wird er entlassen.
Hätten wir ihn noch in Bielefeld antreten lassen sollen, nachdem wir uns mündlich mit „Pele“ Wollitz geeinigt hatten?
…vielleicht hätte er ja mit der Mannschaft in Bielefeld gewonnen.
Das ist reine Spekulation. Wir wollten die Lethargie um den Verein verscheuchen und sind sicher, dass „Pele“ Wollitz uns alle wachrütteln wird. Noch einmal: Die Reaktionen von Zuschauern und Sponsoren waren eindeutig, die Signale hießen: „So geht es nicht weiter.“
Sie lassen sich von Sponsoren unter Druck setzen?
Sponsoren gehören genau wie Fans zur Basis des Vereins. Kein Sponsor kann uns etwas diktieren, schon gar nicht in Personalfragen. Aber als wir einigen die Idee mit Wollitz vorgetragen haben, war die Zustimmung groß – und auch die Bereitschaft, zur Finanzierung des Projekts beizutragen.
Was genau versprechen Sie sich von Wollitz? Nach dem Abschied 2009 gab es ein paar Misstöne.
Aber wir sind freundschaftlich auseinandergegangen und verbunden geblieben. Wir haben mit ihm eine erfolgreiche Zeit gehabt – es gab tolle Pokalspiele, Aufstieg, Klassenerhalt. Natürlich – speziell in der letzten Saison – auch Reibungspunkte, aber das ist normal. Es war doch beeindruckend, zu sehen und zu hören, welches Bekenntnis Pele vor den beiden Spielen gegen Energie Cottbus in Interviews für den VfL abgegeben hat.
Konkret: Was wird er bewirken?
Wir bekommen einen zweitligaerfahrenen Trainer, der in den letzten zweieinhalb Jahren auch als Persönlichkeit gereift ist. Ich bin sicher, dass er diese Mannschaft, bei deren Zusammenstellung Uwe Fuchs eine gute Basis gelegt hat, weiter voranbringen wird. Wir wollen alles tun, um in den Kampf um die Plätze eins bis vier einzugreifen.
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