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Tippspiel
VfL Osnabrück
Neuer VfL-Torwart Riemann: „VfL ist genau das, was ich brauche“
„Ein geiles Stadion, eine tolle Atmospäre und eine fußballverrückte Stadt – der VfL ist genau das, was ich nach den Jahren in Burghausen brauche.“ Manuel Riemann weiß, was er will: Der 21-jährige Torwart will den nächsten Schritt nach vorn tun, nach zwei Jahren an einem eher beschaulichen Drittliga-Standort fiebert er seinem persönlichen Comeback in der 2. Bundesliga entgegen.
22 wird er am 9. September, aber schon knapp 90 Drittligaspiele auf dem Buckel – und ein DFB-Pokalspiel, von dem ganz Deutschland sprach: Am 6. August 2007 war Manuel Riemann in seinem dritten Pflichtspieleinsatz für den SV Wacker einer dieser „Wie-aus-dem-Nichts“-Helden, die nur der Pokal liefert: Gegen den FC Bayern wuchs der Youngster über sich hinaus, wehrte im Elfmeterschießen die Schüsse von Sosa und Demichelis ab, verwandelte selbst gegen Oliver Kahn – und war doch ein tragischer Held, weil am Ende die Bayern siegten.
„Es war ein unvergesslicher Tag, auf den ich immer wieder angesprochen werde“, erinnert sich Riemann, zu dessen Vorbildern Kahn gehörte. Vor dem Spiel versuchte er eine Kontaktaufnahme, um den Trikottausch vorzubereiten, doch „als der mich angeguckt hat, habe ich gedacht, der frisst mich gleich auf“. Doch nach dem Spiel überraschte die große Geste des Weltstars: Als Riemann nach einem Interview-Marathon in die Kabine kam und die Hoffnung auf das Souvenir schon aufgegeben hatte, hing dort das Bayern-Trikot mit der Nummer 1.
Er sucht eine Herausforderung
Eine schöne Erinnerung, eine nette Anekdote – mehr ist das nicht mehr für Riemann. Er will weiter, sucht eine Herausforderung. „Dabei interessiert mich überhaupt nicht, wie weit das weg ist von Bayern“, sagt der in Mühldorf am Inn geborene Bayer, „ich glaube, es ist sogar ganz gut, mal weg zu gehen von zu Hause.“ Kommt ein Torwart mit diesem Ehrgeiz und diesem Talent, um sich mit der Rolle als Nummer 2 zufriedenzugeben? Riemann denkt nicht daran, ein Torwart-Duell mit Tino Berbig anzuzetteln: „Der Trainer stellt die besten Spieler auf. Die Vorbereitung dauert zwei Monate, und in dieser Zeit wird er sehen, wer der Beste ist.“
Sicher ist: Tino Berbig hat einen jungen, ehrgeizigen und für sein Alter bereits recht erfahrenen Konkurrenten an seiner Seite. Er kennt die Rolle des Herausforderers von der anderen Seite: Sowohl 2007/08 als auch 2008/09 ging Berbig als Nummer 2 in die Saison, beide Male verdrängte er in der Rückrunde den gesetzten Torwart-Kollegen: Erst den Aufstiegs-Torwart Frederik Gößling, dann den Ex-Bayern-Torwart Stefan Wessels.
auf dem Sprung in die 2. Bundesliga
Schon vor einem Jahr war Riemann auf dem Sprung in die 2. Bundesliga, der Karlsruher SC wollte den jungen Torwart von Drittliga-Absteiger Wacker Burghausen. „Es war eigentlich alles klar, aber dann gab Kickers Emden die Lizenz ab, Burghausen blieb in der 3. Liga – und mein Vertrag war wieder gültig.“ Sein Abschied aus Burghausen verlief nicht reibungslos: Als Riemann erklärte, am Saisonende gehen zu wollen, war er plötzlich seinen Stammplatz los; erst beim Saisonfinale am 8. Mai gegen den VfL Osnabrück durfte er wieder ran. Da gab es bereits die ersten Kontakte zum neuen Klub, doch das Tor des Tages von Aleksandar Kotuljac hätte er dennoch gern verhindert: „Bis heute weiß ich nicht, ob der Schuss wirklich hinter der Linie war.“
Es ist eine der vielen bunten Geschichten um den jungen Torwart, und auch die seines Großvaters gehört dazu: Hans Humpa spielte von 1962 bis 1965 für den TSV München 1860, zusammen mit Petar Radenkovic, Rudi Brunnenmeier und unter Trainer Max Merkel. „Er hat mich beim TSV Ampfing trainiert, er hat mich beraten, er ist meine fußballerische Bezugsperson bis heute“, sagt Riemann. Und kündigt schon mal den Besuch des 71-Jährigen in Osnabrück an. Mehr VfL Osnabrück
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10.02.2011
