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Meisterliche Vorstellung des Aufsteigers VfL Osnabrück
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Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung 08. Mai 2010 00:00 Uhr


Meisterliche Vorstellung des Aufsteigers VfL Osnabrück

Burghausen, 15.17 Uhr, alle Dämme brechen - der VfL Osnabrück ist aufgestiegen. Nicht genug: Nach dem 1:0-Sieg bei Wacker Burghausen und dem 1:2 von Aue in Bremen steigt der VfL sogar als Meister auf. ,,Nie mehr dritte Liga“ und ,,Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin“ hallte es aus der Ostkurve der Wacker-Arena, als das Zweitliga-Comeback der Lila-Weißen perfekt war.

 
In der ersten Hälfte war der VfL das spielbestimmende Team.  Vergrößern

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Zehn Minuten später hielt VfL-Kapitän Thomas Reichenberger (Interview) den Meister-Pokal in den Händen, anschließend wurde der Aufstiegspogo getanzt - mehr als 2500 mitgereiste Fans waren buchstäblich aus dem Häuschen.

Die von Trainer Karsten Baumann glänzend eingestellte Meister-Mannschaft präsentierte sich topfit auf die Minute und zeigte im 38. und letzten Ligaspiel eine hochkonzentrierte und spielerisch überzeugende Vorstellung. Die Weichen wurden früh auf Sieg gestellt, als Aleksandar Kotuljac mit einer Art Billardtor das 1:0 erzielte (17.).

In der Halbzeit wurde lebhaft darüber debattiert, ob der Treffer von Kotuljac regelkonform zustande gekommen war. Dabei hatten die Fernsehbilder schon Aufklärung geliefert: Der Ball hatte in vollem Umfang die Linie überschritten, was der an der rechten Eckfahne postierte Schiedsrichter-Assistent Andreas Bischof auch messerscharf erkannte.

Kotuljac war aus dem spitzem Winkel mit einem Flachschuss erfolgreich und versetzte sein Team und den Anhang in einen Freudentaumel. Es gilt der Satz des legendären Gerd Müller: ,,Der Ball muss ja nicht unbedingt im Netz zappeln.“

Fußballerische Klasse war ausschlaggebend für Chancenplus

Der VfL war in der ersten Hälfte das spielbestimmende Team und verbuchte ein klares Chancenplus. Ausschlaggebend dafür waren taktische Disziplin, Zweikampfstärke, aber eben  auch die fußballerische Klasse. Verkörpert wurde sie insbesondere von Björn Lindemann, der an fast jeder Gefahr bringenden Aktion beteiligt war. So auch in der 27. Minute, als er nach einem glänzenden Solo den Torschützen Kotuljac in Szene setzte. Der Stürmer fand allerdings im starken Burghausener Schlussmann Manuel Riemann seinen Meister.

Aus der sicheren Defensive, wo Oliver Stang und Tobias Nickenig in der Innenverteidigung nichts anbrennen ließen, zog der VfL sein Spiel auf. Lindemann konnte auch deshalb seine Kreativität voll entfalten, weil ihm Matthias Heidrich und Niels Hansen im Mittelfeld den Rücken frei hielten. So hätte es zur Pause eigentlich schon 2:0 stehen können, zumal auch Außenverteidiger Jan Tauer zu seiner Chance kam: Der Kopfball nach Freistoß-Vorlage von Lindemann strich nur knapp am Kasten vorbei.

Burghausener machten Druck

Man kann den Burghausenern nicht vorwerfen, dass sie die Partie abschenkten. Insbesondere in den ersten 20 Minuten der zweiten Halbzeit entwickelten sie mächtig Druck. Aber der VfL zeigte eine starke Vorstellung in der Defensive und ließ sich auch nicht aus der Ruhe bringen, als die Kunde vom Ingolstädter 1:0 in den Südosten Bayerns drang. Gelegentlich war auch Glück im Spiel, beispielsweise in der 74. Minute, als Nickenig bei seiner gewagten Rettungsaktion fast seinen eigenen Torwart überwunden hätte – den Schuss aus kurzer Distanz hätte Tino Berbig nicht parieren können.

Sei’s drum: Der ohne Fehl und Tadel agierende Keeper hielt seinen Kasten sauber. Und in der Schlussphase, als von den Rängen schon längst Aufstiegschoräle zu vernehmen waren, waren die Lila-Weißen auch im Offensivspiel wieder am Drücker. Kotuljac stand fünf Minuten vor dem Abpfiff vor seinem zweiten Tor, doch das Leder senkte sich auf den Querbalken. Doch es reichte auch so, das 1:0 war als Polster dick genug, um verdientermaßen in die 2. Liga zurückzukehren.

Und dann war nur noch Feiern angesagt: Im Zentrum der Ovationen stand zunächst ,,Fußballgott“ Thomas Reichenberger, ehe die lila-weiße Festgemeinde den Trainer forderte. Karsten Baumann wurde nicht nur mit Sprechchören gefeiert - am Ende gab es sogar ein Ständchen mit dem Titel ,,Du hast die Haare schön“.


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