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Der VfL und das Prinzip Brechstange: Enttäuschendes 0:0 gegen Wehen
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Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung 27. März 2010 00:00 Uhr


Der VfL und das Prinzip Brechstange: Enttäuschendes 0:0 gegen Wehen

"So steigt der VfL nicht auf“: Volkes Stimme nach einem erneut enttäuschenden Heimauftritt des VfL Osnabrück, der gegen den abstiegsgefährdeten SV Wehen Wiesbaden nicht über ein 0:0 hinauskam. Zwar bleibt der VfL Spitzenreiter, doch er spürt mehr und mehr den heißen Atem der Verfolger.

 
1 bis 4 von 14
Konnte nicht wirklich viel gegen die Wehener Abwehr ausrichten und wurde später ausgewechselt: VfL-Stürmer Schmidt. Foto: Hehmann Tino Berbig: Wenig geprüft, ohne Fehler. Note 3 Konstantin Engel: In der ersten Halbzeit mit Problemen gegen Bohl, fing sich spät. Offensiv leicht verbessert. Note 4 Oliver Stang: Nicht so sicher und klar wie sonst. Dennoch: Solide und schnörkellos. Note 3,5 Jan Tauer: Ließ auf seiner Seite nichts anbrennen, offensiv allerdings ohne Wirkung. Note 3,5 Benjamin Siegert: Gelegentlich gute Ansätze, aber nicht konsequent genug und ohne Zug zum Tor. Note 4,5 Niels Hansen: Zweikampfstark und dynamisch, aber trotz einiger gute Offensivszenen mit vielen Fehlpässen. Note 4 Ricky Pinheiro: Knüpfte nicht an seine guten Leistungen an, versuchte zwar alles, wurde aber zu Recht zur Pause ausgewechselt. Note 4,5 Alexander Krük: Stärkste Offensivkraft, traf dennoch in mancher Szene die falsche Entscheidung. Dennoch: Seine Dribblings, Vorstöße und Flanken waren das gefährlichste, was der VfL zu bieten hatte. Note 3 Björn Lindemann: Ob als Sturmspitze oder nach der Pause als Zehner: Er versuchte viel, doch mit zunehmender Dauer gelang ihm immer weniger – auch seine Ecken kamen nicht. Note 4,5 Dennis Schmidt: Mutig, einsatzfreudig und willensstark – aber ihm gelang nichts. Note 5 Aleksandar Kotuljac: Kam nach der Pause. Behauptete zumindest gelegentlich den Ball, hatte aber in punkt Torgefahr mit Ausnahme eines Gewaltschusses nichts zu bieten. Note 4,5 Thomas Reichenberger: Kam als Joker eine halbe Stunde vor Schluss; so gut wie keine Chance bei den hohen Flanken gegen die baumlangen Wehener. Note 4,5 Alexander Schnetzler: Hatte nach seiner Einwechselung nicht viel Zeit, aber seine Aktionen waren klar und zielstrebig. Hat sich eine Chance verdient. Note 3,5

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In einer allenfalls kämpferisch ansprechenden Partie fanden die Lila-Weißen vor 10 000 Anhängern nie die spielerischen Mittel, um die Hessen in ernsthafte Gefahr zu bringen. Es war das dritte Remis in Serie vor heimischer Kulisse.

Nein, wie ein Zweitliga-Kandidat präsentierte sich der VfL gegen einen sperrigen Gegner wahrlich nicht. Gelungene Kombinationen gab es viel zu selten, allzu viel war Stückwerk und fußte auf Zufall. Viel zu häufig wurde mit langen Bällen operiert, von denen sich die Wehener Defensive nicht aus der Reserve locken ließ.

Die taktische Maßnahme, Björn Lindemann als zweite Spitze zu stellen und Ricky Pinheiro im Mittelfeld zentral walten zu lassen, war anders als in Bremen nicht von Erfolg gekrönt. Pinheiro musste zur zweiten Halbzeit Aleksandar Kotuljac weichen, Lindemann zog sich fortan ins Mittelfeld zurück.

Der VfL hatte zwar vor der Pause mehr vom Spiel, aber das war das Mindeste, was die Zuschauer erwarten durften. Richtig zwingende Chancen aber spielte sich der Tabellenführer nicht heraus, die beste Möglichkeit hatte noch Lindemann (16.) mit seinem Flachschuss nach feinem Zuspiel von Alexander Krük. Die defensiv gut sortierten Gäste versuchten mit vereinzelten Nadelstichen den Favoriten aus dem Konzept zu bringen.

Das gelang, die zwingenderen Gelegenheiten waren für das Team von Trainer Geno Lettieri zu notieren. Insbesondere über die linke Seite wurde Druck auf das VfL-Tor ausgeübt, der flinke Steffen Bohl war kaum in den Griff zu kriegen und besaß die besten Chancen (24./35/51.). '"'Osnabrück hat uns hinten reingedrängt, der VfL war insbesondere in der zweiten Halbzeit klar tonangebend, aber wir haben uns gut aus der Affäre gezogen'"', meinte Lettieri. '"'Aber wir haben es letztlich nicht verstanden, uns durchzuspielen'"', kommentierte VfL-Coach Baumann den Spielverlauf, der sich freilich über gute, ausgelassene Möglichkeiten der zweiten Hälfte ärgerte.

Er meinte damit insbesondere die Aktion mit Niels Hansen Mitte der zweiten Halbzeit, als er von halblinks frei zum Schuss kam, dann aber nur zu einem Lupfer kam. Baumann hatte überdies ein elfmeterreifes Foul an Krük gesehen. Und dann war da noch der starke Tobias Nickenig, der mit seinem Freistoß-Hammer das 1:0 förmlich erzwingen wollte (75.), in Torwart Eric Domaschke aber seinen Meister fand.

Wie dem auch sei: Der VfL versuchte alles, aber zu sehr mit der Brechstange, wie auch Baumann monierte. Nach der Einwechslung von Routinier Thomas Reichenberger (60.) wurde es zwischenzeitlich etwas lebendiger. Wirklich gefährlicher aber wurde es erst, als Alexander Schnetzler für Benjamin Siegert ins Spiel kam. Seine Flankenläufe versprühten Gefahr, der zuletzt im zweiten Glied stehende erfahrene Ex-Erfurter empfahl sich für weitere Einsätze. Möglicherweise sogar für die Startelf am kommenden Mittwoch in Sandhausen.

 


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