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Tippspiel
VfL Osnabrück
VfL rockt alle – sogar den Domchor
Die Osnabrücker Symphoniker und der Domchor zusammen mit einer Italo-Band, Turkish Rockern und singenden Fußballern auf einer CD? Der VfL Osnabrück macht es möglich. Denn nur für diesen Verein wollen sie alle ihre Instrumente spielen, singen – oder je nach Genre auch schreien.
Zusammen mit 25 weiteren Künstlern und Bands aus der Region interpretieren sie das lila-weiße Loblied entsprechend ihren Genres neu. Alle Stücke werden auf einer CD zusammengefasst, die ab dem 3. Mai im Medienhaus der Neuen OZ für zehn Euro erhältlich ist. Der Erlös geht komplett an „terre des hommes“ und fließt in Bildungsprojekte in der Dritten Welt. Die Vorfinanzierung der CDs leistet der VfL Osnabrück. Damit der Reinerlös so hoch wie möglich ausfällt, verzichten alle Musiker auf eine Gage und bekommen ebenso wenig wie Oberbürgermeister Boris Pistorius, Schirmherr der Aktion, eine CD umsonst.
„Die Vielfalt der Stücke hat mich überrascht, und das musikalische Level ist viel höher, als ich erwartet hatte“, sagt Matthias Lohmöller. Er steht für „Savkan“ an der Gitarre und hat zudem in seinem Tonstudio viele der Beiträge aufgenommen. Etwa den Auftritt von Tommy Reichenberger und den VfL-Legenden (jetzt hier anhören) um Manager Lothar Gans und Geschäftsführer Ralf Heskamp im Chor. „Sauber gespielt“, beurteilte Wefel, der die Fußballer höchstpersönlich unterstützte, ganz in Fachsprache Reichenbergers Qualitäten an der Gitarre: „Man hat gemerkt, dass er Respekt vor der Aufgabe hatte und sich richtig gut vorbereitet hat.“
Gute Nachwuchsarbeit
Mit dabei im Tonstudio war auch „Schinkel“, „unsere U15 auf der Platte“, wie der Kabarettist sagt. Gute Nachwuchsarbeit, die laut Wefel an die Band „Green Day“ der ersten Jahre erinnert. „Erst habe ich gedacht, der 13-jährige Marcel hat Respekt vor der ungewohnten Atmosphäre und hält sich deshalb so zurück“, erzählt er vom Auftritt der rockenden Schüler im Tonstudio, „aber dann hat er zugegeben, dass er bei dem riesigen Schlagzeug nicht an das Becken herankommt.“
Eine besondere Note setzt auch der A-cappella-Chor der „Fishergirl’s Friends“ mit der Platt-Version der Hymne („Use Hatten schleggen häit/ for de Farben Lila-Wäit / use Puls gäit rasend schnell bi jedden Spell / min VfL“). Wenn Tim Rehwinkel von „K-Dur und die Fliegenpilze“ im lockeren Soul-Reggae-Stil die Hymne singt, sitzt man gedanklich beim gemütlichen Bier auf dem Sofa und sieht seine Gegenüber die Glimmstängel drehen, während die Italo-Band „Ombre di Luci“ in ihrer Ska-Interpretation mit einem knackigen „Forza Osnabrück“ Tempo vorgibt.
„Sie haben innerhalb ihres Genres richtig Gas gegeben und sind bisher meine persönliche Überraschung“, sagt Wefel. Schon seit einigen Jahren reifte im Kopf des VfL- Hofnarren die Idee, die Hymne von Musikern unterschiedlichster Stilrichtungen covern zu lassen. Jetzt hat er sie realisiert. „Die Kriterien der Auswahl waren Authentizität und Originalität, Qualität und dass die Bands aus dem Osnabrücker IKEA-Einzugsgebiet kommen, das meiner Ansicht nach mit dem VfL-Einzugsgebiet übereinstimmt“, erklärt er.
Zuerst hat der Kabarettist einige bekannte Musiker in der Region angeschrieben, um das Projekt anzuschieben. Danach lief es wie von selbst. Am Ende hatte Wefel 63 Angebote, „darunter ein Vater, der sonntags mit seinen drei Kindern an meiner Haustür klingelte und sie vorsingen ließ“, erinnert er sich schmunzelnd. Allen abgelehnten Bewerbern stellt Wefel ein Fortsetzungsalbum in Aussicht. Die Erstauflage wird Anfang Mai im Medienhaus der Neuen Osnabrücker Zeitung auf einer Release-Pressekonferenz vorgestellt, dann startet auch der freie Verkauf der CD. Zuvor muss allerdings Manfred Pollack noch das Cover entwerfen. „Ein Tier der Mann, erfahren, abgebrüht, super drauf.“ – Wefel sieht auch hier keine Probleme.
Osnabrücker Symphonieorchester
Mit dabei ist auch das Osnabrücker Symphonieorchester. Till Drömann, der zweite Kapellmeister des Musiktheaters, der mit der musikalischen Umsetzung betraut wurde, verspricht eine Version unter Beteiligung aller Streicher, Holz- und Blechbläser, die „etwas schneller ist als das schwere, erdige Original“.
Eine besondere Beziehung zum VfL hat Johannes Rahe, der in der Kreuzstraße neben dem VfL-Platz aufgewachsen ist. „Von unserem Fenster konnten wir eine Spielfeldhälfte sehen – und die Stühle, die von der alten Tribüne gepurzelt sind, wenn die Leute bei einem Tor gejubelt haben“, erinnert sich der Leiter des Domchores Osnabrück. Deshalb liefert er nun gern mit seinen Sängern „die Sakral-Version, mit Halleluja und Glockenläuten“. Dann kann ja nichts mehr schiefgehen mit dem Aufstieg in die 2. Bundesliga, oder? Rahe lacht: „Die Bedingungen für den Beistand von oben sind damit jedenfalls erfüllt.“
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