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Glücklich, aber nicht unverdient: Mit einer überraschenden Aufstellung siegt der VfL
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Glücklich, aber nicht unverdient: Mit einer überraschenden Aufstellung siegt der VfLGlücklich, aber nicht unverdient: Mit einer überraschenden Aufstellung siegt der VfL
Mancher Fan sprach von einem „dreckigen Sieg“, im Fernsehen berichtete der Reporter vom Erfolg der Osnabrücker „Minimalisten“. Für die Momentaufnahme des gestrigen 1:0-Sieges gegen die Spvg. Unterhaching mag das stimmen, doch auf der Strecke der bisherigen Saison wird diese Bewertung dem VfL nicht gerecht. Außerdem hätte man ein viel interessanteres Fußball-Schlagwort in die Runde werfen können: „Rotation“.
Vier Tage nach dem Spiel gegen den FC Schalke 04, in das jeder Einzelne alles an mentaler und physischer Kraft investierte, durfte man von der Osnabrücker Mannschaft keine brillante Leistung erwarten. Sie wollten, aber sie konnten nicht so recht – unter diesen Voraussetzungen war das 1:0 gegen spielerisch gute Hachinger aller Ehren wert, auch wenn es glücklich war.
Abgesehen von der ersten und der letzten Viertelstunde der Partie, als der VfL seine Ordnung zu verlieren drohte und keinen konstruktiven Aufbau zustande brachte, erfüllte das Team die Mindestanforderungen. Der Wille machte ihnen Beine, auch wenn die ein bisschen schwer waren so wie die Köpfe leer.
Das Tor des Tages fiel wie aus dem Nichts, denn in der ersten halben Stunde hatte es nur eine Chance – der erstmals seit Anfang November für die Startelf aufgebotene Reichenberger scheiterte an Kampa – gegeben. Doch es war kein Zufall, denn Lindemann erzielte es. Vielleicht sah es kurios aus, wie er sich zweimal den Ball von Ziegler zurückeroberte, ehe er frei stand und ins Eck traf (31.). Doch in dieser Szene kristallisierte sich die seltene Kombination zweier Tugenden: Lindemann ist ein brillanter Fußballer, aber auch ein besessener Kämpfer.
Das war einer der Unterschiede zu den Hachingern, die sich gegen eine einige Male wackelnde VfL-Abwehr eine Handvoll Chancen erspielten. Doch wenn Stang und Nickenig auch mit mancher Aufbauaktion scheiterten, so waren sie doch meistens kompromisslos zur Stelle, wenn es galt abzuräumen. Das gilt natürlich auch für Torwart Berbig.
Auf die Diskussion, ob der Sieg glücklich war, mochte sich Trainer Baumann nicht groß einlassen: „Was zählt, sind gerade jetzt die Punkte. Hauptsache gewonnen.“ Bei dem sonst eher kritischen Fußballlehrer klang auch Verständnis mit für die besondere Situation nach dem außergewöhnlichen Spiel gegen Schalke.
Weil sich damit auch manche Einzel-Beurteilung relativiert, ist die wichtigste Erkenntnis: Der VfL hat seinen Kader so aufgebaut, dass eine Rotation möglich ist. Der kranke Hansen wurde ebenso geschont wie die zuletzt durchaus überzeugenden Pinheiro, Herrmann und Krük; außerdem saßen mit Kotuljac, Schnetzler und Grieneisen drei weitere potenzielle Stammspieler auf der Bank. Zuvor waren die Ausfälle von Heidrich und Barletta in der Abwehr über Erwarten gut kompensiert worden. Vermisst wurde allerdings gestern das Geschick von Bencik bei der Ballbehauptung und im Zusammenspiel.
Dennoch: Baumann kann inzwischen aus der Not der Umstellung die Tugend der Rotation machen. Ergebnis einer systematischen und vor allem nicht überstürzten Kaderzusammenstellung.
Bei solchen Voraussetzungen für die entscheidende Phase der Saison lassen sich auch „Minimalisten“ gern für „dreckige Siege“ feiern.
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