Kontakt

·

Digitalabo

·

Shop

·

Tippspiel

Startseite

|

Sport

|

VfL Osnabrück

|

Osnabrück Spitze des Eisbergs? 200 Spiele unter Manipulationsverdacht
Vfl VfL Osnabrück

Schrift
 Drucken  Versenden Empfehlen auf:      


Osnabrück Spitze des Eisbergs? 200 Spiele unter Manipulationsverdacht

Fußball-Europa wird vom größten Wett- und Manipulationskandal der Geschichte erschüttert – und alle Welt schaut nach Osnabrück: Über 200 Spiele in mehreren Ländern sollen im Jahr 2009 von versuchten oder erfolgreichen Manipulationen betroffen gewesen sein, mindestens 32 in Deutschland. Zwei davon waren nach Informationen unserer Zeitung Auswärtsspiele des VfL Osnabrück in der letzten Zweitligasaison.

– Anzeige – Ihre Anzeige hier



Zuletzt kommentiert








Wie ist der Skandal aufgedeckt worden?

 Ende letzten Jahres waren Ermittler in einem anderen Fall eher zufällig über Hinweise auf Manipulationen im Fußball gestolpert. Seit Januar 2009 wurde systematisch ermittelt, gestern ging die Staatsanwaltschaft an die Öffentlichkeit. Am Tag zuvor hatte es in ganz Deutschland Hausdurchsuchungen, Verhöre und Festnahmen gegeben; Haftbefehle gegen 17 Verdächtige wurden vollstreckt, 15 davon allein in Deutschland. „Wir haben alle unsere Ziele erreicht“, sagte ein Sprecher.

Welche Dimensionen hat der Skandal?

Mindestens 200 Spiele stehen unter Manipulationsverdacht, es gibt 200 Tatverdächtige – und das allein für den Zeitraum seit Januar 2009. „Das ist der bisher größte Skandal im Fußball“, sagte der Leiter der Disziplinarkommission der UEFA, Peter Limacher. Mit dem europäischen Fußballverband haben die Ermittler ebenso zusammengearbeitet wie mit der Polizei in England, Österreich und der Schweiz sowie den Behörden in den deutschen Bundesländern.

In Deutschland sind vier Spiele der 2. Bundesliga, drei der 3. Liga, 18 der Regionalligen, fünf der Oberligen und zwei U-19-Junioren-Spiele betroffen. Konkreten Manipulationsverdacht gibt es zudem für Spiele in Belgien, der Schweiz, Kroatien, Slowenien, Türkei, Ungarn, Bosnien und Österreich. Außerdem stehen zwölf Spiele der Europa League (also aus der laufenden Saison!) sowie drei Partien der Champions League auf der Liste. An den Manipulationen sollen Spieler, Trainer, Schiedsrichter und Offizielle aus Vereinen beteiligt sein. Aus ermittlungstaktischen Gründen nennen die Behörden vorerst keine Namen, weder von Tatverdächtigen noch der Paarungen.

Wer sind die Drahtzieher?

Offenbar handelt es sich um eine internationale Bande, die direkt oder über Mittelsmänner Einfluss auf Spieler, Trainer, Schiedsrichter und Offizielle genommen hat, um Spielausgänge so zu beeinflussen, dass erwünschte Ergebnisse zustande kamen. Auf diese Ergebnisse waren vorher bei europäischen und asiatischen Wettanbietern hohe Summen gesetzt worden. Die Staatsanwaltschaft geht von Wettgewinnen in Höhe von mehreren Millionen Euro aus.

Gibt es bereits Haftbefehle gegen Spieler oder Trainer?

Gestern Abend verbreiteten einige Online-Medien die Meldung, dass gegen drei Osnabrücker Spieler aus der letzten Saison Haftbefehl erlassen worden sei; die Namen der Profis wurden genannt. Trotz intensiver Recherchen konnte unsere Redaktion dafür keine Anhaltspunkte finden.

Nach unseren Informationen wurde einer der Drahtzieher, der Spieler zu Manipulationen angestiftet haben soll, am Donnerstag in Lohne verhaftet. Der Mann soll mithilfe von drei Osnabrücker Spielern dafür gesorgt haben, dass die Spiele des VfL im April in Augsburg (0:3) und im Mai in Nürnberg (0:2) mit der gewünschten Tordifferenz endeten. Meldungen, dass der Ex-Osnabrücker Marcel Schuon (jetzt beim Drittligisten SV Sandhausen) verhaftet worden sei, widersprach der Manager des Klubs, Tobias Gebert.

Er sagte allerdings: „Gegen Marcel Schuon wurde ermittelt, und es wurde bei ihm eine Hausdurchsuchung gemacht, aber es wurde kein Haftbefehl erlassen.“ Ein Spieler des Landesligisten Würzburger Kickers wurde nach Auskunft des Vereins im Zuge der Ermittlungen in Untersuchungshaft genommen. Er soll bereits zuvor an Manipulationen beteiligt gewesen sein.

Was sagt Ex-VfL-Trainer Claus-Dieter Wollitz?

Vor und nach dem Spiel seines Klubs Energie Cottbus gestern Abend in Düsseldorf äußerte sich der Fußballlehrer, der von 2004 bis 2009 Trainer in Osnabrück war, erstmals zu dem Verdacht. „Ich will das nicht glauben, ich will nicht, dass das wahr ist“, sagte Wollitz sichtlich mitgenommen, „wenn das wahr sein sollte, dann würde in mir etwas zusammenbrechen, das wäre das Allerschlimmste für mich, dann bräuchte ich Hilfe.“

Wie hoch ist die Dunkelziffer?

„Das ist nur die Spitze des Eisbergs“, sagte Andreas Bachmann, Leiter der Ermittlungen. Jetzt würden die am Donnerstag beschlagnahmten Beweismittel ausgewertet und die Tatverdächtigen verhört; die Ermittlungen können sich noch Monate hinziehen, ehe den Sportverbänden die Namen der verdächtigen Spieler mitgeteilt würden. Über verdächtige Spiele der zurückliegenden Jahre gab es keine Aussage, „doch das wird ja nicht am 1. Januar 2009 los- gegangen sein“, wie ein Beobachter sagte.


Mehr zum Thema
 Mehr VfL Osnabrück

 
  Leserkommentare
Schreiben Sie einen Kommentar




Empfehlen auf:  Facebook  Twitter

Haus

Immobilien aus der Region

Immobilien-Angebote

Finden Sie Ihre Immobilie: Wohnungen und Häuser mieten, vermieten, kaufen und verkaufen.






 Zeitungstitel wählen  Schließen

Wählen Sie Ihren Zeitungstitel: