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Bergrennen mit 12.000 Zuschauern: Luxemburger im Regen blitzschnell
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Demuth siegt

Bergrennen mit 12.000 Zuschauern: Luxemburger im Regen blitzschnell

Osnabrück. Guy Demuth hat beim 44. Osnabrücker Bergrennen erneut geglänzt: Im Osella FA 30 fuhr der Luxemburger zum Gesamtsieg am „Uphöfener Berg“. Vor 12000 Zuschauern, die ein abwechslungsreiches Rennwochenende in Borgloh erlebten, sammelte zudem der Tourenwagenfahrer Reto Meisel im Mercedes RM1 V8 wichtige Meisterschaftspunkte. Thomas Rössler dominierte das Feld im Opel-Dallara-Formel-3-Wagen bei den offenen Sportwagen.

 
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Mit Vollgas rasen die Fahrer vor den beschirmten Zuschauern durch die Kurve. Fotos: Wöhrmann Werkelt selbst am Rennboliden: Joe Schmitz.

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Blitzschnell unterwegs war Demuth schon im Training am Samstag: Mit 54,899 Sekunden im vierten Lauf stellte der 42-Jährige den von ihm im letzten Jahr aufgestellten Streckenrekord (55,274 Sekunden) auf dem zwei Kilometer langen Kurs ein. Da war die Strecke allerdings noch trocken. „Wenn es morgen regnet, kann es knappe Entscheidungen geben“, sagte Demuth Samstagabend, und er sollte mit seiner Einschätzung recht bekommen. Sein Landsmann Joe Schmitz hatte im Training mehr Probleme. An seinem 460 PS starken Radical SR8-LM war das Radlager am rechten Vorderrad defekt. Kurzerhand legte der 25-Jährige selbst Hand an und schraubte fieberhaft an seinem Auto herum. Mit 1:04,610 Minuten als Bestzeit fuhr er jedoch nur im Mittelfeld.

Sichtlich viel Spaß am Bergrennen hatte Titus Dittmann. Mit seiner giftgrünen, mit Erdgas betriebenen Viper fuhr der 62-Jährige ohnehin nicht um Punkte: Er wollte um Spender für sein Projekt „skate aid“ werben. „Gemeinsam mit weiteren Partnern bauen wir Skateboard-Anlagen in Dritte-Welt-Ländern, um Kinder von der Straße zu holen“, erklärte Dittmann, der erst Ende 2010 eine neue Anlage in Afghanistan eröffnete. Und als Hingucker taugte sein Auto allemal: Immer wieder bildeten sich im Fahrerlager Zuschauertrauben um den Wagen. Das war auch eine der Besonderheiten des Bergrennens: Motorsport zum Anfassen wollte der Motorsport-Club Osnabrück (MSC) bieten – und das ist gelungen. Das ganze Wochenende lang strömten die Fans durchs Fahrerlager, ließen sich mit Piloten und deren Autos fotografieren. „Das ist wirklich einmalig“, befand Pilot Schmitz, „die Leute hier sind sehr nett.“ Demuth, der auch beim Europa-Championat mitfährt, zeigte sich ebenfalls begeistert: „Ich bin zwar schon vor 100000 Zuschauern in Portugal gefahren, aber so engen Kontakt zu den Fans hatte ich nirgends.“

Während die meisten Motorsportler auf benzinbetriebene Renner setzten, fuhren Andreas von der Haar und Maik Kruse vom Osnabrücker Team Orange mit zwei Golf Diesel um den Kurs. „Normalerweise fahren wir bei 24-Stunden-Rennen mit“, erklärte Teamchef Christian Eckstein, „aber bei einem Bergrennen in unserer Region müssen wir natürlich auch präsent sein.“

Der Rennsonntag forderte dann von den Fahrern alles ab: Es regnete, teils sogar in Strömen. Während sich die Zuschauer durch den Matsch neben der Strecke kämpften, mussten die Rennfahrer darauf achten, nicht in den Reifenstapeln der Strecke zu landen. Es schien die Gelegenheit für Uwe Lang zu sein, dem Luxemburger Demuth sogar den Gesamtsieg noch streitig zu machen: In den ersten beiden Finalläufen führte der Fahrer vom ADAC-Team Nordbayern das Feld vor dem Luxemburger an. Doch im dritten Lauf geriet Lang ins Schleudern und rutschte mit seinem Osella PA 20 S in einen Reifenstapel – damit war für ihn das Rennen vorbei.

Demuth konnte zwar bei Regen keinen weiteren Streckenrekord aufstellen, fuhr aber dennoch allen davon und sicherte sich trotz technischer Probleme den Gesamtsieg mit 4:24,868 Minuten. „Meine Reifen haben nicht richtig gegriffen“, erklärte Demuth anschließend, „sonst wäre ich noch schneller gewesen.“ Pünktlich zu den Finalläufen war auch Joe Schmitz wieder in Form: Mit seinem roten Flitzer fuhr er in der Gesamtwertung immerhin noch auf Platz 4 vor.

Neben der Frage, welcher Fahrer am schnellsten durch den Kurs am „Uphöfener Berg“ fährt, ging es auch um wichtige Wertungspunkte. Für die Deutsche Automobil-Bergmeisterschaft der Tourenwagen sammelte der Schweizer Reto Meisel die meisten Punkte. In seiner Klasse war er mit einer Gesamtzeit von 4:31,430 Minuten der Schnellste. In der Meisterschaft der offenen Sportwagen dominierte Thomas Rössler im Formel-3-Auto mit einer Gesamtzeit von 4:32,486 Minuten.

Die Wetterbedingungen sorgten immer wieder für so manche Unterbrechung. „Wir hatten mehrere leichte Unfälle und technische Defekte an Autos zu verzeichnen“, erklärte Michael Schrey. Der Leiter der Streckensicherung betonte aber: „Kein Fahrer hat sich bei Unfällen verletzt.“

Bernd Stegmann, der Organisationsleiter des MSC Osnabrücks, war am Ende zufrieden: „Wir haben wieder äußerst spannende Rennen gesehen“, sagte er und betonte: „Es ist zwar schade, dass das Wetter so schlecht war, aber daran können wir nichts ändern. Ich finde es sogar bemerkenswert, wie viele Zuschauer gekommen sind.“


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