·
Digitalabo·
Shop·
Tippspiel
„Das Härteste, was ich je gemacht habe“
meb Bohmte/Köln. Der Köln Triathlon gehört längst zu den größten Triathlon-Veranstaltungen Deutschlands. Weltweit einmalig ist, dass dort verteilt über zwei Tage alle Triathlon-Distanzen durchgeführt werden bis hin zur Cologne 226, dem Ironman. Daher ist das Ausdauer-Event im Rheinland auch für ausländische Spitzensportler interessant. Insgesamt nahmen rund 4000 Athleten aus 16 Nationen teil.
Höhepunkt des Wettkampfwochenendes war der Ironman, bei dem 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und 42,2 Kilometer Laufen absolviert werden mussten.
Einer der Teilnehmer war Peter Nowak vom TV 01 Bohmte. Dieser Wettkampf war für ihn der Abschluss einer großartigen Saison. Zur Vorbereitung lief er einen Halbmarathon in Paderborn und jeweils einen Mitteldistanz-Triathlon über 1,9 Kilometer Schwimmen, 90 Kilometer Rad und 21 Kilometer Laufen in Kraichgau und in Immenstadt. Peter Nowak: „Die Vorbereitung lief perfekt, und ich konnte viele gute Erfahrungen sammeln. Ich konnte zusehen, wie sich meine Form im Vergleich zum Vorjahr stark verbessert hat und ich auf jeder Distanz neue persönliche Bestzeiten aufgestellt habe.“
Der Ironman in Köln startete am Sonntagmorgen um kurz vor sieben Uhr. Mit 600 weiteren Athleten stürzte sich Peter Nowak ins Wasser des Fühlinger Sees. Begleitet wurde der Start von dem Applaus der begeisterten Zuschauer und einem Feuerwerk.
Der Schwimmstart verlief für Nowak sehr gut, da sich das Feld auf der Strecke gut verteilte. Nowak erwischte eine etwas langsamere Gruppe, dennoch erreichte er das Ziel nach 3,8 Kilometern in seiner persönlichen Bestzeit von 1:04,00 Stunde. Der erste Wechsel vom Schwimmen zum Rad verlief reibungslos.
Der Rundkurs führte auf den Straßen im Kölner Norden, vom Fühlinger See bis zur Innenstadt. Die ersten 30 Kilometer waren bei einer Temperatur von 8 Grad so kalt, dass die Finger zu taub waren, um Nahrung aus dem Trikot zu holen. Dem Rat seines Trainers Harald Eggebracht folgend, versuchte Peter Nowak sich die ersten 130 Kilometer, bei einem Schnitt von 38,3 Kilometern pro Stunde, zurückzuhalten. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte er sich bereits auf Platz 21 vorgearbeitet. Große Probleme bei der Flüssigkeitsaufnahme und Übelkeit erschwerten die letzten 50 Kilometer. „Ich hatte Angst auszutrocknen“, sagte der TV-01-Sportler nach dem Wettkampf. Doch die extra angereisten Bohmter Fans und Ehefrau Sabine gaben ihm Kraft und bestärkten ihn nicht aufzugeben. Er rief sich in Erinnerung, was er seinen Schützlingen in dieser Situation immer geraten hat: „Versucht weiterzumachen, egal wie hoffnungslos es aussieht. Niemals ohne Versuch aufgeben.“ So startete Peter nach 4:45,54 Stunden auf dem Rad ermutigt auf die Laufstrecke. Inzwischen war er bereits insgesamt 5:49,54 Stunden unterwegs.
Die größte Schwierigkeit der 42,2 Kilometer langen Rundstrecke war einerseits die steile Wendeltreppe hoch zur Deutzer Brücke und andererseits, dass die Deutzer Brücke insgesamt achtmal passiert werden musste. Die ersten zehn Kilometer lief er in etwas mehr als 42 Minuten und hatte sich damit auf Platz 15 vorgekämpft. Nach 37 Kilometern war er auf Platz neun der Gesamtwertung. Energielieferanten wie Powergels und Cola, die alle drei Kilometer angereicht wurden, mobilisierten letzte Reserven. Nowak ist sich aber sicher, dass er ohne die anfeuernden Rufe und seiner mentalen Stärke nicht die Ziellinie hätte überqueren können.
Am Ende hatte Peter Nowak sein vorher gestecktes Ziel, unter den Top 20 zu landen, übertroffen. In einer hervorragenden Zeit von 9:07,26 Stunden (Marathonzeit: 3:03,00) landete er auf dem siebten Platz in der Gesamtwertung und sogar auf dem dritten Rang in seiner Altersklasse.
Sein Resümee nach dem Wettkampf lautet: „Von der mentalen Seite war dies das härteste Rennen, das ich je gemacht habe.“ Peter Nowak zählt somit zu den absoluten Top-Triathleten und kann auf eine tolle Saison zurückblicken.
Mit seinen Unterstützern freute sich Nowak bereits über das großartige Ergebnis bei einem gemeinsamen Essen, während viele der Teilnehmer noch einige Stunden unterwegs waren: Insgesamt erreichten 384 Teilnehmer das Ziel, wobei so mancher bis zu 15 Stunden benötigte.
Mehr Regionalsport OS







