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Viktor Kortschnoi spielt für Lingen: Schach-Großmeister verlor zwei WM-Kämpfe gegen Karpow
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Viktor Kortschnoi spielt für Lingen: Schach-Großmeister verlor zwei WM-Kämpfe gegen Karpow
Viktor Kortschnoi spielt für Lingen: Schach-Großmeister verlor zwei WM-Kämpfe gegen Karpow
Lingen. Seine Siege sind legendär und brachten ihm auch wegen seiner kompromisslosen Spielweise den Beinamen „der Schreckliche“ ein. Nur auf die Weltmeisterschaft musste er bis ins Seniorenalter warten. Doch auch als 80-Jähriger zählt Viktor Kortschnoi noch zu den herausragenden Schachgrößen. Der Großmeister – mit 2567 Elo-Punkten im Ranking des Weltschachverbandes die Nummer 378 aller Spieler der Weltrangliste – bestreitet am 17. und 18. Dezember zwei Spiele für den Schachverein Lingen, der sich über diesen Coup natürlich besonders freut.
Die Kontakte zum dreifachen Vizeweltmeister knüpfte Großmeister Lev Gutman, der auch Trainer der U14 des SV Lingen ist, die vom 26. bis 30. Dezember vor heimischer Kulisse um die deutsche Mannschaftsmeisterschaft kämpft. Vorher wollen sich die 13- oder 14-jährigen Emsländer Thorben Koop, Timo Oehne, Jannik Bach und Nils Vonhoff noch einiges abschauen bei Kortschnoi. Und zwar im Bezirksliga-Punktspiel gegen Bad Essen (17. 12., 16 Uhr) und im Viererpokal gegen den Oberligisten SK Nordhorn Blanke einen Tag später (11.00). Die Spiele finden in der Mensa des Gymnasiums Georgianum statt. „Ein absolutes Highlight“, erwartet der Vorsitzende des Schachvereins 1959, Christian Möller, großen Andrang auf den Zuschauerplätzen.
Kortschnoi wurde bis vor wenigen Jahren noch unter den Top 100 im Herrenschach geführt. Seine höchste Elo-Zahl (2695) wies er im Januar 1979 und Januar 1980 auf. Heute verbucht er nur 128 Punkte weniger. Die Bestmarke setzt Garry Kasparow (2849 im Juli 2000). Im Januar 2007 belegte Kortschnoi noch Rang 85 der Weltrangliste. Er war ältester Spieler im Top-Ranking seit Einführung der Wertung und hat über 5000 Turnierpartien absolviert.
Kortschnoi, am 23. März 1931 in Leningrad geboren, war vierfacher Meister der UdSSR, mit der er sechs Goldmedaillen bei Schacholympiaden sammelte. Nach seiner Emigration 1976 folgten noch vier für die Schweiz, für die er seit 1978 antritt.
Gescheitert an Karpow
Nur ein Traum wurde Kortschnoi nicht erfüllt: Er wurde nie Schachweltmeister der Herren. Dabei scheiterte er jeweils an Anatoli Karpow, der 1975 bis 1985 den Titel trug. 1974 verlor Kortschnoi das Finale der Kandidatenwettkämpfe mit 11,5:12,5. Als Bobby Fischer 1975 nicht zur Titelverteidigung antrat, wurde Karpow kampflos Weltmeister.
Zweimal qualifizierte sich Kortschnoi danach für das WM-Duell gegen Karpow. 1978 auf den Philippinen wurde es zum Kampf der Systeme zwischen dem „Dissidenten“ und dem „Systemkonformen“ aufgebauscht. Kortschnoi machte einen 2:5-Rückstand wett, verlor aber 5:6. Im Kandidatenfinale 1983 schaltete Kortschnoi den Deutschen Peter Hübner aus. Im WM-Kampf gegen Karpow allerdings unterlag er in Italien 2:6.
Einen WM-Titel gewann die Schachlegende Kortschnoi erst mit 75 Jahren. Da trat er erstmals beim Seniorenwettbewerb in Italien an. Der Ehrgeiz hat den Wahl-Schweizer nicht losgelassen. Auch nicht im Duell mit jüngeren Gegnern.
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