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Zwischen Lingen und Bayern
um Lingen. Die Situation ist ungewöhnlich: Die Top-Läuferin Maren Kock und ihr Trainer Arno Kosmider verlassen die LG Emstal-Dörpen und schließen sich der LG Telis Finanz Regensburg an. Sie bleiben aber weiter im Emsland. „Trainiert wird in Lingen“, erklärt der Coach, der den Wechsel mit der besseren Perspektive beim bayerischen Club begründet, obwohl die Distanz rund 700 Auto-Kilometer beträgt.
Kock, emsländische Nachwuchssportlerin der Jahre 2006 sowie 2009, und Kosmider betonten, dass sie sich ohnehin hätten neu orientieren müssen nach der Auflösung der Leistungsgruppe der LG Emstal-Dörpen, die auch kein Leistungsstützpunkt des Niedersächsischen Leichtathletikverbandes mehr ist. „Ich habe dort 20 Jahre gearbeitet. Es hat viel Spaß gemacht“, verwies Kosmider auf eine „außergewöhnlich erfolgreiche Bilanz“. Unter der Regie des 63-Jährigen sammelten Akteure wie Kock, Annette Koop, Steffi Thieke und Hannes Zumsande nationale oder sogar internationale Titel.
„Wir wollen uns weiterentwickeln“, betont Kosmider. Dabei biete der neue Verein gute Voraussetzungen. Kock sei im Sommer angesprochen worden. Teamchef Kurt Ring will in Absprache mit dem Deutschen Leichtathletik-Verband ein Top-Team Olympia 2016 (im brasilianischen Rio de Janeiro) gründen. Die intensive Betreuung könnten kleinere Vereine kaum leisten. Zudem arbeite der Verein mit der Coaching-Akademie des ehemaligen Bundestrainers Lothar Pöhlitz zusammen. Für Ring ist Maren Kock eine der wenigen Sportlerinnen in Deutschland, die auf der Langstrecke die Nachfolge der lange dominierenden Sabrina Mockenhaupt oder Irina Mikitenko antreten könnte. Die Zusammenarbeit mit Corinna Harrer, die bei der Deutschen Hallenmeisterschaft in Leipzig über 3000 m um einen Wimpernschlag (drei Hundertstel Sekunden) hinter Kock auf Platz zwei landete, beschreiben die Bayern nicht nur als leistungsfördernd, sondern als eine „Win-win-Situation“ für den deutschen Laufsport.
Kock gehört dem „Emsland-Top-Team für London“, wo die Olympischen Spielen 2012 stattfinden, an. Dass sie bei ihrer sportlichen Entwicklung von der Sporthilfe Emsland profitiert hat, steht für die Sportlerin außer Frage. Für Kosmider bedeutet der Wechsel die Fortsetzung dieser Aufbauhilfe. Die 21-Jährige verfügt über internationale Erfahrung bei Welt- und Europameisterschaften. Sie führt die deutschen Bestenlisten über 800 m, 3000 m und 5000 m an. „Damit sind auch Mannschaftswertungen interessant. Das wäre im Emsland nicht gegeben“, sagt Kosmider und verweist auch auf Möglichkeiten im Cross. Zudem verfüge die Sportlerin über bessere Chancen, im Ausland zu starten. „Regensburg hat andere Voraussetzungen.“
Kock soll am 12. November im Rahmen einer Vereinsfeier in Regensburg offiziell als neues Teammitglied vorgestellt werden. Im neuen Jahr sind erste gemeinsame Trainingslager geplant: Im Januar lädt der Deutsche Leichtathletik-Verband ins spanische Chiclana, wo Kock und Harrer gemeinsam üben können. Danach führt Regensburg im portugiesischen Monte Gordo und im italienischen Cervia weitere Trainingslager durch.
Grundsätzlich trainiert Kock, die weiter berufstätig sein wird, in Lingen. „Wir bleiben also dem Emsland verbunden“, betont Kosmider, der sein Trainingskonzept natürlich mit dem neuen Verein abstimmt. Die Arbeit soll intensiviert werden. „Ich betreue künftig nur noch Maren. Sie hat noch viel Potenzial“, traut er dem Riesentalent noch einiges zu. Das Ziel für das nächste Jahr ist genannt: Die Qualifikation über 5000 m für die Europameisterschaft in Helsinki.
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