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Tippspiel
Fall Amerell: Dumme Sprüche, aber keine Krise
Hamburg. Die deutschen Fußball-Schiedsrichter haben im Fall Amerell noch keine gravierenden Auswirkungen zu spüren bekommen. «Dumme Sprüche gibt es genügend, aber nicht deswegen», erklärte der Schiedsrichter-Obmann des Württembergischen Fußball-Verbandes, Helmut Geyer.
Der Saarländer Heribert Ohlmann fürchtet allerdings, dass «das Schiedsrichter-Wesen insgesamt unter dem Fall Amerell gelitten hat». Ob sich nun aber der Nachwuchs zurückzieht, ist nicht abzuschätzen. «Das wird man erst sehen, wenn in zwei, drei Wochen die neuen Kurse ausgeschrieben werden. Der Fall Hoyzer hatte damals jedenfalls keine großen Auswirkungen», sagte der Saarländer Heribert Ohlmann. «Es ist eher ein grundsätzliches Problem, Schiedsrichter zu gewinnen, weil es nicht so attraktiv ist und man sich oft in einem aggressiven Umfeld bewegt.»
Detlef Schütz, stellvertretender Vorsitzende des Schiedsrichter- Ausschusses im Rheinland, schätzt die Lage anders ein: «Natürlich wird es nun schwerer, junge Leute für die Schiedsrichterei zu gewinnen. Es war schon vorher schwer genug, junge Leute zu begeistern - bei allen Anfeindungen, die es mitunter für Schiedsrichter gibt.» Der frühere Bundesliga-Referee Wolfgang Mierswa aus Niedersachsen kann dies nur bestätigen: «Schiedsrichter werden immer kritisiert, nur die Themen der Rufe ändern sich.»
Eine genaue Bestandsaufnahme ist derzeit schwierig, weil durch das strenge Wetter oder die Winterpause wie im Rheinland in vielen unteren Ligen der Spielbetrieb ruht. «Deshalb kann ich dazu momentan nichts sagen», sagte Schütz und gibt den Tenor der Umfrage wider. «In Telefongesprächen mit Vereinsvertretern ist Häme aber unüberhörbar.» Kollege Rudi Stark aus Bayern glaubt nicht an einen negativen Effekt und stellt grundsätzlich fest: «Wir haben keinen Schiedsrichter-Skandal. Der DFB hat ein Problem und das soll der DFB aufarbeiten.» Mehr Fußball
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