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Rundumschlag: Völler ergreift Partei für Ballack
Leverkusen. Bayer Leverkusens Sportdirektor Rudi Völler hat in einer leidenschaftlichen Rede Partei für Michael Ballack ergriffen, den umstrittenen Bundesliga-Fußballer zugleich aber ebenso wie Bayer-Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser und Ballack-Berater Michael Becker kritisiert.
In den vergangenen Tagen war mehrfach über den vorzeitigen Abschied Ballacks aus Leverkusen spekuliert worden. Es kam zu Disharmonien mit Bayer-Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser, der öffentlich mit Ballack abgerechnet hatte - nachdem der frühere Nationalspieler nach einer Auswechselung gegenüber Trainer Robin Dutt den Handschlag verweigerte. «Es war zu früh von ihm, das Projekt Ballack als gescheitert anzusehen. Er ist übers Ziel hinaus geschossen», kritisierte Völler die Aussagen seines Vorgesetzten ungewöhnlich offen.
Völler, der als Bundestrainer mit dem Führungsspieler Ballack 2002 das WM-Finale erreicht hatte, geht davon aus, dass sich der 35 Jahre alte Mittelfeldspieler bis zum Abschluss seines Vertrags am Saisonende reinhängen werde. «Wir wollen vermeiden, eine Untergangsstimmung zu kreieren», meinte Völler. Er äußerte allerdings auch seinen Unmut, weil er von dem 98-maligen Nationalspieler Dinge erwartet habe, «die er nicht gemacht hat.»
Dabei hatten sich Völler und Holzhäuser bis zuletzt immer wieder für Ballack eingesetzt. Nach dem unrühmlichen Aus in der Nationalelf und dem Bruch zwischen Ballack und Bundestrainer Joachim Löw versuchten die Bayer-Manager im Dialog mit dem Deutschen Fußball-Bund dem Ex-«Capitano» doch noch ein Abschieds-Länderspiel zu bereiten. Aber Ballack kanzelte dies als «persönliche Sache» der beiden ab, an der er kein Interesse habe.
Auf das Thema Nationalmannschaft ging Völler am Donnerstag nicht ein, stattdessen nahm er Ballacks Berater Becker ins Visier. Der hatte seinen Schützling im Zuge der Auseinandersetzungen verteidigt und die Leverkusener Vereinsführung öffentlich kritisiert. «Es ist Ballacks Pflicht, sich zu äußern. Aber nicht über seinen Berater, der meint, die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben», erklärte Völler.
Becker habe von Bayer die «dunkelgelbe Karte» erhalten: «Es darf nicht mehr passieren, dass er Bayer so angreift. Sonst war er hier das letzte Mal im Stadion», sagte Völler. Statt künftig seinen Berater vorzuschicken, empfehle er Ballack nicht mehr «die beleidigte Leberwurst zu spielen».
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