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Tippspiel
Artland Dragons
…und Ulm im Hinterkopf
Moskau. Als Basketball-Profi muss man gut dribbeln können, gut werfen, schnell laufen und hoch springen. Aber oft, da muss man auch warten. So wie gestern. Erst hieß es Warten auf den Flieger, der mit Verspätung von Berlin nach Moskau startete, dann wurde gewartet in der Schlange vor der Passkontrolle, und später auf den Bus, der die Artland Dragons ins Hotel brachte. Heute (16.30 Uhr) treten sie bei Triumph Lyubertsy an. Dann dürfen sie wieder dribbeln, werfen, laufen und springen.
Einen Tag lang hatten die Quakenbrücker Zeit, die deftige 70:94-Niederlage bei Alba Berlin zu verdauen. Sie waren müde, leer und kraftlos von vielen Spielen, vielen Reisen und dem Warten.
Ob die Akkus wieder aufgeladen sind? Stefan Koch will die Frage nicht beantworten. Der Trainer will es nicht mehr „thematisieren“. Vom Aufstehen bis zum Schlafengehen hatte er am Sonntag darüber nachgedacht. „Ich habe überlegt, ob wir die Dosierung ändern“, sagt er. Vor dem Zu-Bett-Gehen war er sich sicher: „Nein. Wir machen es nicht.“ Die Erklärung: „Keine Mannschaft hat je mehr Energie über Pausen generiert. Energie bekommt man nur, wenn man hart weiterarbeitet.“
Einen Unterschied aber wird es geben. „Wir konzentrieren uns mehr auf uns“, kündigt Koch an. Der Fokus liegt ganz klar auf dem Heimspiel am Samstag gegen Ulm. In Moskau aber wollen die Dragons die Grundlage legen, um in der Bundesliga zurückzukommen. Zudem geht es in der Zwischenrunde der Eurochallenge noch um etwas. Zwar sind die Dragons schon für das Viertelfinale qualifiziert, doch gewinnen sie heute, sind sie Gruppensieger. Das bedeutet Heimrecht in der nächsten Runde. Dies gilt allerdings auch für den Fall einer Niederlage von Izmir in Antwerpen. „So oder so“, sagt Koch, „haben wir im letzten Spiel gegen Izmir alle Fäden in der Hand.“ Moskau muss gewinnen, wollen sie noch eine reelle Chance aufs Weiterkommen haben.
Für die Dragons zählt heute weniger das Ergebnis als andere Dinge. In der Defense wollen sie sich verbessern – es ist eine Baustelle, an der sie schon lange arbeiten. In Berlin klappte vor allem das Abwehrverhalten beim Aufposten des Gegners nicht.
Kräfte schonen wolle man nicht, betonte Koch: „Wir wollen sie nur effektiver einsetzen.“ Heißt: Alle zwölf Profis sollen in Moskau spielen. Nicht dabei sind Darren Fenn, der nach seiner Magen-Darm-Grippe auf dem Weg der Besserung ist, und David Holston (Prellung am Fuß und Grippe).
Beim Gegner dürften im Gegensatz zum Hinspiel Kyle Landry und Victor Zvarykin mitwirken. Beide waren zuletzt gegen ZSKA Moskau im Einsatz. Die Partie verlor der Tabellendritte 83:99. Ein „achtbares Ergebnis gegen die derzeit dominanteste Vereinsmannschaft Europas“, wie Koch sagt. „Sie haben fünf gestandene Profis und dazu viele Talente“, beschreibt Martin Schiller das Team. Der Kotrainer bereitet die Gegner in der Eurochallenge vor und hat erkannt: „Moskau spielt sehr leichtfüßig.“ Lange warten, um in die Partie zu kommen, darf man da nicht.
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07.04.2012
