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Erst stark, dann schwach, dann wild
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Autor: Winfried Beckmann 19. Februar 2012 21:57 Uhr  Mehr Artikel von diesem Autor

Kortmann nach 66:71 der OKE Panthers gegen bissige Cats: Wieder verschenkt

Erst stark, dann schwach, dann wild

bec Osnabrück. Mit 14 Punkten Differenz geführt bei einem Superstart zum 16:2 nach viereinhalb Minuten, mit 15 Punkten Differenz im tiefsten Tal zurückgelegen beim 30:45 zweieinhalb Minuten nach der Pause und über ein 49:48 (29.) und 57:56 (32.) am Ende mit 66:71 eine weitere Chance zum frühzeitigen Sichern der Play-off-Teilnahme vergeben. Trainer Peter Kortmann war kam zu halten nach der schmerzhaften, weil unnötigen Heimschlappe der OKE Panthers gegen die ChemCats Chemnitz in der Basketball-Bundesliga.

 
Verdammt eng: Panthers-Aufbau Angela Pace wird von Chemnitz gedoppelt. Foto: Helmut Kemme  Vergrößern

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„Wir haben es mal wieder verschenkt“, schimpfte der Coach über die Leichtfertigkeit, mit der die OSC-Basketballerinnen einen greifbar nahen Sieg dem Gegner überließen. Umso mehr wetterte der Trainer nicht nur in der Kabine und verordnete prompt Training für den eigentlich freien Montag, je mehr er über die Unzulänglichkeiten der Panthers gegen die bissigeren ChemCats nachdachte. „Da haben wir die ganze Woche das System trainiert, und was passiert? Fünf Minuten wird sich daran gehalten, dann 35 Minuten nicht“, meinte Kortmann.

Das Ergebnis: Sein Team spielte nur anfangs stark, als die Chemnitzerinnen so wirkten, als seien sie nicht am Vortag, sondern am Spieltag angereist und entsprechend unsortiert. Doch sie fingen sich, entwickelten mehr Druck und brachten die Osnabrückerinnen prompt in Verlegenheit. Zum einen, weil die Panthers freie Würfe vergaben, wie die dürftige Quote von 35 Prozent Trefferquote in eigener Halle zeigt; zum anderen, weil sie den ChemCats viel zu viel Freiraum ließen bei oftmals halbherziger Verteidigung der zunehmend gefährlicheren Distanzwürfe.

Wer nicht ausreichend aus der Distanz trifft, muss bekanntlich den Weg zum Korb gehen, nicht allein, sondern mit klarem Block- und Systemspiel, was die Panthers zu wenig und wenn dann zu unüberlegt bis wild taten, sprich leicht berechenbar. Und da Maggy Dwyer (3 Treffer von 13 Würfen) neben sich stand, Nadia Mossong (0/3) keine Alternative war sowie Emma Cannon (16 Punkte/22 von 39 Rebounds) erst spät gegen die starke Serbin Velinovic aufkam, lief das Spiel der Panthers nicht rund. Auch weil Angela Pace zwar solide, aber nicht gefährlich genug agierte. Anders und damit für sie typisch und vorbildlich Brianne O‘Rourke, die nach dem Bänderriss aus der Vorwoche, Lymphdrainage und Therapie mit Tape und Schiene am Fuß ihr Kämpferherz auspackte. Am ehesten ließ sich Lea Vatthauer anstecken, die klagte, „dass wir wieder den Sack nicht zugemacht haben“.

Beim nächsten Mal? „Einige Spiele haben wir noch bis zu den Play-offs“, meinte die Flügelspielerin, die nicht verstand, „warum wir freie Würfe nicht verwandelt haben“. Allenfalls mit dem Hinweis „Kopfsache“, womit sie sich mit dem Trainer einig war nach immerhin drei Dreiern im dritten Viertel, als auch die 500 Fans aus sich herausgingen. Auch, als es in den letzten zehn Minuten nur noch hin und her ging. Die Flut von Ballverlusten (14 gegenüber 25) hätte eigentlich ebenso für die Panthers sprechen müssen wie die Bilanz der Ballgewinne (8:1), doch Zahlen können eben manchmal auch täuschen.

Nicht das Resultat von 66:71 und damit die dritte vergebene Chance. Schwacher Trost: Noch sind die Play-offs drin und damit ein großer Erfolg für die Panthers als Aufsteiger.

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