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Tippspiel
Artland Dragons
Fleming: Wir sind eben erfahrener
bec Quakenbrück. Eine der weitesten Touren mit einer der schmerzhaftesten Niederlagen im Gepäck. Als die Artland Dragons am Donnerstag vor dem Morgengrauen bei eisigen Temperaturen um 4.45 Uhr aus dem Bus in Quakenbrück stiegen, war für Trainer Stefan Koch offen, welcher Spieler die 65:79-Schlappe gegen Bamberg wie verdauen würde.
„Das wird sehr unterschiedlich sein“, meinte der Koch nach einer „Mütze Schlaf“ im Bett daheim am gestrigen Vormittag, als sich auch seine langen Kerls erst einmal ausstrecken und erholen sollten am trainingsfreien Donnerstag. „Wir haben ein bisschen sehr deutlich gesehen, wie sehr Bamberg uns gegenüber im Vorteil ist.“ Nicht in der ausgeglichen ersten, aber in der am Ende eindeutigen zweiten Halbzeit bei 23:10 Rebounds nach 14:19 vor der Pause. Derart mehr Ballbesitz führte Koch auf mehr Intensität und Kampf zurück, was Bamberg gezeigt habe.
Für Koch stellt sich die Frage, wie man als Spieler mit „schwierigen Situationen“ umgeht. Bamberg habe sich nach dem ersten Viertel, das an die Dragons ging, und dem 41:41 zur Pause in der Defensive enorm gesteigert und zudem offensiv noch exakter gespielt, sein Team schlechte Entscheidungen getroffen und bei zunehmendem Druck zu wenig Strukturen im Angriff beibehalten. „Die Jungs haben vorher gesagt, dass sie kämpfen. Dann müssen sie es auch richtig tun“, hält Koch seinen Spielern vor, die entweder in Ehrfurcht oder in erster Frustration dem aufdrehenden Meister nicht entsprechend totalen Widerstand leisteten. Was die Ansprüche betreffe, sei klar, dass die Dragons nicht mit Bamberg bei deren Möglichkeiten auf einer Stufe seien. Was die Ziele betreffe, wolle man sportlich trotzdem dahin kommen, wo das international gereifte beste deutsche Team stehe. „Und daran müssen wir arbeiten“.
Sprach’s und registrierte bei weiterer Analyse, was Gegenüber Chris Fleming als maßgeblich herausstellte. „In der ersten Halbzeit war es kein großer Unterschied zwischen Quakenbrück und uns. In der zweiten Halbzeit hat es uns sehr geholfen, dass die Dragons keine Punkte bei Offensiv-Rebounds und nur zwei Punkte nach einem Fast-Break gemacht haben. „Da haben wir defensiv die richtigen Aktionen gewählt“, meinte der Meister-Trainer, der keineswegs nur die Brose Baskets als physisch einstufte. „Quakenbrück spielt auch sehr physisch, wir eben erfahrener als sie. Da haben uns die beiden Saisons in der Euro-League geholfen.“
Grund zur Resignation bei den Dragons sieht Fleming nicht beim Block zu seinem Trainerkollegen. „Stefan hat auch im Vorjahr die Mannschaft am Ende in eine Topverfassung gebracht und enorm verbessert. Das wird er auch jetzt wieder tun. Da spielen die Dragons im Mai ganz anders als jetzt“, meinte Fleming, der um die Qualität gerade auch von David Holston wusste. Weshalb er Anton Gavel als „Wachhund“ auf den Dragons-Spielmacher ansetzte und erkannte: „Gavel hat gute Arbeit gemacht. Das war sehr wichtig.“ Ebenso, dass zum Beispiel Brandon Thomas keinen Punkt bei fünf Würfen erzielte und Johannes Strasser nur zwei Freiwürfe verwandelte, ansonsten keinen Wurf ansetzte.
Apropos Holston: Der 28 Sekunden vor Schluss in Bayreuth verletzt vom Spielfeld getragene Amerikaner wurde gestern untersucht an seinem Sprunggelenk. Koch rechnet im Moment nicht mit seinem Einsatz am Sonntag im Ligaspiel in Würzburg. Anders Thomas, dessen Vertrag die Dragons bis zum Saisonende verlängerten. Auch ein Zeichen, dass sie noch einiges vorhaben – aktuell unter den Top Vier der BBL sowie den Top Acht der EuroChallenge.
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