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Tippspiel
Artland Dragons
„Sie schieben uns in die Blocks“
Bayreuth. Für einen Moment fragte sich Stefan Koch, ob ihm die erst am Ende klare Niederlage mehr Kopfzerbrechen bereitete als die Verletzung, die sich David Holston 28 Sekunden vor Schluss zuzog. Mit dem linken Fuß war der Spielmacher der Dragons gegen die Bande geknallt, blieb mit schmerzverzerrtem Gesicht liegen und ließ sich vom Feld tragen. „Noch kann man nichts Genaues sagen“, meinte Physiotherapeut Tom Mögel, der freilich hoffte, dass es nur eine Prellung war.
Somit konnte Koch das Spiel analysieren und offen gestehen: „Die Bamberger schieben uns in die Positionen, wo sie uns haben wollen. Sie schieben uns in die Blocks, dass wir nichts machen können“, meinte der Coach, der sichtlich gezeichnet war vom einseitigen letzten Viertel nach zuvor phasenweise starker Vorstellung.
Auch bei Manager Alexander Meilwes hielt sich die Enttäuschung nach dem Pokal-Aus gegen das deutsche Ausnahmeteam in Grenzen. „Gegen Bamberg zu spielen, ist unglaublich schwer. Da muss man schon einen Supertag erwischen. Sie sind physisch und mental sehr stark und wissen, was sie in kritischen Situationen machen müssen“, meinte Meilwes.
Dabei erlebte Bamberg, was sonst nicht denkbar ist. Beim Anwurf gab es noch Karten in der Oberfrankenhalle in Bayreuth, wohin die Baskets wegen des Davis-cupspiels in ihrer Stechert-Arena ausweichen mussten. Normal unmöglich, denn die „Frankenhölle“ ist bei egal welchem Gegner mit 6800 Zuschauern stets ausverkauft. Doch wenn der deutsche Meister und Pokalsieger sein „Freak City“ verlassen muss und ins benachbarte Bayreuth für einen Abend umzieht - dann zeigt sich die Rivalität zwischen den beiden Städten, die sich - warum auch immer - irgendwie nicht mögen trotz oder wegen der Nähe von knapp 70 Kilometern und des gleichen Dialekts unter Oberfranken.
In bewährter Manier reisten die Dragons am Tag zuvor an über 550 Kilometer, am Spieltag die ganz treuen unter den Fans, ziemlich genau 50 im Medico-Shuttle um 10 Uhr ab Quakenbrück. Der eine oder andere stieg heute morgen um 6 Uhr aus dem Bus und ging ziemlich direkt zur Arbeit. Mit müden Augen, aber dabei sein zählte bei der „Million Pokal“, wie Bamberg eigens auf Klatschpappen drucken ließ, die auf den Sitzen auslagen.
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21.05.2011
