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Tippspiel
Artland Dragons
Das Spiel ist aus: Dragons verlieren 65:79 gegen Bamberg
sfe Quakenbrück. In den letzten Wochen hat Stefan Koch diese Rechnung mehrfach vorgetragen. Als könne er kaum fassen, dass es tatsächlich eingetreten ist. „Wenn man davon ausgeht, wie viele Teams im Topf waren, lag die Wahrscheinlichkeit, Bamberg zu Hause zu bekommen, bei zehn Prozent.“ Es war das schwerste Los, das es gab. Die Artland Dragons gehen dennoch zuversichtlich in das Pokal-Viertelfinale heute Abend um 19.30 Uhr bei den Brose Baskets Bamberg. Schließlich winkt das Top Four (24./25. März) in Bonn.
An eine andere Rechnung traut sich der Trainer der Quakenbrücker nicht ganz so ran. Bei wie viel Prozent die Chance liegt, Bamberg zu Hause zu besiegen? Da lässt er die Mathematik lieber ruhen. Zumal die Rechnung eine ungewisse Variable hat. Denn Bamberg spielt nicht zu Hause. In der „Frankenhölle“ gibt es Tennis-Davis-Cup zu sehen. Die Pokalpartie wird in der 70 Kilometer entfernten Bayreuther Oberfrankenhalle ausgetragen. „Für die Bamberger“, sagt Koch, „ist es aber mehr ein Heimspiel als für uns.“ Dann rechnet er wieder: „Sie haben einen dreiviertel Heimvorteil.“
Das sieht auch Bambergs Trainer Chris Fleming so, der mit seinem Team trotz kurzer Distanz nach dem Abendtraining gestern in Bayreuth blieb. Am Sonntag nach dem 97:66-Heimsieg gegen Bonn hatte er in der Halle zum Mikrofon gegriffen und Stimmung gemacht: „In meinen dreieinhalb Jahren in Bamberg haben die Zuschauer immer erkannt, wann ihre Unterstützung wichtig war, und waren da. Das erwarte ich auch am Mittwoch.“ Etwa 4000 Zuschauer passen in die Halle, 50 Drachen-Fans reisen an, etwa 600 Tickets gab es gestern noch.
2008 holte Fleming als Trainer der Artland Dragons mit dem Klub in Hamburg den Pokalsieg. Mit Bamberg schaffte er in den letzten beiden Jahren jeweils das Double aus Pokal und Meisterschaft. „Sie sind das individuell stärkste Team in Deutschland, die Nummer eins“, sagt Koch und verweist auf die Tabelle der Bundesliga: Mit 18 Siegen bei nur zwei Niederlagen thronen die Brose Baskets dort an erster Stelle. Die Drachen stehen auf Rang drei mit 15 Siegen.
„Im Moment spielen sie richtig guten Basketball“, lobt Fleming, der das Team zuletzt in der Eurochallenge gegen Moskau live vor Ort beobachtete. „Das ist eine Mannschaft, die exzellent agiert und exzellent gecoacht wird. Es hätte sicherlich leichtere Aufgaben gegeben“, betont er und fügt an: „Wir freuen uns auf ein Top-Spiel.“
Auch die Dragons sind heiß. „Auch wenn es schwerfällt. Wir wollen physisch dagegenhalten – das mögen sie gar nicht“, sagt Koch, der vor allem in der Verteidigung eine Steigerung erwartet. Im Angriff hofft er gegen eine starke Bamberger Defense, „dass wir das, was wir zuletzt gezeigt haben, wieder auf den Boden bringen“. 88,6 Punkte erzielen die Drachen im Schnitt und sind damit die beste Offensiv-Mannschaft der Liga – vor Bamberg. 87,3 Zähler markiert das Team um Kapitän Casey Jacobsen, das wie die Drachen eine extrem tief besetzte Bank hat.
Zweimal schon mussten die Dragons im Pokal in Bamberg ran – 2006 und 2011. Zweimal im Halbfinale, zweimal gab es Niederlagen. Wie auch im Liga-Hinspiel diese Saison am 4. Dezember (76:92). Da traten die Drachen allerdings ohne Bryan Bailey, Adam Hess und Brandon Thomas an. „Deshalb“, sagt Koch und rechnet dann doch noch ein letztes Mal, „glaube ich auch, dass unsere Chancen zu gewinnen diesmal besser stehen.“
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21.05.2011
