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Tippspiel
Artland Dragons
„Dritter? Wir wollen Erster werden“
Quakenbrück. Den Ball, den Stephan Baeck als Ex-Nationalspieler, Ex-Trainer und Ex-Manager in seiner Rolle als Co-Kommentator und Interviewer für Sport1 spielte, nahm David Holston sichtbar gerne auf. „Wir sind Dritter, aber wir wollen Erster werden“, gestand der Spielmacher der Dragons, der auch bei neuerlichen Lobeshymnen als „Man of the Match“ natürlich und bescheiden blieb sowie auf das Team verwies.
Dabei bot der Kleinste auf dem Parkett alles, was einen Spielmacher für ein Team ausmacht: Als er vor der Pause weniger gut traf (1 von 5), gab er mehr Assists (6 von 8). Als er nach dem Wechsel besser traf (4 von 5), nahm er auch zwei Würfe der Kategorie „Wahnsinn“, die laut Hallensprecher Rainer Calvelage „vom Parkplatz“ kamen, sprich von mehr als acht Meter Entfernung und vorbei an Bobby Brown, ohne Häme zu empfinden nach dem Duell mit einem „guten Freund“, mit dem die Freundschaft nur Samstag für knapp zwei Stunden ruhte.
Keine Sekunde ruhte Oldenburgs Coach Predrag Krunic, der fast jede der Entscheidungen gegen sein Team gesten- und wortreich kommentierte. Dabei pfiffen die Schiedsrichter nicht etwa gegen Oldenburg, sondern schlichtweg ohne klare Linie, was auch Halterei und Ellbogeneinsatz betraf. Brown fing sich für eine abwertende Geste ein technisches Foul ein, das Krunic allemal verdient hatte, der sich allerdings nach dem attraktiven Derby bremste, das „sehr gute Spiel der Dragons“ lobte und sich von einer „tollen Atmosphäre“ im Derby angetan zeigte.
Keineswegs überrascht über das durchgehend hohe Niveau auf dem Quartett war Johannes Strasser. „Bei uns kommen fünf Leute von der Bank, die die nötige Qualität haben“, erklärte „Mister zuverlässig“ die Tatsache, dass kein Bruch ins Spiel der Dragons gegen Oldenburg kam, wenn egal wer ausgewechselt wurde. Doch der nach Holston (8) zweitbeste Assists-Geber verlor deshalb auch nach einem „guten Spiel“ nicht den Blick für Mängel. „Wir haben immer mal eine Phase, in der wir dann in eineinhalb Minuten zehn Punkte zulassen. Das müssen wir abstellen“, meinte Strasser, ohne damit gleich an Mittwoch und die große Herausforderung in Bayreuth gegen Bamberg zu denken.
Beim Bemühen, ausgerechnet gegen den Cupverteidiger das attraktive Top Four im Pokal zu erreichen, fehlt den Dragons die tolle Kulisse von Samstag. Nur rund 50 Fans – kein Wunder bei einem Wochentag-Abend-Spiel mit der Entfernung – haben sich bisher für den Medico-Shuttle angemeldet.
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21.05.2011
