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Tippspiel
Artland Dragons
Poltern in der Umkleide
Quakenbrück. Es ist ein immer gleiches Ritual. Nach Spielen sammeln sich die Artland Dragons erst im Mittelkreis, dann drehen sie eine Runde in der Arena, und am Ende geht es in die Kabine. Die Tür schließt sich. Immer das Gleiche. Nach dem 81:71-Erfolg gegen die Antwerpen Giants am Dienstagabend aber drangen Klänge aus der Kabine, die es so noch nicht gab. Es polterte und krachte, als würde gerade die ganze Umkleide zerlegt.
„So schlimm war es nicht“, sagte Stefan Koch, Trainer der Basketballer, und lachte: „Aber es stimmt, wir haben uns über den Sieg besonders gefreut.“ Noch nie zuvor war es den Quakenbrückern gelungen, unter die besten acht eines europäischen Wettbewerbs zu gelangen.
„Druck hat uns das vorher keinen gemacht“, sagte Guido Grünheid zwar nach der Partie, doch sein Trainer war anderer Meinung. „Bei einigen war zum ersten Mal eine Anspannung spürbar. Und je größer die Anspannung, desto größer auch die Entspannung“, erklärte er mit Blick auf den Kabinenlärm.
Zwei Spiele haben die Dragons in der Zwischenrunde noch zu absolvieren, am 21. Februar in Moskau und am 28. Februar zu Hause gegen Izmir. Noch geht es um etwas: Platz eins. Den kann Izmir den Dragons noch streitig machen. Sie liegen mit sechs Punkten zwei Zähler hinter den Drachen. Antwerpen (5) und Moskau (5) folgen.
Der erste Platz ist wichtig, weil er Heimrecht verspricht für die Viertelfinal-Serie im Modus „best of three“. Dort treffen die Dragons entweder auf Baloncesto Fuenlabrada (Spanien) oder Besiktas Istanbul (Türkei), das gestern BK Pardubice (Tschechien) 76:69 besiegte. „Das sind zwei der besten Teams des Wettbewerbs“, sagt Koch und fügt leise an: „Im Nachhinein könnte man sich fast ärgern, dass wir in Ungarn nicht verloren haben und Zweiter in der Vorrunde geworden sind. Aber wer weiß das schon vorher. Und dafür ist der Sport auch nicht da.“
Zudem sind die Dragons gut gerüstet für das Viertelfinale. Gegen Antwerpen kehrte Anthony Hilliard zurück. Nach der Einbürgerung von Adam Hess konnte der Flügelspieler die freie Ausländerposition einnehmen und schaffte auf Anhieb den besten Plus/Minus-Wert der Mannschaft (18). Was dieser ausdrückt? In der Zeit, in der Hilliard auf dem Feld war, erzielten die Dragons 18 Punkte mehr als der Gegner.
„Er hat einen guten Job gemacht“, lobt der Trainer und sagt: „Es freut mich für ihn besonders, weil er in der für ihn so schweren Phase immer hart trainiert und nicht einmal auch nur ansatzweise gestänkert hat.“ Das habe auch die Mannschaft mitbekommen. „Und sie hat gesehen, dass er unbedingt bei ihr bleiben wollte. Seine Akzeptanz hat in dieser Zeit überhaupt nicht gelitten“.
Durch die Rückkehr Hilliards spielen die Dragons mit einer Zehner-Rotation. Das birgt auch Gefahren, wie Koch weiß. „Wir dürfen nicht zulassen, dass es jetzt zu Eifersüchteleien kommt.“ Und wenn dies gelingt? „Dann sind wir breiter aufgestellt als andere Teams – auch in der Bundesliga“, sagt Koch: „Ob das für eine Partie etwas nützt, weiß ich nicht. Aber in einer Serie kann das gegen Teams wie Bamberg zumindest nicht schaden.“
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