Kontakt

·

ePaper

·

Shop

·

Fußball-Tippspiel

Startseite

|

Prewitt: Wir werden wiederkommen
Ad Artland Dragons

Schrift
Drucken Versenden Empfehlen auf:    

Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung 21. November 2008 00:00 Uhr


Prewitt: Wir werden wiederkommen

Traurig: Darren Fenn (rechts) versucht Adam Hess und sich selbst zu trösten.
Foto: Rolf Kamper
vergrößern

– Anzeige –
Ihre Anzeige hier



Meistgelesene Artikel








Es gab kein Straftraining, es gab keine Standpauke. Weder von Trainer Thorsten Leibe nath, der vielmehr in Einzelgesprächen mehr Selbstvertrauen aufbauen will, noch von Manager Marko Beens, der das Problem ebenso wie der Coach „eher im Kopf“ als im Talent sieht bei den Artland Dragons nach deren BBL-Pokal-Aus mit dem 79:85 im Achtelfinale gegen die Phantoms Braunschweig.
„Der Druck, den sich die Spieler selbst machen, ist sehr groß. Den müssen wir lösen“, betont Leibenath, der deshalb „konzentriertes Arbeiten“ ansagt, dabei einige taktische Dinge vereinfachen will, „weil wir einfacher und schneller spielen müssen, um unsere Wurfchancen zu haben“. So wie es Braunschweig bei 52 Prozent Trefferquote (Dragons 40) vormachte. Mit dem wesentlichen Unterschied, der für die meisten Dragons-Gegner gilt: Sie haben gegen den Pokalsieger nichts zu verlieren.

Umgekehrt die Dragons, weshalb sie sich unter Druck setzen „und vergessen zu spielen“, wie der Coach sagt. Das Team habe eine hohe Eigenmotivation und ein großes Verantwortungsbewusstsein. Es sei nur im Moment „total verkrampft“, was nicht erst bei den Schlappen in Paderborn sowie gegen Braunschweig ausbrach. Indizien gab es in schwachen Phasen zuvor gegen Ludwigsburg und in Bremerhaven sowie klare Vorzeichen bei der kläglichen Nummer in Göttingen.

Klar: Mit einem neuen Spieler wie Will Blalock, den Leibenath allemal als wertvollen Gewinn sieht, werden die Rollen (und Spielzeiten) neu verteilt. „Wir haben keinen Spieler geholt, um einen anderen zu verlieren. Wir wollen bewusst mit einer 12er-Rotation spielen, denn die Tiefe ist ganz wichtig, egal, wie lange der einzelne spielt“, betont der Coach. Kein Wunder, dass sich Blalock hinterfragt. „Ich hoffe, dass ich keinen Fluch für die Dragons gebracht habe. Ich war in zwei Spielen dabei, und die hat die Mannschaft verloren, die vorher fünfmal hintereinander gewonnen hat“, bemerkte der neue Spielmacher, der mit vier Ballverlusten haderte.

Sechs Ballverluste gingen auf das Konto des zum Schluss wild agierenden Darius Hall, der offen gestand: „Ich weiß nicht, was wir falsch machen.“ Was die Dragons nicht gut gemacht haben? Sie haben zu langsam von Abwehr auf Angriff und umgekehrt geschaltet, in Eins-gegen-eins-Situationen nicht die Energie aufgebracht wie im Training, wo sie laut Coach „viel leidensbereiter sind“. Für Leibenath eine Frage der Psyche, die auch statisches Spiel und fehlende Härte mit der allgemeinen Verkrampfung erklären hilft. Dabei ist sich Chad Prewitt, der in 30 Minuten Spielzeit keinen von sieben Würfen traf, sicher über das Samstag-Spiel gegen Nördlingen hinaus: „Wir werden wiederkommen.“ Morgen vielleicht ohne Lamont McIntosh, der sich beim Ellbogen-Treffer von Dustin Salesbury das Nasenbein brach.

Immerhin wissen die Dragons nur zu gut, was sie mit dem 79:85 gegen Braunschweig verschenkt haben: ein Saisonziel, sprich das Erreichen des Top-4-Turniers im Pokal, dem die Quakenbrücker zweimal mit ihren begeisterungsfähigen Fans den Stempel in Hamburg aufgedrückt haben.

Dabei stellt sich nicht nur für Beens unabhängig vom Aus der Dragons die Frage nach einer Veränderung des Pokalwettbewerbs wie in anderen Ländern, wo die besten acht Teams der Hinrunde der Ersten Liga ein Top-8-Turnier an vier Tagen austragen. 1793 Fans kamen vorgestern in Quakenbrück (sonst 3000 in der Liga), 5173 in Berlin (sonst bis zu 14800 bei den Albatrossen). „Die Menschen wollen den Pokal in dieser Form nicht mehr“, sagt Beens in Übereinstimmung mit seinem Berliner Kollegen Marco Baldi auch im Wissen, dass ein Aufstand der Kleinen im Basketball sehr unwahrscheinlich ist und deshalb der Reiz fehlt.

Pokal hin, Liga her. Leibenath warnt bei aller Korrektur nach ausgiebiger Videoanalyse davor, „dass jetzt alle auf einmal alles ändern wollen. Wir haben vieles gut gemacht, weshalb wir fünf Spiele in Folge gewonnen haben“, gibt der Coach zu bedenken.

Nicht alles ist schlecht
Von Winfried Beckmann
Genau so konnte es kommen. Es musste und sollte nicht, aber es konnte sein, dass die Dragons im Pokal ausscheiden, ehe das attraktive Top-Four-Turnier beginnt. Deshalb nach der Schlappe gegen Braunschweig nun das Kind mit dem Bade ausschütten? Garantiert hat kein Spieler extra nicht getroffen, extra langsam verteidigt. Jeder wollte gewinnen, gerade im Pokal als reizvolles Zubrot mit seinem publikums- und medienwirksamen Finalturnier.

Dreimal in Folge wie sonst kein Verein waren die Dragons dabei, einmal in der Rolle des Lehrlings, zweimal in der Rolle des Lehrmeisters. Jetzt sind sie einmal nicht dabei, dafür andere, die sonst draußen vor waren und im Schatten der steil durchgestarteten Dragons standen. So ist Sport.

Jetzt stehen die Quakenbrücker an dem Punkt, an dem sie irgendwann stehen mussten. Sie haben als Aufsteiger des Jahres 2003 in der BBL so hoch vorgelegt mit den beiden Finals in Meisterschaft und Pokal 2007 sowie dem Pokalgewinn 2008, dass eigentlich keine Steigerung mehr geht im Vergleich zu den Möglichkeiten zum Beispiel von Meister Berlin.

Das ist die Wirklichkeit im November 2008. Deshalb ist aber nicht alles schlecht, nur weil im Pokal das Aus kam. Was Fans und Außenstehende nicht vergessen sollten: Die Dragons zählen nach wie vor zur nationalen Spitze und stellen ab Dienstag nächster Woche wieder die europäische Basketball-Bühne in der Provinz auf. Kein Grund zum Jammern auf hohem Niveau.

Mehr Artland Dragons

 
  Leserkommentare
Schreiben Sie einen Kommentar



Empfehlen auf: Facebook Twitter

Haus

Immobilien aus der Region

Immobilien-Angebote

Finden Sie Ihre Immobilie: Wohnungen und Häuser mieten, vermieten, kaufen und verkaufen.






Zeitungstitel wählen Schließen

Wählen Sie Ihren Zeitungstitel: