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NFV sucht Lösung für Oberligapartien der Insolvenzclubs
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NFV sucht Lösung für Oberligapartien der Insolvenzclubs
NFV sucht Lösung für Oberligapartien der Insolvenzclubs
Meppen. Die ersten beiden Absagen für den nächsten Spieltag der Fußball-Oberliga stehen fest. Die Begegnung zwischen Eintracht Nordhorn und BSV Rehden sowie die Partie zwischen dem Goslarer SC und Kickers Emden finden nicht statt — allerdings nicht aufgrund der Witterung, sondern aus „verbandsseitigem Interesse“. Es ist sogar fraglich, ob die Insolvenzclubs Nordhorn und Emden überhaupt noch eine Partie in der Rückrunde bestreiten.
Nachdem bei beiden Vereinen ein Insolvenzverfahren eröffnet worden ist, müssen die Clubs die Saison regulär zu Ende spielen, um in der kommenden Serie in der Landesliga an den Start gehen zu dürfen (wie mehrfach berichtet). Allerdings werden diese Spiele nicht gewertet. So sehen es die Statuten des Niedersächsischen Fußballverbandes (NFV) vor. „Wir können die Vereine ja nicht einfach so aus dem Rennen nehmen“, erklärte Jürgen Stebani, Vorsitzender des NFV-Spielausschusses. Allerdings sind die anderen 15 Oberliga-Clubs wenig begeistert von dieser Regelung, die auch Stebani für äußerst unglücklich hält: „Es gibt Unmut bei allen Vereinen.“ Schließlich sind solche „Pflicht-Freundschaftsspiele“ in Emden und Nordhorn zwar sportlich wertlos, der Aufwand aber bleibt. „Für beide Seiten entstehen erhebliche Kosten“, betont Stebani.
Nun will das NFV-Präsidium in den kommenden Tagen überlegen, wie es mit dem Problem umgeht. „Wir müssen eine pragmatische Lösung finden“, stellt Stebani klar. Der Spielausschuss-Vorsitzende geht davon aus, dass bis zum nächsten Wochenende eine Regelung gefunden ist. Daher wurden die für dieses Wochenende angesetzten Partien abgesetzt, „damit hier nicht ein Zustand entsteht, der in der nächsten Woche besser ist“, so Stebani. Das Kickers-Nachholspiel gegen den VSK Osterholz-Scharmbeck, das am vergangenen Samstag hätte stattfinden sollen, ist hingegen aufgrund des gefrorenen Rasens abgesagt worden.
Doch wie kann eine Lösung seitens des Verbandes aussehen? Die Funktionäre können schließlich nicht alle Partien mit Emder und Nordhorner Beteiligung absagen. Schließlich haben die Vereine grundsätzlich das Recht, Spiele auszutragen. Auf der anderen Seite haben auch die anderen 15 Oberligisten die Möglichkeit, nicht zu den Spielen gegen Nordhorn oder Emden anzutreten. Die NFV-Spielordnung sieht für das Nichtantreten zu einem Spiel eine Geldstrafe von bis zu 250 Euro vor. Das sei Ermessenssache, erklärt Stebani. Und genau da könnte die Lösung ansetzen: Zwar kann die NFV-Spitze nicht zum „Spielboykott“ gegen die Insolvenzclubs aufrufen, sie kann aber deutlich machen, dass es keine finanziellen Sanktionen gegen die Vereine gibt, die gegen Emden und Nordhorn nicht antreten. „Ich persönlich fände es pervers, damit auch noch Gelder zu generieren“, betont der NFV-Spielausschussvorsitzende, „wir wollen eine entgegenkommende Regelung treffen.“
Gespannt darf man sein, wie die betreffenden Vereine aus Emden und Nordhorn diese Regelung finden. Schließlich arbeitete man in Ostfriesland und der Grafschaft Nordhorn in den vergangenen Wochen mit Hochdruck daran, eine Mannschaft für die Rückrunde zusammenzubekommen. Im Falle von Kickers Emden hatten die Abwerbeaktionen des Noch-Oberligisten, der mit rund drei Millionen Euro bei mehreren Gläubigern in der Kreide steht, für Unmut bei den kleinen Vereinen gesorgt. Für die Neuzugänge, die ihre unterklassigen Vereine verlassen haben, um sich auf der Oberliga-Bühne präsentieren zu können, könnte der Wechsel in einer Sackgasse enden.
Auch in der Landesliga Weser-Ems dürfte sich der Widerstand weiter erhöhen. Ohnehin bildet sich eine breite Front gegen die Regelung, insolvente Oberligisten in der Landesliga aufzunehmen. Momentan haben die Landesligisten aus dem unteren Tabellendrittel noch die leise Hoffnung, dass es Emden oder Nordhorn nicht gelingt, die Oberliga-Saison regulär zu Ende zu spielen. Dann würden die Clubs bis auf die Kreisebene durchgereicht, und die Anzahl der Landesliga-Absteiger würde sich nicht erhöhen. Die zu erwartenden NFV-Regelungen dürften den letzten Hoffnungsschimmer vollends verdunkeln.
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