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Tippspiel
Verlaufen im Paragrafen-Dickicht
Die Funktionäre des Niedersächsischen Fußball-Verbandes sind nicht zu beneiden. Nach den Insolvenzen der Oberligisten Kickers Emden und Eintracht Nordhorn müssen sie einen Ausweg aus einer zerfahrenen Situation finden, der sowohl den betroffenen Insolvenzclubs als auch den anderen Oberligateams gerecht wird. Die einen haben ein Recht zu spielen, den anderen fehlt die Lust am Kicken, wenn es nicht um Punkte geht. Der NFV darf die Zwangsabsteiger nicht einfach aus dem Spielbetrieb nehmen. Ebenso wenig dürfen sie offen zum Boykott der Pflicht-Freundschaftsspiele aufrufen. Da müssen sich die Funktionäre an die Statuten halten.
Dass sich die NFV-Verantwortlichen längst im Paragrafen-Dickicht verlaufen haben, zeigt die angedachte Lösung, für das Nichtantreten zu Ligaspielen keine Geldstrafen zu verhängen. Dieser Freifahrtschein, diese Spiele gegen Emden und Nordhorn zu „schwänzen“, unterscheidet sich nicht grundlegend von einer offen ausgesprochenen Empfehlung zum Fernbleiben. Spannend wird es, wie viele Spiele Emden und Nordhorn in der Rückserie tatsächlich bestreiten werden.
Allerdings bleibt die Frage, warum der NFV erst jetzt nach einer Lösung sucht. Händeringend hat man in Emden und Nordhorn in den vergangenen Wochen an einem Team gebastelt, mit dem man die Saison zu Ende bringen kann. Auch wenn die Clubs diese Hürde genommen haben, mit dem zu erwartenden Beschluss, rollt der NFV wirtschaftlich maroden Vereinen den roten Teppich in die Landesliga aus.
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