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Altwagen-Test in Jerez - Warten auf den Silberpfeil
Vor die Mercedes-Box wird schnell der Sichtschutz geschoben. Dabei gibt es noch gar nichts Neues zu sehen. Im Gegensatz zu Red Bull, Ferrari und McLaren tritt das deutsche Werksteam mit dem Vorjahresmodell bei den ersten Formel-1-Testtagen in diesem Jahr in Jerez an.
Die Anlaufphase sei exakt so geplant worden, sagte Haug und verriet: «Wir werden mit unserem neuen Auto bereits einige Tage, bevor wir zum offiziellen zweiten Test am 20. Februar nach Barcelona gehen, fahren.» Es dürfte sich unter anderem um die erlaubten Filmaufnahmen handeln. Am 21. Februar beginnen die nächsten Tests. «Ich weiß, dass die Entwicklung unseres Autos in der Fabrik nach Plan verläuft», betonte Rosberg nach dem ersten Testtag.
Für Schumacher, der sich schon «tierisch» auf die Saison freut, und seinen Stallkollegen bedeutet die Strategie des ehemaligen Weltmeister-Teams von Brawn dennoch: Jeder wird gerade einmal vier offizielle Testtage im neuen Wagen haben, ehe es ernst wird. Denn bei den Probefahrten ist immer nur ein Auto pro Team erlaubt. Die finalen Tests finden vom 1. bis 4. März ebenfalls auf dem Circuit de Catalunya bei Barcelona statt.
Wenn es den Wagen schneller macht, dürfte den beiden die kurze Eingewöhnungszeit egal sein. Zuverlässig war der Wagen mit dem Stern in den vergangenen beiden Jahren stets. Doch damit allein gewinnt man keine Titel. Schumacher schaffte es seit seinem Comeback nicht einmal aufs Podest. Rosberg gelang das zwar einige Male, Siege blieben aber aus. In der Konstrukteurswertung belegte Mercedes in der vergangenen Saison abgeschlagen den vierten Rang (165 Punkte) hinter Red Bull (650), McLaren (497) und Ferrari (375).
Die drei Top-Teams sind in Jerez mit ihren neuen Autos auf der Strecke. Auch Mercedes-Verfolger Lotus drehte mit Rückkehrer Kimi Räikkönen am Steuer bereits Runde um Runde im sonnigen Andalusien. Der finnische Ex-Weltmeister fuhr prompt die schnellste Runde des Tages.
Bei Mercedes betätigten sich Rosberg und Schumacher als Halbtagskräfte. Zunächst ging Rosberg auf die Strecke und fuhr die insgesamt drittschnellste Zeit der Auftakteinheit. «Ein sehr guter Start für unser Testprogramm», urteilte der Wiesbadener. Am Nachmittag übernahm dann Altmeister Schumacher das Steuer und belegte in der Endabrechnung Rang sechs. «Nach der langen Pause fühlt es sich toll an, wieder im Auto zu sitzen», sagte der Kerpener. Der 43-Jährige darf auch am Mittwoch noch einmal fahren, Donnerstag ist Rosberg zum zweiten Mal an der Reihe. Vor allem Eindrücke über die neuen Pirelli-Reifen soll das Duo dabei sammeln.
Mercedes hat sich diesmal für einen anderen Weg entschieden. Auch weil das schwäbisch-britische Team aus dem vergangenen Jahr seine Lehren gezogen haben will. Damals war der Wagen noch nicht reif - aber auf der Strecke. «Letztes Jahr haben wir früh ein noch nicht fertiges Auto getestet», erklärte Haug.
Diesmal soll die Zeit unter anderem zum «Feinschliff im Windkanal» und beim ersten Roll-out genutzt werden, um dann ein Auto zu testen, «wie es bei den ersten Rennen eingesetzt wird», erklärte Haug. Bis dahin sind es noch knapp sechs Wochen. Nicht ganz so lange müssen sich Fans und Fahrer gedulden, ehe der Sichtschutz für den neuen Silberpfeil beiseitegeschoben wird.
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