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Deutsches Tennis-Team verpasst Fed-Cup-Halbfinale
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Quelle: dpa 05. Februar 2012 17:18 Uhr


Deutsches Tennis-Team verpasst Fed-Cup-Halbfinale

Stuttgart. Die deutschen Tennis-Asse haben Tschechien alles abverlangt, aber dennoch verloren. Statt im April das Fed-Cup-Halbfinale zu spielen, müssen sie wieder in die Relegation um den Verbleib in der Weltgruppe 1. Sabine Lisicki verlor gegen Petra Kvitova das entscheidende Match.

 
Sabine Lisicki patzt im entscheidenden Spiel gegen Petra Kvitova . Foto: Bernd Weißbrod  Vergrößern

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Als die Titelverteidigerinnen um Wimbledon-Siegerin Kvitova jubelnd im Kreis hüpften, schworen sich Lisicki und Co. bereits auf den Kampf gegen den Abstieg ein. Statt erstmals seit 17 Jahren wieder ins Fed-Cup-Halbfinale einzuziehen, unterlag das deutsche Team in Stuttgart den starken Tschechinnen mit 1:4. Nun müssen die DTB-Asse um den Verbleib in der ersten Weltgruppe bangen. Lisickis 7:6 (7:2), 4:6, 1:6-Niederlage gegen Kvitova besiegelte bereits nach dem dritten Einzel die Niederlage.

«Natürlich ist die Enttäuschung riesengroß», sagte Teamchefin Barbara Rittner nach dem entscheidenden Punktverlust zum 0:3. Dass es nach siebenjähriger Pendelei zwischen Erst- und Zweitklassigkeit wieder nicht gelungen ist, endlich den Ruf als «Fahrstuhl-Mannschaft» (Rittner) loszuwerden, frustrierte auch Lisicki. «Wir haben leider mit dem Auf und Ab ein bisschen Erfahrung», sagte die 22-Jährige.

Der erste Fed-Cup-Sieg seit 1992 bleibt für Rittners Schützlinge also in weiter Ferne, zunächst einmal müssen sie am 21./22. April in die Relegation. Der Gegner wird am 14. Februar ausgelost. «Wir sind ganz heiß, da als gutes Team aufzutreten - hoffentlich komplett», sagte Lisicki mit Blick auf die derzeit verletzte Andrea Petkovic.

Deutschlands Nummer 1 Lisicki zeigte sich 24 Stunden nach der 6:2, 4:6, 2:6-Pleite gegen die Weltranglisten-49. Iveta Benesova deutlich verbessert. Mit aggressivem Power-Tennis und positiver Körpersprache gestattete sie der Weltranglisten-Zweiten Kvitova im ersten Durchgang keine einzige Breakchance und holte sich im Tiebreak souverän die Satzführung. Permanent peitschte sich die noch am Vortag deprimierte Lisicki mit «Come on»-Rufen an - Anheizerin Petkovic ballte auf der Bank immer wieder aufmunternd die Faust.

Im zweiten Durchgang reichte Kvitova im letzten Spiel eine kurze Schwächephase der Berlinerin, um mit einem Zu-Null-Break nach Sätzen auszugleichen. Lisickis Widerstand war gebrochen, der Rest Formsache für die Favoritin aus Tschechien. Der folgende 6:4, 6:4-Sieg von Angelique Kerber über Lucie Hradecka sowie das 3:6, 6:7 (4:7) von Anna-Lena Grönefeld/Julia Görges im finalen Doppel gegen Iveta Benesova/Barbora Zahlavova Strycova hatten somit nur noch statistische Bedeutung.

Bereits am Samstag hatte Rittner vor rund 3500 Zuschauern in der Porsche-Arena eine emotionale Achterbahnfahrt mit frustrierendem Ausgang erlebt. Erst schluchzte Lisicki nach der Auftaktniederlage gegen Benesova auf der Pressekonferenz. Dann spielte Julia Görges gegen Kvitova ein «Weltklasse-Match» - und musste sich nach dem 6:3, 3:6, 8:10-Krimi dennoch die Tränen trocknen.

Trotzdem durfte die 23-Jährige auf ihr «mit Sicherheit bestes Match» stolz sein. «Das wird mir einiges geben und zeigt mir, dass ich die Nummer 2 der Welt schlagen kann», sagte Görges nach dem faszinierenden Tennis-Thriller vor fantastischer Kulisse. «Zwischenzeitlich hatte ich echt Tränen in den Augen», so Görges.

Die Stuttgarter Party-Stimmung war sicher eine Begleiterscheinung des Tennis-Aufschwungs, den Petkovic, Lisicki und Co. mit ihren Erfolgen entfacht haben. Umso schmerzhafter fiel Petkovic, die auf der Bank hin- und herzappelte, das Zuschauen. Wann die Weltranglisten-Zehnte nach ihrem Ermüdungsbruchs im Rücken auf die WTA-Tour zurückkehren wird, vermag sie nicht abzuschätzen. Dies könne morgen sein, «aber auch noch vier Monate dauern», sagte Petkovic.
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