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Jung-Nationalspieler Reus hat Respekt vor Rangnick und fühlt sich nicht als Star
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Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung 10. Oktober 2011 18:10 Uhr

„Wir sind keine Maschinen“

Jung-Nationalspieler Reus hat Respekt vor Rangnick und fühlt sich nicht als Star

Düsseldorf. Bei Borussia Mönchengladbach gilt er als Star der Mannschaft, in der Nationalmannschaft ist Marco Reus noch der Joker. Selbst sieht sich der sympathische junge Mann weder als Star noch als Joker. „Konkurrenzkampf ist eine Selbstverständlichkeit, nur das bringt uns weiter“, sagt der 22-jährige gebürtige Dortmunder, der am Freitag in Istanbul sein Länderspieldebüt feierte.

 
Er ist dabei: Reus (l.) im Kreise der Kollegen Mertesacker, Boateng, Gomez. Foto: dapd  Vergrößern

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Herr Reus, bei der Borussia gelten Sie als Star, bei der Nationalmannschaft sind Sie ein Newcomer. Ist das ein Problem?

Reus: Überhaupt nicht. Ich fühle mich in Mönchengladbach ja auch nicht als Star.

Ihr Marktwert hat sich versechsfacht.

Ich achte nicht so sehr auf meinen Marktwert. Ich möchte gut Fußball spielen. So gut, dass ich möglichst oft vom Bundestrainer nominiert werde.

Was unterscheidet Jogi Löw von Lucien Favre?

Zunächst einmal ist Lucien Favre ein sensationeller Trainer. Wir haben unglaublich viel bei ihm gelernt, er redet viel mit uns, er hat uns weitergebracht, jeden einzelnen Spieler. Bei Joachim Löw ist es nicht anders.

Wie kommen Sie mit dem Konkurrenzkampf klar?

Konkurrenzkampf ist eine Selbstverständlichkeit, nur das bringt uns weiter.

Wie sind Sie aufgenommen worden?

Kein Problem, es ist alles sehr locker und cool hier. Außerdem haben mir Mario Götze und André Schürrle sehr geholfen.

Als Nationalspieler stehen Sie im Mittelpunkt. Immer. Haben Sie sich das stets gewünscht?

Keineswegs. Ich stehe nicht so gerne in der Öffentlichkeit, ich suche sie auch nicht.

Darf ein Nationalspieler Schwäche zeigen?

Ich wünsche mir, dass die Leute nicht nur den Fußballer sehen, sondern auch den Menschen. Wir sind keine Maschinen.

Hat das Bekenntnis von Ralf Rangnick etwas bewegt?

Als Robert Enke starb, haben wir uns alle vorgenommen, enger zusammenzurücken, mehr aufeinander aufzupassen. Geändert hat sich seitdem aber nicht viel. Ich denke mit großem Respekt an Ralf Rangnick. Und ich glaube, dass sich jetzt etwas bewegt. Der Fußball ist wichtig für uns, aber der Fußball ist auch nicht alles im Leben.

Der Sportdirektor des FC Bayern München schwärmt von Ihnen.

Das ehrt mich, Bayern ist der beste Klub in Deutschland, aber ich bin Profi bei der Borussia. Und ich bin es gerne.

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