27.11.2016, 21:31 Uhr

668 Knochenmarkspender Leukin feiert 20-jähriges Bestehen

Die Vorsitzende des Vereins Leukin, Anna Fennen (rechts) mit Maren Pläsier. Foto: Dirk HellmersDie Vorsitzende des Vereins Leukin, Anna Fennen (rechts) mit Maren Pläsier. Foto: Dirk Hellmers

Ostrhauderfehn. Vier Tage nach ihrem eigenen 66. Geburtstag durfte die Leukin-Vorsitzende Anna Fennen einen weiteren besonderen Jahrestag feiern. Vor 20 Jahren ist der Verein gegründet worden. Die Bilanz von 7306 Tagen Leukin sind 668 Stammzellenspender.

„Hinter jeder Zahl verbirgt sich ein tragisches Schicksal“, verdeutlichte Bettina Steinbauer von der Deutschen Knochenmark Spenderdatei (DKMS). Seit der Gründung arbeitet Leukin mit dem Sammeln von Daten von Knochmarkspendern der DKMS zu. Insgesamt 170 Typisierungen, mehr als 60.000 Datensätze und darunter 668 Stammzellenspender bilanzierte Steinbauer.

„Wir werden bundesweit von kleinen und großen Gruppen unterstützt und dabei ragt Leukin weit über allem heraus“, sagte die Kölnerin. Ein Grund: „Leukin schafft es als einzige Gruppe, jede einzelne Typisierung zu finanzieren.“ Jeder Datensatz kostet 40 Euro. Herausragend sei auch der Kontakt zu dem Verein. Zwei bis drei Mal die Woche würde sie mit Fennen telefonieren und versicherte: „Ihre Vorsitzende ist eine Knallerfrau.“

Wie weitreichend das Netz von Leukin reicht, zeigte die Gästeliste auf der Feier. Von dem Werder-Bremen-Fanklub Emsauen aus Rhede, den „Sternefrauen“ vom Hümmling bis zu Vertretern von Gemeinden und Vereinen aus Ostfriesland und dem Saterland waren viele Gäste anwesend. Insgesamt 175 Menschen waren nach Strücklingen gekommen.

Ostrhauderfehns Bürgermeister Günter Harders betonte, wie stolz er sei, ,dass Leukin den Sitz in seiner Kommune hat. „Man kann unheimlich viel Geld in Werbung investieren, aber ein solcher Verein ist en Glücksfall.“ Harders erinnerte sich an die Anfänge, der Verein wurde in seiner Nachbarschaft bei Lilly Book, der ersten Vorsitzenden, gegründet. Aber auch von Amtswegen hatte der jetzige Bürgermeister von Anfang an mit dem Verein zu tun. „Sie war der Motor, der den Verein in Gang gebracht hat“, lobte Fennen ihre Vorgängerin und auch ihre Mannschaft. „Ich stehe zwar vorne, aber die dahinter stehen sind viel wichtiger.“

Komplimente für den Verein gab es auch vom stellvertretenden Leeraner Landrat Sascha Laaken (SPD). Er bilanzierte, dass die Suche nach dem Wort Leukin 236.000 Treffer bei der Internetsuchmaschine Google ergibt. Hinter jeder stecke ein guter Gedanke. „Außerdem ist Leukin auch eine Suchmaschine. Eine, die nach der Nadel im Heuhaufen sucht.“ Er dankte allen Helfern im Verein und deren Unterstützer.

„Jeder von ihnen hat mit einem Engagement Leben geschenkt.“ Gegründet wurde der Verein 1996. Damals war es Maren Pläsier, ein Mädchen aus dem Bekanntenkreis der acht Gründungsmitglieder, die an Leukämie erkrankt war. „Mir geht es bestens“, versicherte Pläsier. Damals half allerdings eine Chemotheratpie. Dennoch war es das erste von fast 670 Happy Ends. Weitere werden folgen, wie Steinbauer erklärte: „Fünf Stammzellenspenden sind schon terminiert.“ Und Fennen versprach weiter zu machen. Im nächsten Jahr sollen Schulen in den Fokus der Typisierungsaktionen rücken.


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