12.04.2016, 16:12 Uhr zuletzt aktualisiert vor

Landwirt entdeckt Leiche Vermisster Lars Wunder in Jemgum tot aufgefunden


dgt/gs Jemgum. Seit Dienstagnachmittag herrscht traurige Gewissheit: Bei der Leiche, die ein Landwirt gegen 12 Uhr auf einem Feld in der Gemeinde Jemgum im Landkreis Leer entdeckt hat, handelt es sich um den seit Dezember vermissten Lars Wunder. Hinweise auf ein Gewaltverbrechen gibt es nach Angaben der Polizei bislang nicht.

„Anhaltspunkte für ein gewaltsames Ableben ergeben sich anhand der Auffindesituation des Leichnams derzeit nicht“, teilte die Polizei mit. Zur Todesursache könne man zum jetzigen Zeitpunkt aber noch keine konkreten Angaben machen, sagt die Sprecherin der Polizeiinspektion (PI) Leer/Emden, Kristina Eckert. Wunder sei aber nicht erst vor Kurzem gestorben. Zur Erhellung der genauen Todesumstände des 31-jährigen Jemgumers soll eine für Mittwoch geplante gerichtsmedizinische Untersuchung in Oldenburg beitragen. „Wir hoffen, dass wir dann Näheres mitteilen können“, so Eckert. Ob noch am selben Tag ein Ergebnis vorliegen wird, ist nach den Worten der Polizeisprecherin unklar. Die Auswertung der Untersuchung könne mehrere Tage in Anspruch nehmen, sagt sie. (Hier geht es zur Chronologie der Vermisstensuche)

Auf dem Heimweg verschwunden

Unklar erscheint derweil auch, warum Wunder bei keiner der in den vergangenen Wochen und Monaten groß angelegten Suchaktionen gefunden werden konnte. Angehörige und Bekannte des Vermissten sowie Polizei und Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren im Rheiderland hatten die Region mehrfach durchkämmt – allerdings mehrere Kilometer von der jetzigen Fundstelle entfernt. Wunder war von einem Feuerwehrfest im Nachbarort Critzum in der Nacht zum 6. Dezember nicht nach Hause zurückgekehrt und spurlos verschwunden.

Beim Düngen entdeckt

Am Dienstagmittag findet ein Landwirt die Leiche des 31-Jährigen beim Düngen auf einem Feld am Wehrlandsweg im Jemgumer Ortsteil Midlum. Der Fundort ist Polizeisprecherin Eckert zufolge etwa drei Kilometer von der Stelle entfernt, an der Wunder zuletzt gesehen wurde. Auf dem Feld wächst Gras für den Grünschnitt. Wie Eckert auf Nachfrage unserer Redaktion mitteilt, befindet sich der Fundort „sehr weit inmitten des Feldes“ und sei von der Straße aus nicht zu sehen. Wie Lars Wunder den Ort erreicht hat – ob eigenen Fußes oder durch eine andere Person – müssten die weiteren Ermittlungen ergeben, sagt Eckert. Fußspuren seien ersten Erkenntnissen zufolge nicht gesichtet worden. Das aber müsse aufgrund der langen Zeit seit dem spurlosen Verschwinden des Rheiderländers nichts Ungewöhnliches sein. Die weiteren Ermittlungen führt die Polizei in Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft Aurich.

Polizeichef bestürzt

Der Fundort befindet sich in einer Art Niemandsland. Am Ortsrand von Midlum in Richtung Critzum geht es links an einer Tankstelle vorbei in Richtung Wehrlandsweg. Es ist eine Betonstraße mit vielen Rissen, gerade mal breit genug für ein Fahrzeug. Außer Feldern und Äckern, so weit das Auge reicht, ist so gut wie nichts zu sehen. Nahe der Fundstelle parkt den ganzen Nachmittag ein Fahrzeug am Straßenrand. Des Öfteren halten vorübergehend weitere Autos.

Der Leiter der PI Leer/Emden, Johannes Lind, äußert sich bestürzt: „Ich bin sehr betroffen, dass die Hoffnungen, Lars Wunder doch noch lebend zu finden, leider umsonst waren. Der Familie und den Freunden des Verstorbenen gilt die aufrichtige Anteilnahme aller Angehörigen der Polizeiinspektion.“

Große Anteilnahme im Netz

Auch die Anteilnahme in den sozialen Netzwerken ist groß. Die Freiwillige Feuerwehr Critzum bringt auf ihrer Facebook-Seite ihre Trauer um ihren Kameraden mit einem schwarzen Titelbild zum Ausdruck. Auch auf der Facebook-Seite unserer Redaktion ist die Anteilnahme groß.

Nachdem Wunders Ehefrau ihren Mann als vermisst gemeldet hatte, starteten Polizei, Feuerwehr, Familie, Bekannte, Verwandte und weitere freiwillige Helfer mehrfach zum Teil groß angelegte Suchaktionen. Dabei kommen auch eine Drohne und ein Spürhund zum Einsatz. Gebäude werden durchkämmt und Gewässer mit Sonargeräten überprüft, darunter die Ufer der Ems und das Hafenbecken in Leer. (Weiterlesen: Suche im Leeraner Hafen)

Bei Facebook werden die Suchaufrufe von mehreren Tausend Menschen geteilt. Trotz aller Bemühungen und großer Beteiligung der Öffentlichkeit bleibt Lars Wunder wie vom Erdboden verschluckt.

(Weiterlesen: Profiler bei Suche nach Lars Wunder eingesetzt)


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