17.04.2017, 13:50 Uhr

4500 Euro Pfand liegen gelassen Unbekannte entsorgen 180 Bierfässer in Wald bei Lotte

Unbekannte haben diese Fässer in einen Wald geworfen. Man fragt sich: Warum? Foto: Jens KeblatUnbekannte haben diese Fässer in einen Wald geworfen. Man fragt sich: Warum? Foto: Jens Keblat

Lotte. Sie haben 180 Bierfässer, aber anstatt sich das Pfand in Höhe von 4500 Euro abzuholen, werfen Unbekannte die Behälter bei Lotte und Bramsche in Wälder. Ende vergangener Woche wurden sie dort entdeckt.

Warum haben die Täter ihr Interesse verloren, fragt sich die Polizei. Eine Option: Händler nehmen solche Fässer ohne Beleg nicht an. Das hat ein Test unserer Zeitung ergeben. Deswegen ist denkbar, dass die Täter die Fässer gestohlen haben, um das Pfand zu ergaunern. Als sie feststellten, dass der Plan nicht aufgeht, weil ihnen die Bierfässer niemand abnimmt, haben sie sie entsorgt. „Gut möglich“, sagt Nils Allendorf, Sprecher der Polizei in Osnabrück. (Weiterlesen: 131 Bierfässer in Bramscher Wäldern entsorgt)

Darum suchen seine Kollegen „bundeslandübergreifend nach Tatorten, wo diese Fässer entwendet worden sind“, wie er am Mittwoch erklärte. Ob die Fässer aus einem oder mehreren Lagern gestohlen worden sein könnten, sei unklar. Spaziergänger hatten Ende März auch in Lingen und Bramsche 11- und 12,5-Liter-Fässer der Marken Krombacher und Pott’s gefunden. Beide Brauereien bestätigten auf Anfrage, dass die Behälter zu ihrem aktuellen Sortiment gehören.

Feuerwehr lagert Fässer

Zurzeit lagern die 180 Fässer im Feuerwehrgerätehaus in Lotte-Wersen. Der stellvertretende Wehrführer Gerd Nüsse erklärt: „Im Moment warten wir auf Rückmeldung der Polizei, ob diese Fässer einer Straftat zugeordnet werden können. Wenn nicht, wird das Ganze als Fundsache betrachtet und dann von der Gemeinde entsorgt.“

Bei einem ersten Einsatz hatten die Feuerwehrleute in Lotte 80 Fässer mit Privatwagen zum Gerätehaus gebracht. Nur mit Handschuhen durften sie die Fässer bewegen, um keine Fingerabdrücke zu hinterlassen. In den Tagen darauf wurden die Feuerwehrleute noch zwei weitere Mal angefordert: Alle 100 Meter hätten Fässer gelegen.

Vergangenes Jahr Propangasflaschen gefunden

Nüsse wundert sich über die Entsorgung, weil die Fässer aus begehrtem Edelstahl sind. Und noch etwas ist auffällig: Einen ähnlich kurios gelagerten Einsatz gab es in Lotte vor einem Jahr schon einmal. Nüsse: „Damals haben wir etwa zwölf Propangasflaschen aus dem Wald geholt.“ Die seien noch voll und aufgedreht gewesen – eine echte Gefahr. Deshalb hofft Nüsse jetzt auf einen Ermittlungserfolg.


0 Kommentare