18.04.2017, 16:03 Uhr

Abwechslungsreiche Wanderung Schnatgang an der Wallenhorster Grenze zu Osnabrück


Wallenhorst. Die Karlssteine, das „Kreuz im Hohne“ und die Frühblüher im Wald standen im Mittelpunkt eines naturkundlichen Schnatganges, zu dem die Gemeinde Wallenhorst eingeladen hatte.

Der Agrar- und Pflanzenkundler Konrad Arndt und Wallenhorsts Umweltbeauftragter Udo Stangier organisieren seit Jahren einen naturkundlichen Schnatgang. „Ich habe es noch mal nachgeschaut, vor sechs Jahren waren wir schon mal hier in der Ecke, aber wie viele Schnatgänge wir schon gemacht haben, weiß ich nicht“, erklärte Stangier auf dem Wanderparkplatz an der Oldenburger Landstraße in Osnabrück kurz vor der Grenze zu Wallenhorst. Rund sechzig Schnatgänge mit „einer Mischung aus Natur- und Heimatkunde“ müssten es aber schon gewesen sein, mutmaßte Stangier.

Frühblüher und Kulturdenkmäler

Schon bald marschierten die Teilnehmer des Schnatganges quer durch den Wald und der emeritierte Professor erklärte begeistert: „Es gibt keinen bessern Boden als diesen hier. Er ist schön krümelig.“ Dann ging der Agrar- und Pflanzenkundler genau auf Pflanzen wie den Hohle Lerchensporn, Lungenkraut, Scharbockskraut, Aronstab und Buschwindröschen ein, während Stangier darauf hinwies: „Die Eschen hier um uns herum, die werden nix mehr.“ Fast alle seien krank und litten am Eschentiebsterben, das durch einen aus Asien eingeschleppten Schlauchpilz hervorgerufen werden würde. Etwas später wies Arndt auf vereinzelt wachsende Schlüsselblumen hin: „1975 war hier noch alles voller Primeln, jetzt ist das vorbei.“ Der Boden sei nicht mehr feucht genug, und die Nährstoffe fehlten. Dafür habe es früher in diesem Waldstück keinen Lerchensporn gegeben.

Kreuz und Steine

Auf dem Weg zum „Kreuz im Hohne“ nahm Arndt wieder die Bodenbeschaffenheit in Augenschein, bevor er gemeinsam mit Stangier kurz die Geschichte des Kreuzes erzählte. Dieses soll an die erste in dieser Gegend gelesene Messe erinnern. Während die Männer ihren interessierten Zuhörern weitere Details berichtete, legte sich Schäferhund Tenja erst mal hin. Denn während die menschlichen Teilnehmer der Tour schuhteschnisch gut gerüstet waren, war die Strecke quer durch den Wald für den blinden Hund schon eine Herausforderung.

Als nächstes ging es zu den Karlssteinen. Dieses Steingrab entstand zwischen 3500 und 2800 vor Christus. Und darum rankt sich eine Legende von Karl dem Großen, die Stangier erzählte: Dem nach soll Sachsenführer Widukind von Karl dem Große ein göttliches Zeichen verlangt haben und dieser zerschlug den Deckstein, eine mächtige Steinplatte, mit einer Peitsche.

Gut gelaunte Schnatgänger

„Mir gefällt es super, vor allem die detaillierten Beschreibungen von Professor Arndt – so was hört man selten“, erklärte Rolf Steffen, der zum ersten Mal beim Schnatgang dabei war. Für Günter Hawighorst hingegen war es schon mindestens der zehnte Schnatgang: „Ich bin gebürtiger Ruller und ich lerne gerne meine Heimat, die Landschaft und historische Dinge kennen.“


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