30.10.2016, 12:04 Uhr

O’zapft is in Wallenhorst Ausgelassene Stimmung beim Oktoberfest in Hollage


Wallenhorst. Ordentlich gefeiert wurde am Wochenende im Wallenhorster Ortsteil Hollage: Im 5000 Quadratmeter großen Festzelt der Kolpingsfamilie an der Moorlandstraße feierten an zwei Abenden rund 7000 Besucher auf einem der größten Oktoberfeste der Region.

Oktoberfest in Hollage, das bedeutet ein Festzelt voller Trachtenträger, die früh schon gut gelaunt auf den Bänken tanzen und die Tanzfläche rockten. Denn das Oktoberfest der Kolpingsfamilie hat inzwischen Kultstatus erreicht.

Lobeshymne der Band 089

Nicht nur viele Besucher, kommen alle Jahre wieder zum Oktoberfest in Hollage. Auch die Münchner Band 089 sorgte in diesem Jahr bereits zum sechsten Mal für Musik und Stimmung im Hollager Festzelt. „Das Oktoberfest hier ist echt eine Hausnummer“, stellte „Hasi“ Erhard Alois Haslinger, der Schlagzeuger der Band fest, und er fügte hinzu: „Die Kolpingsfamilie, das sind unheimlich tolle Menschen.“ Auch für das Publikum hatte der Münchner ein Lob parat: „Die Mentalität der Leute hier ist super, die sind einfach offen.“ Und einen Unterschied zum Münchner Oktoberfest konnte er ebenfalls ausmachen: „In Süddeutschland wollen die Leute Party machen, bayrische Musik wird dort nicht so eingefordert wie hier.“ Rein optisch sah er jedoch keinen großen Unterschied zu Münchner Festzelten: „Gefühlt sind hier 99 Prozent der Besucher in Tracht.“

Es wird schon in Trachten investiert

„Die Zeiten, in denen die Tracht vom Vermietungsservice kam, sind lange vorbei“, erklärte Christian Böwer, der mit „halb Brockhausen“ zum Oktoberfest gekommen war. Und in Bezug auf seine Tracht fügte er hinzu: „Da wird auch schon mal investiert, irgendwann ist die Hose durch und die Hemdfarbe nicht mehr modern.“ Extra in München hatte Nicola Tepe ihr neues Kleid gekauft: „Da war die Auswahl groß, letztes Jahr hatte ich eine Hose an, jetzt sollte es wieder ein Dirndl sein.“ Lederhosen trugen diesmal zwar auch einige Frauen, doch die Dirndlträgerinnen waren eindeutig in der Überzahl. Wer wollte, konnte unzählige Dirndlvarianten bestaunen: Klassisch oder farbenfroh, mit sehr kurzen sowie knie- oder knöchellangen Röcken, bunt oder mit Gothik-Halsband kombiniert. Auch Melina Capsius hatte sich diesmal ein neues Dirndl gegönnt: „Eines mit Blümchen sollte es sein“, erklärte sie.

Lauter bekannte Gesichter

„Viele Hollager, die inzwischen woanders wohnen, kommen zum Oktoberfest zurück“, wusste André Thöle, Pressesprecher der Kolpingsfamilie. Und auch Meik Schwegmann erklärte: „Ich komme, weil man hier alte Freunde trifft, die man lange nicht gesehen hat.“ Außerdem sei es inzwischen ein „Ritual“, zum Oktoberfest zu gehen. Ähnlich ging es Tepe, sie mochte am Oktoberfest: „Hier trifft man Leute, die sieht man das ganze Jahr nicht.“ Und Capsius fand: „Das Oktoberfest ist der Hammer, das Beste am Jahr!“ Rose Onwubuariri hingegen geht gerne zum Hollager Oktoberfest, weil: „Es nicht so weit zu fahren ist, das ist praktisch. Außerdem ist es immer cool hier, die Stimmung ist gut.“

Alles im Blick aus den Wiesenboxen

Einen guten Blick auf das Geschehen im Festzelt hatten die Gäste der Wiesenboxen, die erhöht aufgebaut waren. Hier feierte am Freitag unter anderem Ralf Müller, Inhaber der Firma DeWa Innenausbau mit Geschäftspartnern: „Ich hoffe, wir legen auch noch einen schönen Tanz auf das Parkett“, so Müller, der von sich sagte: „Ich mag das Lebensgefühl des Oktoberfests und liebe Hollage.“ An der Wiesenbox schätzte er: „Dass man sich immer wieder findet und nicht so Mitten im Gedrängel ist.“ Ein paar Tische weiter hatte Jürgen Rahe eine Wiesenbox reserviert. Gemeinsam mit Reimund Lucas war er schon in München und Bremen auf dem Oktoberfest gewesen. An dem Hollager Fest gefiel Lucas, „dass man hier so schön und ausgelassen feiern kann.“

Kubb-Turniersieger feiern ordentlich mit

Die Karten für das Oktoberfest gewonnen hatten die Sieger des Kubb-Turniers der Hollager Kolpingsfamilie: die Mannschaft „Vor dem Spiel“ aus Rulle. Die Väter von jungen Fußballern hatten es sogar noch geschafft, über die Homepage der Kolpingsfamilie weitere Karten für ihre Frauen zu ergattern. „Das war sehr schwer“, berichtete Christian Wöstmann, der zum ersten Mal beim Hollager Oktoberfest war: „Ich finde es super. Hier ist es gemütlicher als in München“, so Wöstmann, der selbst eine Zeit in München lebte.

Echte Münchener und ein Brautpaar

Spaß hatten am Samstag auch vier echte Münchener in Hollage: „Wir haben die Veranstalter in Rom kennengelernt und ich bin schon zum zweiten Mal hier“, erklärte Maximilian Fischer, bevor er hinzufügte: „Es ist gemütlich und schön hier.“ Keine so lange Anfahrt wie die vier Süddeutschen hatten zwei andere, besondere Gäste am Freitag gehabt: „Ein Brautpaar aus Wallenhorst hat gestern standesamtlich geheiratet und abends hier bei uns auf dem Oktoberfest mit Freunden gefeiert“, berichtete Thöle am Samstag. Mitorganisator Christian Speer zog derweil auf Nachfrage neben der vollen Tanzfläche ein vorläufiges Fazit: „Es war noch nie so entspannt wie in diesem Jahr – auch für uns das Orgateam.“


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