26.09.2013, 12:39 Uhr

Ein „Haus der Zukunft“ Wallenhorster Krippen-Anbau eingeweiht

Daumen hoch: Die Kinder freuen sich über den Krippenanbau in Wallenhorst. Foto: Gerd WestdörpDaumen hoch: Die Kinder freuen sich über den Krippenanbau in Wallenhorst. Foto: Gerd Westdörp

Wallenhorst. Nun gibt es auch in Hollage-Ost Kindergartenplätze für die Allerkleinsten. Der Krippenanbau am Andreas-Kindergarten mit 15 Plätzen wurde eingeweiht. „Eines der letzten Mosaiksteinchen unseres Krippenprogramms ist damit eingefügt“, stellte Bürgermeister Ulrich Belde mit Genugtuung fest, „Wallenhorst hat die gesetzlichen Auflagen mehr als erfüllt.“

Mit Gesang und Bewegungsspielen bedankte sich die Kindergarten-Gemeinschaft bei Politik und Kirche. In einem humorvollen Verkleidungsspiel rüsteten die Erzieherinnen ihre vier neuen Kolleginnen - die „Krippnerinnen“ - mit all den Hygiene-Utensilien aus, die Deutschlands Bürokratie für den Krippenbetrieb so vorschreibt: Schuhüberzieher und Haarhauben, Mundschutz und Einmalhandschuhe. Und sie setzten noch eins drauf: Knieschoner und Reserve-Schnuller mussten die vier „Krippentanten“ Martina Egger, Jutta Stein, Karin Nieporte und Lara Schulz zur großen Gaudi der Kinder ebenfalls entgegennehmen, dazu noch übergroße Lätzchen, die die Eltern liebevoll bestickt hatten.

Leiterin Britta Finke machte aber auch deutlich, dass die erhöhten Hygieneanforderungen schon ihre Berechtigung hätten, wenn sie etwa an den mit Teppichboden ausgekleideten Schlafsaal denke: „Da spielt sich noch viel mehr auf dem Fußboden ab als bei den Größeren“, erklärte sie.

Pastor Meyer-ten Thoren von der evangelisch-lutherischen Andreasgemeinde weihte die Krippe als ein „Haus der Zukunft“ ein, da es für die Jüngsten in der Gesellschaft bestimmt sei. Er nahm Bezug auf die Bemerkung eines etwas älteren Kindergartenkindes, weshalb „seine Tante Martina“ denn jetzt in der Krippe arbeiten müsse, das gehe doch gar nicht, da liege doch immerhin schon das Jesuskind. „Besser kann es doch nicht um den Geist dieses Hauses bestellt sein, wenn das die Kinder mit dem Begriff ,Krippe‘ verbinden“, sagte der Pastor.

Zur Schlüsselübergabe hatte Architekt Markus Wiekowski nicht den üblichen übergroßen Papp-Schlüssel vorbereitet. Er wollte lieber etwas Praktisches und zugleich Symbolhaftes schenken: ein hölzernes Transportwägelchen, das als verbindendes Element zwischen altem Kindergarten und neuer Krippe eingesetzt werden könne.

Dem Rundgang durch die Räume schlossen sich zahlreiche Gäste der Feier an, darunter Ratsmitglieder, Bauhandwerker, andere Kindergartenleiterinnen, Nachbarn, Andreas-Kirchenvorstand und Vertreter der katholischen Pfarreiengemeinschaft. Der Architekt erntete viel Lob für die geschickte Raumaufteilung auf beengtem Raum und die „Punktlandung“, die er mit der Einhaltung sowohk der Bauzeit von nur neun Monaten als auch des Budgets von 254000 Euro hingelegt habe. Die Finanzierung teilten sich Land und Bund (115000 Euro), die evangelische Kirche (40000 Euro) und die Gemeinde Wallenhorst (99000 Euro).


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