06.01.2012, 15:20 Uhr zuletzt aktualisiert vor

Bei jedem Genre die Zeichnung als Basis Ausstellung „Figur und Raum“: Das Ruller Haus zeigt alle Facetten der Kunst von Nina Lükenga

Aktstudien aus der Zeit ihrer Ausbildung: Nina Lükenga vor ihren Arbeiten im Ruller Haus. Foto: Gert WestdörpAktstudien aus der Zeit ihrer Ausbildung: Nina Lükenga vor ihren Arbeiten im Ruller Haus. Foto: Gert Westdörp

wallenhorst. Drei Räume, drei Gattungen, eine Künstlerin: Mit einer Ausstellung im Ruller Haus demonstriert Nina Lükenga, dass ihre Kunst auf der Zeichnung basiert. Ob klassische Akte, Landschaften, Buchillustrationen oder dunkle Abstraktionen, der einzelne, schnelle Strich dominiert ältere wie aktuelle Werke der Osnabrückerin.

„Das Ruller Haus eignet sich hervorragend, um meine Kunst in all ihren Facetten zu zeigen“, sagt Nina Lükenga, denn die Sujets, denen sie sich widmet, sind zu unterschiedlich, sodass sich Kunsthäuser und Galerien in der Regel auf nur eins konzentrieren. In Rulle herrscht jetzt Abwechslung. In einem Raum hängen die reinen Zeichnungen. Schnelle Impressionen von der griechischen Insel Kos beispielsweise, die die Künstlerin nach ihrer Rückkehr im Atelier aus der Erinnerung festhielt. Das Aufeinandertreffen von antiken Architekturrelikten mit modernen, urbanen Strukturen oder von Katzen dominierte Straßenszenen skizziert sie versiert mit Bleistift. Aktstudien aus der Zeit ihrer Ausbildung stellt sie aktuellen Arbeiten gegenüber.

Als Illustratorin betätigt sich Nina Lükenga, wenn sie Bilderbücher zur Geschichte der Römerschlacht in Kalkriese oder über den Nikolaus liebevoll bebildert. Die Originalzeichnungen zur gerade veröffentlichten Geschichte „Der Nikolaus vom Nikolaus“ befinden sich in einem weiteren Raum des Kulturzentrums.

Im Hauptraum sind schließlich die großformatigen Bilder in Mischtechnik ausgestellt, die einen starken Kontrast zu den Zeichnungen darstellen. Die oft dunklen, düsteren Kompositionen zeugen so gar nicht von der Heiterkeit der anderen Exponate. Inspiriert vom Stahlwerk in Georgsmarienhütte, an dem sie längere Zeit künstlerisch arbeitete, und einem Schrottplatz, an dem sie immer vorbeikam, sind ihre Werke angefüllt mit imposanten, maschinenähnlichen, bedrohlich wirkenden Objekten, die sich bisweilen in abstrakten Landschaften oder vor glutrotem Himmel versammeln. Das Bild „Kraftwerk“ schnitt sie vor dessen Fertigstellung in acht Teile, bearbeitete die Architekturelemente, Figuren und Köpfe darauf separat, um das Puzzle hinterher wieder zu einem beeindruckenden Ganzen zusammenzusetzen.

Ruller Haus: „Figur und Raum“. Zeichnungen und Illustrationen von Nina Lükenga. Vom Sonntag, 8. Januar (Eröffnung um 17 Uhr), bis 15. April. Geöffnet jeweils 30 Minuten vor einer Veranstaltung im Haus oder nach Vereinbarung unter Telefon 05407/8137750. Infos unter www.rullerhaus.de


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