20.03.2017, 09:48 Uhr

Konzert im Heimathaus King King lassen in Twist den Classic Rock auferstehen

Die Schotten-Rocker von King King überzeugten in Twist mit Classic-Rock-Nummern aus eigener Feder. Foto: Gerd MecklenborgDie Schotten-Rocker von King King überzeugten in Twist mit Classic-Rock-Nummern aus eigener Feder. Foto: Gerd Mecklenborg

Twist. Der klassische, aber sehr professionelle Bühnen-und Equipmentaufbau hatte es schon im Vorfeld erahnen lassen: Heute würde es im Heimathaus Twist guten Old-School-Rock auf die Ohren geben. Zelebriert wurde dieser Ohrenschmaus dann von Blues-Rockern der jüngeren Generation: der schottischen Band King King.

Und die hatten neben der klassischen Rockmusikinstrumentalisierung sogar eine alte Hammondorgel mit rotierendem Leslie-Tonkabinett auf die Twister Bühne geschleppt. Diese sollte dann auch primär für den Sound dieses rockigen Samstagabends verantwortlich zeichnen.

2009 machten die Jungs von King King erstmals von sich reden und sorgten in schottischen und englischen Musikclubs für Furore. Einige Jahre später hatten die Musiker dann auch Spaß an Studioarbeit, und so erschien 2011 King Kings Debütalbum „Take My Hand“, das bei den British Blues Awards 2012 den Preis als bestes Album erhielt.

Dynamische Bühnenpräsenz

Ihr zweites Album „Standing in the Shadows“, bekam 2014 die gleiche Auszeichnung. Dieser Erfolg – und die dynamische Bühnenpräsenz – sorgten dafür, dass King King dreimal in Folge zur besten britischen Bluesband gewählt und damit in die British Blues Awards Hall of Fame aufgenommen wurde.

Im Heimathaus Twist war es allerdings nicht der Blues, der beim Live-Gig im Vordergrund stand. Alan Nimmo (Gitarre, Gesang), Lindsay Coulson (Bass), Bob Fridzema (Hammondorgel und E-Piano) und Wayne Proctor (Schlagzeug) überzeugten dafür eher mit sehr melodiösem, gut arrangiertem Classic Rock der 1970er, mit Anleihen an den Blues.

Elektrisierendes Spektakel

Klar im Mittelpunkt stand dabei Alan Nimmo, wie immer im schottischen Kilt. Eine imposante Erscheinung, dieser „schottische Bär“, dazu ein brillanter Gitarrist und akzeptabler Sänger, der immer wieder in den Refrains hervorragend mehrstimmig von seinen Mitmusikern unterstützt wurde.

Geprägt wurde der Twister Gig der schottisch-niederländischen Band von abwechslungsreichen und immer wieder spannend arrangierten Rocknummern, allesamt aus eigener Feder, die sich zwar an Vorbildern wie Bad Company, Free, Peter Green und sogar an rockige Procol-Harum-Nummern anlehnten (Stichwort Hammondorgel), aber immer deutlich die ganz eigene Handschrift und Kreativität erkennen ließen. „Halt die moderne Auferstehung der klassischen Rockmusik“, schwärmte dann auch ein begeisterter Fan aus den Niederlanden, „wo King King schon eine ganz große Nummer sind“.

(Weiterlesen: Ellen Foley präsentiert Rockshow in Twist)

Ohne Pause brachten die vier Musiker ein elektrisierendes, 90-minütiges Rockspektakel auf die Heimathausbühne. „Let Love In“ hieß es in der Zugabe. Das haben King King geschafft, denn sie erneuerten bei den begeisterten Konzertbesuchern an diesem Samstagabend die Liebe zur guten, alten handgemachten Rockmucke allemal.


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