16.11.2016, 12:00 Uhr

Auch Trainer-Kontrakte enden Beim SV Meppen laufen im Sommer 15 Verträge aus

Auch die Verträge von Trainer Christian Neidhart (r.) und Ko-Trainer Mario Neumann laufen am Saisonende beim SV Meppen aus. Foto: ScholzAuch die Verträge von Trainer Christian Neidhart (r.) und Ko-Trainer Mario Neumann laufen am Saisonende beim SV Meppen aus. Foto: Scholz

Meppen. Vor den Verantwortlichen des SV Meppen liegt eine neue Herkules-Aufgabe. Denn nur acht Fußballer verfügen bereits über Verträge für die neue Saison. Die Kontrakte von 13 Spielern, darunter auch Leistungsträger, und vom Trainerteam enden am 30. Juni 2017.

Trainer Christian Neidhart hat dem Verein geraten, sich insbesondere frühzeitig um die starken Fußballer wie etwa Mirco Born zu kümmern. Der 22-Jährige war zu Beginn der vergangenen Saison von Hertha BSC Berlin II gekommen. Während der Ausbildung beim niederländischen Ehrendivisionär FC Twente Enschede schien der ehemalige Jugendnationalspieler lange auf dem Weg Richtung Profifußball, doch dann stagnierte die Entwicklung. Über Viktoria Köln mit Trainer Claus-Dieter Wollitz und die Hertha-Talentschmiede fand der aus Rütenbrock stammende Sportler, ein Neffe des ehemaligen Zweitligaspielers Dietmar Sulmann, den Weg zurück ins Emsland. Hier brauchte er ziemlich genau ein Jahr, um sich wieder in Top-Verfassung zu präsentieren. Mit Marius Kleinsorge bildet Born die Offensiv-Flügelzange, die wichtiger Bestandteil des Meppener Spiels ist. Anders als Born verfügt Kleinsorge, für den der Weg vom Drittligisten SV Wehen Wiesbaden zurück in die Regionalliga einen Sprung in seiner sportlichen Entwicklung bedeutete, noch über einen Vertrag bis 2018. Beide haben in Meppen den Spaß am Fußball wieder entdeckt.

Entwicklungssprung in Meppen

Born, der wegen einer Rotsperre drei Partien fehlte, hat in der aktuellen Saison bereits sieben Treffer erzielt und elf vorbereitet. Ein Top-Wert, der den Beobachtern der (höherklassigen) Konkurrenz kaum entgangen sein dürfte. Allerdings weiß Born, dass er seinen Entwicklungssprung auch dem Meppener Trainerteam und der Mannschaft verdankt.

Girth ersetzt Alawie nahtlos

Auch der neue Torjäger Benjamin Girth ist nur bis Saisonende an die Blau-Weißen gebunden. Der 24-jährige gebürtige Magdeburger hat Muhamed Alawie, den SVM-Goalgetter der vergangenen Saison, nahtlos ersetzt. Alawie war im Sommer den sportlichen und finanziellen Anreizen von Eintracht Tier gefolgt. Für die Rheinland-Pfälzer traf er zwölf Mal, doch sein Ex-Klub aus dem Emsland steht deutlich besser da als die Eintrachtler auf Abstiegsrang 18 der Regionalliga Südwest mit nur 22 Toren.

Noch kein komplettes Team

Nach aktueller Vertragslage könnte der SVM in der neuen Saison nicht einmal eine komplette Mannschaft auf das Feld schicken. Kontrakte haben Torwart Jeroen Gies, in der Abwehr Janik Jesgarzewski und David Vrzogic, im Mittelfeld Thorben Deters, Thilo Leugers und Mannschaftskapitän Martin Wagner sowie die Angreifer Max Kremer und Marius Kleinsorge. Innenverteidiger Dennis Geiger, der wie Jens Robben über eine Option, verfügt, zählt Sportvorstand Heiner Beckmann schon zum künftigen Aufgebot. „Wir müssen nur noch mal miteinander reden.“

Mit Neidhart an die Spitze

Auch die Meppener Trainerbank wäre nicht besetzt. Der Vertrag von Christian Neidhart endet 2017 nach vier, der von Ko-Trainer Mario Neumann nach zwei Jahren. Neidhart hat sich in Meppen einen Namen gemacht. Er führte den SVM aus dem unteren Mittelmaß in die Riege der Topteams und jetzt sogar an die Spitze der Regionalliga. Er hat etwas aufgebaut. Mit ihm schaffte der SVM über den Landespokal 2015 nach genau 16 Jahren wieder die Qualifikation für den DFB-Pokal. In der aktuellen Saison sorgte der 48-jährige A-Lizenz-Inhaber mit dem Team für einige Bestmarken. Am Wochenende sicherten sich die Blau-Weißen vorzeitig die Herbstmeisterschaft. Neidhart hat in den letzten Jahren ein glückliches Händchen bei der Verpflichtung neuer Spieler gehabt. Er dürfte schon an den Vorplanungen zur nächsten Serie beteiligt gewesen sein.

Beckmann will Gespräche intensivieren

Beckmann will die Gespräche über Verträge mit Spielern und Trainerteam gleichzeitig ab sofort intensivieren. Mit einigen Akteuren habe es lockere Vorgespräche gegeben. Auch wenn er weiß, dass der Meppener Erfolg bei anderen Klubs Begehrlichkeiten weckt, will er das Gros des Kaders zusammenhalten. „Die Truppe ist gut und sie funktioniert.“

Veränderungen beim Unterbau

Veränderungen sind in der neuen Saison beim Unterbau geplant, also der Mannschaft aus der Bezirksliga. Beim sogenannten Nachwuchsteam sollen vor allem junge Talente eine Chance erhalten. Wenn alles klappt, dürfte ihnen der eine oder andere erfahrene Spieler zur Seite stehen. Alo Weusthof, der Sportliche Leiter des Jugendleistungszentrums Emsland und Trainer der A-Junioren, sieht die künftige Mannschaft als Sprungbrett für Talente, die in der Ersten eine Rolle spielen könnten – insbesondere solche, die aus der U19 kommen. Der Coach empfiehlt Neidhart und Neumann schon jetzt Spieler aus seinem Kader, die bei Einheiten des Regionalligisten mitmachen.

Zuletzt hat das Nachwuchsteam mit Spielern aus der Ersten, der Zweiten und der U19 im Test gegen den Grafschafter Kreisligisten Uelsen eine ordentliche Vorstellung gezeigt. Das Tor des Tages erzielte Lukas Sellere nach feiner Kombination mit Julian Püschel.


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