13.11.2016, 18:00 Uhr

Breiter Widerstand Stadt Lingen lehnt Modehaus-Erweiterung in Schapen ab

Auch die Gemeinde Salzbergen hat sich gegen die Erweiterung des Modehauses Schulte in Schapen ausgesprochen, weil sie Nachteile für den eigenen Einzelhandel befürchtet. Foto: Ludger JungeblutAuch die Gemeinde Salzbergen hat sich gegen die Erweiterung des Modehauses Schulte in Schapen ausgesprochen, weil sie Nachteile für den eigenen Einzelhandel befürchtet. Foto: Ludger Jungeblut

Lingen. Die Stadt Lingen lehnt eine Erweiterung des Modehauses Schulte in Schapen strikt ab. Das hat Oberbürgermeister Dieter Krone auf Anfrage der Redaktion betont. Auch andere Kommunen in der Region sind gegen das Vorhaben.

Krone: „Bereits heute verfügt das Modehaus Schulte über eine Gesamtfläche von 4000 Quadratmetern. Zum Vergleich: Die Einkaufsmall ,Lookentor‘ hat mit 50 Geschäften rund 12.400 Quadratmeter Verkaufsfläche und circa 1000 Quadratmeter Gastronomiefläche“. Hauptargument gegen das Bauvorhaben sei, dass diese Entwicklung dem sogenannten Zentralitätsgedanken deutlich widerspräche. Die Samtgemeinde Spelle sei nach dem Landesraumordnungsprogramm ein reines Grundzentrum. Die Gemeinde Schapen selbst habe sogar keinerlei überörtliche Funktionen und solle lediglich die Angebote des täglichen Bedarfs (zum Beispiel Lebensmittel, kleine Einzelhandelsgeschäfte) vorhalten.

Krone: Zulasten des Einzelhandels in Lingen

Die Erweiterung des Modehauses gehe aber weit darüber hinaus, erklärte Krone: „Angebote wie diese sind laut Raumordnung ausdrücklich Mittelzentren wie der Stadt Lingen vorbehalten und gehören dort auch hin.“ Eine Expansion des Modehauses Schulte hat seiner Ansicht nach zudem erhebliche Auswirkungen auf den Einzelhandel in Lingen: „Die Erweiterung würde eindeutig auch zulasten unserer inhabergeführten Einzelhändler gehen.“

„Erweiterung ist lediglich dem Interesse des Eigentümers geschuldet“

Der Salzbergener Bürgermeister Andreas Kaiser bezeichnete es als befremdlich, dass zum wiederholten Male versucht werde, entgegen eines im Jahr 2000 gefundenen Kompromisses das Modehaus Schulte erneut zu erweitern. Kaiser: „Die Erweiterung ist lediglich dem Interesse des Eigentümers geschuldet. Dieses ist allerdings raumordnerisch keine ausreichende Begründung. Im Gegenteil ist weiterhin offensichtlich, dass es bei der Erweiterung immer noch um die Expansion zulasten von Einzelhandelsbetrieben in geschützten zentralen Versorgungsbereichen geht.“ Eine erneute Erweiterung würde insbesondere auch den Zentralen Versorgungsbereich Salzbergens beeinträchtigen, der gerade erst durch ein Einzelhandelskonzept für die Gemeinde – auch unter Beteiligung der Nachbarkommunen – raumordnerisch festgelegt wurde.

Stadt Freren will Einzelhandel stärken

Mit Blick auf die schwierige Situation des Einzelhandels in der Samtgemeinde Freren wendet sich auch Samtgemeindebürgermeister Godehard Ritz gegen die Erweiterungspläne in Schapen. „Die Stadt Freren als Grundzentrum der Samtgemeinde ist seit Jahren bemüht, ihre zentralörtliche Handelsfunktion aufrecht zu erhalten beziehungsweise auszubauen.“ Der Bereich Textil stelle dabei eine große Herausforderung dar. Auch aufgrund der Bestandssituation in den Nachbarschaften sei es seit Jahren nicht möglich, innerhalb des eigenen Samtgemeindegebietes eine die Kaufkraft entsprechende Flächenbelegung vorzuhalten.


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