24.10.2016, 17:08 Uhr

Internationale Tagung in Sögel 70 Falkner gehen im nördlichen Emsland auf Jagd

Im Zuge der Falknertagung in Sögel werden Falkner mit ihren Habichten auch in Revieren im nördlichen Emsland auf Jagd gehen. Foto: Nagel/dpaIm Zuge der Falknertagung in Sögel werden Falkner mit ihren Habichten auch in Revieren im nördlichen Emsland auf Jagd gehen. Foto: Nagel/dpa

Sögel. Zum Schauplatz für die Beizjagd und die internationale Tagung des Deutschen Falkenordens (DFO) werden ab Mittwoch, 26. Oktober 2016, Sögel und der Hümmling. Rund 300 Falkner erwarten die Organisatoren zu der Tagung, etwa 70 von ihnen werden auch ihre Falken, Habichte und Adler dabei haben.

Wie der Mitorganisator der Tagung, Falkner Heiner Hackstedt aus Werlte, auf Anfrage unserer Redaktion erklärte, endet die Tagung am Sonntag, 30. Oktober, ab 14 Uhr mit dem sogenannten Falknertag auf Schloss Clemenswerth. Bis dahin bestimmen aber die verbandsinternen Dinge das Geschehen. So werden Falkner, die mit ihren Vögeln anreisen, am Donnerstag, Freitag und Samstag in der hiesigen Region auch zur Jagd gehen. „Etwa 90 Reviere im nördlichen Emsland und im weiteren Umkreis sind von ihren Pächtern dafür zur Verfügung gestellt worden“, berichtet Heiner Hackstedt, der im Vorfeld und während der Tagung für die Organisation und den reibungslosen Ablauf verantwortlich zeichnet.

20 Gruppen starten in die Reviere

Hackstedt hat die Falkner in insgesamt 20 Gruppen zu je drei oder vier Vögel aufgeteilt. Zudem sind die Gruppen in vier Sparten aufgeteilt. Laut Heiner Hackstedt gibt es drei Krähengruppen. Dabei handelt es sich um Falken und Habichte, die ausschließlich Krähen jagen. Die beiden sogenannten Anwartergruppen jagen mit ihren Falken nur Fasane und Enten. Die vier Adlergruppen haben es dagegen auf Hasen und Füchse abgesehen. Die größte Sparte bilden die elf Habichtgruppen, die vor allem Kaninchen bejagen.

Insgesamt zählt der Deutsche Falkenorden rund 1600 Mitglieder. Diese kommen nach Angaben des Landesverbandsvorsitzenden Ulf Voß aus Rastede aus allen Bundesländern aber auch weiteren europäischen Ländern und selbst aus Übersee. Wie Voß auf Anfrage unserer Redaktion erklärte, werden zu der Tagung in Sögel auch Gäste aus den USA, Kanada, Brasilien, Spanien und England erwartet. Aber selbst aus dem Scheichtum Abu Dhabi auf der arabischen Halbinsel wird ein Gast erwartet: die Tierärztin Dr. Margit Müller. Sie leitet in der Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate das Falken-Hospital. Sie hält am Donnerstagabend auf der Tagung des DFO einen Festvortrag über die Entwicklung der hoch spezialisierten Klinik.

Schautag am Sonntag mit Flugvorführungen

Für Ulf Voß, der in Sögel einer von vier Tagungsleiter sein wird, dient die insgesamt fünftägige Veranstaltung zum einen den internen verbandlichen Themen und der Kontaktpflege, aber zum anderen eben auch der Jagd und damit verbunden der Öffentlichkeitsarbeit für die Falknerei. Dazu diene insbesondere der Schautag am Sonntag von 13 Uhr bis etwa 15 Uhr auf Schloss Clemenswerth, mit den Flugvorführungen, die gegen 14 Uhr beginnen. „Wir wollen dann auch Rechenschaft gegenüber der Öffentlichkeit ablegen. Man kann uns da gerne Löcher in den Bauch fragen“, wollen die Falkner laut Voß Transparenz schaffen für eine Art der Jagd, die schon eine Jahrtausende währende Tradition besitze.

Mit besonderer Spannung blickt er deshalb im November nach Addis Abeba in Äthiopien. Dort tagt die UNESCO und hat laut Voß unter anderem darüber zu befinden, ob auch die Deutsche Falknerei auf die Liste des immateriellen Weltkulturerbes genommen wird. „Das wäre dann der Ritterschlag für die Falknerei hierzulande.“


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