02.02.2016, 11:08 Uhr

Hermann Weller verabschiedet Sögel: Ein unkonventioneller Feuerwehrführer geht von Bord

Mit einer „Clemenswerther Lampe“ bedankte sich Samtgemeindebürgermeister Günter Wigbers (rechts) beim scheidenden Gemeindebrandmeister Hermann Weller und seiner Ehefrau Waltraud. Foto: BrandMit einer „Clemenswerther Lampe“ bedankte sich Samtgemeindebürgermeister Günter Wigbers (rechts) beim scheidenden Gemeindebrandmeister Hermann Weller und seiner Ehefrau Waltraud. Foto: Brand

Sögel. Nach mehr als 46-jähriger Dienstzeit in der Feuerwehr, davon fast 40 Jahre in leitender Funktion, ist der Gemeindebrandmeister der Samtgemeinde (SG) Sögel, Hermann Weller, nun feierlich verabschiedet worden. SG-Bürgermeister Günter Wigbers dankte dem „unkonventionellen und immer wieder überraschenden Feuerwehrführer“ für seine Arbeit.

Die Verabschiedung, die mit Wellers Vollendung des 63. Lebensjahres zusammenfiel, wurde im Sögeler Feuerwehrhaus gefeiert. Die Gestaltung der Feierlichkeit, die er selber mit inszeniert hatte, war ganz nach dem Geschmack des scheidenden Feuerwehrführers: Er ließ sich mit dem Feuerwehroldtimer in einer Korso-Fahrt von zu Hause abholen und wurde dann vor dem Feuerwehrhaus mit einem Fackelspalier empfangen. Berichterstatter eines regionalen Fernsehsenders und des Feuerwehrjournals aus Hannover durften nicht fehlen, als SG-Bürgermeister Wigbers neben der Familie, Freunden und den örtlichen Feuerwehren auch Brand- und Polizeidirektoren, Kreisbrandmeister und Abschnittsleiter, Staatsanwalt, Gerichtsmediziner, Pastöre sowie Vertreter des Landkreises und der Gemeinde zur Verabschiedung des Gemeindebrandmeisters begrüßte.

Viel für den Ausbau der Feuerwehr geleistet

Der SG-Bürgermeister hob hervor, dass Weller bereits 1969 in die Feuerwehr eingetreten sei und von 1976 bis 2015 das Amt des stellvertretenden beziehungsweise des zweiten stellvertretenden Ortsbrandmeisters in Sögel innehatte. Die Samtgemeindefeuerwehren leitete er seit 2003. „Hermann kann nervend sein, ist unkonventionell und immer für eine Überraschung gut“, sagte Wigbers. Er bescheinigte ihm aber auch, sehr viel für den Aufbau- und Ausbau des Feuerwehrwesens geleistet zu haben. Die Samtgemeinde sei ihm dankbar für seinen unermüdlichen ehrenamtlichen Einsatz, den Ehefrau Waltraud jederzeit unterstützt habe. Als Geschenk überreichte Wigbers dem Feuerwehrruheständler eine Stehlampe mit Clemenswerth-Motiven. Weller werde nunmehr gemäß den Feuerwehrvorschriften der Altersabteilung angehören.

Bei fast allen Einsätzen vor Ort gewesen

„Du bist über die Grenzen des Kreises und des Landes bekannt und hast im Vorstand des Kreisfeuerwehrverbandes erfolgreich mitgewirkt“, sagte Abschnittsleiter Gerd Köbbe aus Werlte. Wellers designierter Nachfolger Heinz Lückenjans betonte, dass Hermann Weller auf Samtgemeindeebene vor allem auch im Bereich des Sprechfunks tiefe Spuren hinterlassen habe. Bei fast allen Einsätzen der Samtgemeindewehren sei er vor Ort gewesen.

Mischung aus Börne und Thiel

Der Sprecher der Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes (vfdb), Kreisbrandmeister Thomas Wienecke, berichtete von Wellers fachkundiger Mitarbeit. Mit Blick auf dessen Mitwirkung bei der Gerichtsmedizin und Tatortermittlung bei der Polizei bezeichnete Wienecke Weller als eine Mischung aus Börne und Thiel aus dem Münsteraner Tatort. Der Sögeler Pfarrer und Notfallseelsorger Bernhard Horstmann dankte Weller für seine Sorge um den seelischen Schutz in der manchmal harten Feuerwehrarbeit.

In seinem Schlusswort bestätige Hermann Weller, dass ihm die Arbeit in der Feuerwehr immer sehr viel Spaß gemacht habe. Sein Beruf bei der Bundeswehr habe es ihm möglich gemacht, sich vielen anderen Themen zu widmen. Er werde künftig nicht nur der Gerichtsmedizin und der Polizei, sondern auch der Feuerwehr im Rahmen der Möglichkeiten zur Verfügung stehen.


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