25.01.2016, 11:33 Uhr

Vierstündiges Sitzungspotpourri Sögel, wie es singt und lacht


Sögel. In Sögel ist die karnevalistische Zeit in vollem Gange. In einem knapp vierstündigen Sitzungspotpourri bot die Kolpingkapelle mit einem gelungenen Mix von bewährten und einigen jungen Akteuren dem Publikum ein besonderes närrisches Spektakel.

Der Präsidentenwechsel klappte reibungslos und dem Narrenvolk im Saal des Clemenswerther Hofs wurde richtig eingeheizt. Am kommenden Wochenende (Freitag und Samstag jeweils 20 Uhr) geht das karnevalistische Treiben noch zweimal über die Bühne. Einige Karten sind noch erhältlich.

Voll besetzter Saal

In „Lucky’s“ voll besetztem Saal animierten die Kolpingkapelle unter ihrem Dirigenten Hans Hanekamp und die vielseitigen KKS-Akteure das Publikum zu wahren Begeisterungsstürmen. Der neue Sitzungspräsident Johannes Lake führte mit humoristischen Beiträgen durch das Programm – „Sögel, wie es singt und lacht!“

Prinz Wolfgang I. (Wind), der dem Narrenvolk zusammen mit seiner „Lieblichkeit“ und Ehefrau Petra seine Aufwartung machte, hatte den Elferrat aus der Damenschießgruppe des Schützenvereins Sögel bestellt.

Ein Feuerwerk der guten Laune

Zur Einstimmung und zum Einmarsch brannten drei Neulinge ein Feuerwerk der guten Laune ab. Michael (Mielke), Leon (Steuber) und Nils (Müller) traten als Größen des Musikantenstadls auf. Für ein weiteres humoristisches „Warm up“ auf Platt sorgten die Bauarbeiter Ruth und Wolle (Ruth Bramlage und Wolfgang Wind).

Der „Turmfalke“ von St. Jakobus schlug wieder richtig zu und pickte mit spitzem Schnabel. Diakon Burkhard Becker analysierte das muntere Treiben rund um den Sögeler Kirchturm. Aus herausgehobener Position bewies er „Weitblick“: „Es fährt ein Zug nach Nirgendwo!“, brachte er den geplanten Ausbau der Bahnstrecke von Sögel nach Werlte auf den Punkt.

Bürgermeisterin mit Jagdschein

Den Raubvogel plagte weniger die Angst vor Jägern. Aber eins ist für ihn klar: Bürgermeisterin Irmgard Welling legte die Jägerprüfung ab, um bei der Treibjagd auf der richtigen Seite zu stehen.

Original „Ohrlheid“ (Waltraud Struckmann) verbreitete Stimmung mit plattdeutschen Lach- und Sachgeschichten rund um ihren Mann Jan mit „sine dicke Buk“. Irmgard Schnur, Verwandlungskünstlerin mit jährlich neuen Gesichtern, brachte als „La Signora“ Schwung in die Bude: natürlich auf Platt, als Tourett-Tänzerin und fabelhafte Komödiantin. Beim Comedy-Duo „Die Dry lustigen Zwei“ mit Helmut Benten und Gitarrist Johannes Mielke konzentrierte sich wieder alles auf das Zusammenspiel von Mann und Frau. Zungenbrecherisch war das Lied vom Saunaschwitzverein, das das Publikum beim Mitsingen ins Stolpern brachte.

Schwungvolle Zugabe

Ein musikalisches Highlight lieferten „Ferkel Freddy“ alias Luis Hinrichs zusammen mit Gitarrenvirtuose „Gonzales“ (Marc-Joel Schmidt) ab. Probleme, die Jugendliche so haben, spiegelten sich in ihren Liedern: „Ich trau mich nicht!“ und „Warum nicht?“. „Dabedabda“ gab es als schwungvolle Zugabe.

„Angenehm Miels“ mit Johannes Lake und Johannes Mielke sind immer für Neues und Besonderes. Das Duo verbreitete Entspannung pur: Joga – mal ganz anders.

Zum 25. Mal stand der Männerchor „Leicht und Cross“ mit A-Cappella Präsentationen auf der Sögeler Karnevalsbühne. Dirigentin Frauke Sparfeldt hatte wieder etwas ganz Besonderes arrangiert. Als Mönche in Kutte bereiteten sie sich mit dem Choral „Domino“ ihren eigenen Aufmarsch auf die Bühne. Es folgte „Der Mann, der keine Beatbox konnte“ mit Solist „Powie“ Wilhelm Meyer. Einmalig die Perkussion mit Werkzeugkisten als Zugabe der gestandenen Männer.

Stürmischer Beifall

KKS-Urgestein Bernhard „Bulti“ Bultmann wieder mit Geigenspieler „Ralphi“ Schmidt boten Durchdachtes musikalisch serviert: „Komplizierte Verwandtschaftsverhältnisse“ und „Büffel im Heim“. Zuvor gaben sie den musikalischen Rahmen für die Verabschiedung des bisherigen Präsidenten Stephan Schmees mit seinem „Manager“ Wilhelm „Powie“ Meyer. Stürmischer Beifall brauste für langjährigen „Motoren“ des Sögeler Karnevals auf.

Schon eine feste KKS-Größe mit Top-Gesang und -Klang stellen inzwischen „Hannes Rock & Tobias Roll“ (Johannes Hanekamp und Tobias Büter) dar. Das Duett für Mann und Frau: „Wir kommen nie zusammen“ (wie sich ein Sögeler und Werlter gegenüberstehen), „Guacamole“ und „Zügel deine Wut“ begeisterten das Publikum.

Gut abgestimmt, variiert, ausdauernd und hinreißend präsentierte sich das KKS-Tanzballett, das dem Publikum in zwei Blöcken klassisch mit Narrhalla-Marsch und schwungvoll rockig so richtig einheizte.


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