01.02.2015, 19:48 Uhr

Rundum gelungene erste Sitzung Karneval in Sögel auf dem Siedepunkt


Sögel. In Sögel hat das närrische Treiben am Wochenende wieder den Siedepunkt erreicht. In einem bunt gemischten gut vierstündigen und rundum gelungenen Programm im voll besetzten Saal des Clemenswerther Hofes zeigten die Akteure eine spektakuläre Show aus Musik, Comedy, Tanz und Büttenschnack. Am kommenden Freitag und Samstag, jeweils ab 20 Uhr, geht das Sitzungsprogramm „Sögel, wie es singt und lacht!“ der Sögeler Kolpingkapelle weitere Male über die Bühne.

Lokale Politprominenz begleitete wieder traditionell den Sitzungsstart. Die Kolpingkapelle mit ihrem versierten Dirigenten Hans Hanekamp und die vielseitigen Akteure begeisterten das Publikum. Sitzungspräsident Stefan Schmees führte in gekonnter Art, gewürzt mit vieldeutigen Sprüchen, durch die Sitzung, die von der Kolpingkapelle Sögel vielseitig gestaltet wurde.

Nach gewohnt schwungvoller musikalischer Aufwärmung gab Kaplan Marco Risse als „Jacko der Hahn“ seinen Einstand. Rund um den Kirchturm gab es reichlich zu berichten. Der neue Präses zeigte sich aber auch selbstkritisch: „Schwarz ist die Farbe der Kleriker, da Weiß die Farbe der Unschuld ist.“ Für Humor „up platt“ sorgten einmal mehr die Bauarbeiter Ruth und Wolle (Ruth Bramlage und Wolfgang Wind) in perfekter Weise. Das Für und Wider der Brunnenanlage auf dem neuen Marktplatz wurde analysiert. „Wolle“ nutzt den Springbrunnen zur Treckerunterbodenwäsche. Und weiter: „Während ein Hotel in 1a-Lage am zweiten Markt in Planung ist, bleibt der Edeka-Markt in Friedhofsnähe und bietet Lagermöglichkeiten für Urnen im Keller.“

Gemeindedirektor Günter Wigbers bekam dann auch noch von „use“ „Ohrleid“ (Waltraud Struckmann) auf Platt sein Fett weg. Sie verpasste ihm eine Badehose mit Tigermuster fürs Waldbad, um nicht ganz blank zu stehen. Irmgard Schnur, Verwandlungskünstlerin mit jährlich wechselnden Gesichtern, kämpfte als „Traudel Welke-Schön“ mit dem Älterwerden. Von Gitarristin Marion Graf begleitet, gab es in gekonntem Platt allerhand Lebensweisheiten.

Beim Comedy-Duo „Die Dry lustigen Zwei“ mit Helmut Benten und Gitarrist Johannes Mielke konzentrierte sich wieder alles auf das Zusammenspiel von Mann und Frau. Nach Liedern wie „Die Harmonie“ und „Tiertransportromantik“ wurden „Beifallsraketen“ gestartet.

Einen Höhepunkt lieferten „Ferkel Freddy“ alias Luis Hinrichs und sein Gitarrenvirtuose „Gonzales“ (Marc-Joel Schmidt). Das Erwachsenwerden signalisierten sie in ihren Liedern „Probleme, die wir früher noch nicht hatten“ und „Ja, Schatz“. Der Männerchor „Leicht und Cross“ mit A-cappella-Präsentationen unvergleichlicher Charakteristik ist aus dem Sögeler Karneval nicht wegzudenken. Dirigentin Frauke Sparfeldt hatte wieder kernige Lieder mit „Let her go“ auf Platt („let her gau“), „Sägewerk aus Bad Segeberg“ und mit Greisenmaske „Böse, böse Rückenschmerzen“ eingeübt.

Nach einem Jahr Pause überraschte „Biggen Bernd“ (Bernhard Hinrichs) das Publikum zusammen mit seinem Bruder Clemens als Anni. Karneval-Urgestein Bernhard „Bulti“ Bultmann lieferte mit Geigenspieler „Ralphi“ Schmidt wieder musikalische Leckerbissen: „Die Grünen sind schuld“ und „Komm zur Marine“.

Deutlich gereift, abgestimmt, ausdauernd und hinreißend präsentierte sich indes das Tanzballett der Kolpingkapelle Sögel.


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