12.08.2014, 17:45 Uhr

Wigbers erhebt schwere Vorwürfe Private Realschule Börger als Ersatzschule anerkannt

Die Realschule der Freien Schulgesellschaft Hümmling ist als Ersatzschule anerkannt worden. Foto: Hermann HinrichsDie Realschule der Freien Schulgesellschaft Hümmling ist als Ersatzschule anerkannt worden. Foto: Hermann Hinrichs

Börger. Die private Realschule der Freien Schulgesellschaft Hümmling (FSH) in Börger ist von der Landesschulbehörde als Ersatzschule anerkannt worden. Damit für die Bildungseinrichtung zugleich der Weg frei, in den Genuss von Finanzhilfen des Landes zu kommen. Das teilte die Meppener Rechtsanwaltskanzlei Hamacher, Dröge und Kollegen am Dienstag mit.

„Damit ist der Betrieb der freien Realschule Hümmling dauerhaft gesichert“, so die Kanzlei, die die FSH in dem Verfahren vertreten hat. Die Startphase musste die Schule allerdings aus eigener finanzieller Kraft bewältigen. Sie startete zum Schuljahr 2011/2012 mit dem Unterricht und erhielt nun die im Dezember vergangenen Jahres beantragte Anerkennung als Ersatzschule nach dem Niedersächsischen Schulgesetz. Das bedeutet zugleich eine Bestätigung für die Schule, dass sie in der Qualität ihrer Arbeit, hinter öffentlichen Schulen nicht zurückzusteht – und das dauerhaft.

Ausgelöst hatte die Gründung der FSH die Samtgemeinde, die vor Jahren mit ihrem eingeschlagenen schulpolitischen Kurs für Unmut in Börger gesorgt hatte und damit die Bemühungen der Gemeinde in Gang brachte, eine eigene Realschule zu gründen. In der Folge kam es zum Bruch zwischen Börger und der Samtgemeinde, die insbesondere Unregelmäßigkeiten in der Finanzierung des neuen Realschulgebäudes beanstandet hatte.

SG-Bürgermeister Günter Wigbers zeigte sich auf Anfrage froh darüber, „dass wir im Sinne der Kinder und deren Eltern endlich Klarheit haben“. Ab sofort sei die private Realschule fester Bestandteil in der Schullandschaft der SG. Aber: „Börger allein wird mit aktuell sechs Kindern des neuen Einschulungsjahrgangs diese Bildungsstätte allerdings nicht halten können.“

Beispiellos bleibe der Fall dennoch. Steuergelder der Börgeraner Bürger seien in privates Vermögen umgewandelt worden. Landesschulbehörde und Ministerien, Staatsanwaltschaft und Gerichte hätten weggesehen und kommunalaufsichtlich notwendige Maßnahmen regelrecht verhindert. „Ich schäme mich dafür, dass unser Rechtsstaat hier bisher völlig versagt hat.“

Die Meppener Kanzlei ist sich indes sicher, dass mit der Anerkennung ein „solides Fundament“ für die Arbeit der einzigen noch existierenden Realschule im Nordkreis geschaffen worden ist.


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