25.02.2016, 20:02 Uhr

Familiengerechte Kommune Samtgemeinde Neuenkirchen strebt Zertifikat an

Wie familienfreundlich ist die Kommune? Das ist nur eine Frage, die die Samtgemeinde Neuenkirchen den Einwohnern in einer Online-Befragung stellt. Symbolfoto: dpa/ArchivWie familienfreundlich ist die Kommune? Das ist nur eine Frage, die die Samtgemeinde Neuenkirchen den Einwohnern in einer Online-Befragung stellt. Symbolfoto: dpa/Archiv

Neuenkirchen. Die Samtgemeinde Neuenkirchen will sich als „Familiengerechte Kommune“ zertifizieren lassen. Zurzeit befindet sie sich mittendrin im Verfahren. Der nächste Schritt ist eine Online-Bürgerbefragung.

Im Juni 2015 fasste der Neuenkirchener Samtgemeinderat den Beschluss, den Auditierungsprozess zu beginnen, um nach einem mehrstufigen Verfahren das von dem in Bochum ansässigen Verein „Familiengerechte Kommune“ entwickelte gleichnamige Zertifikat zu erhalten. Neuenkirchen ist nach Hagen a.T.W. die zweite Gemeinde im Landkreis Osnabrück, die sich diesem Audit unterzieht. Inzwischen ist auch die Kreisverwaltung in diesen Prozess eingestiegen.

Der Fokus der Betrachtung liegt dabei auf Familien. Es geht darum, ihre Bedürfnisse und Ansprüche, aber auch die Sorgen und Nöte einzuschätzen und die für sie notwendigen Leistungen in einer Kommune vorzuhalten. Der Familienbegriff ist dabei deutlich weiter gefasst und entspricht nicht nur dem traditionellen Bild aus „Vater, Mutter, Kind“: Alleinerziehende, Familien mit Migrationshintergrund, Familien, die den Spagat zwischen Berufstätigkeit, Kindererziehung und der Pflege kranker Angehöriger bewältigen müssen.

Unabhängiger Begleiter steht Kommune zur Seite

Zur Seite steht der Samtgemeinde ein Auditor, ein fachlich versierter, aber unabhängiger Begleiter, der einen Blick von außen auf die Kommune wirft. Dann werden sogenannte Handlungsfelder in den Blick genommen: „Familie, Arbeitswelt und Betreuung“, „Bildung und Erziehung“, „Beratung und Unterstützung“, „Wohnumfeld und Lebensqualität“, „Senioren und Generationen“.

Zunächst hat die Samtgemeinde Neuenkirchen eine Bestandsaufnahme bisheriger Angebote und Leistungen vorgenommen. Sie hat in diesem Ist-Zustand zum Beispiel aufgeführt, wie es mit Bildungs- und Betreuungsangeboten in Merzen, Neuenkirchen und Voltlage aussieht, wie es um Familiengerechtigkeit generell bestellt ist. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf war ein Aspekt, ebenso die Frage, welche Angebote es für die ältere Generation gibt.

Gemeinde legt künftige Schwerpunkte fest

In einem Strategieworkshop, an dem Vertreter aus Rat und Verwaltung, Jugendpflege, Kindertagesstätten, Schulen und Ehrenamt teilnahmen, ging es um künftige Bausteine, die zu mehr Lebensqualität für Familien beitragen könnten. Im Mittelpunkt stand die Frage, wo Entwicklungspotenziale liegen und wo die Gemeinde künftig Schwerpunkte setzen möchte.

Erste Ergebnisse gebe es schon, berichtet Samtgemeindebürgermeisterin Hildegard Schwertmann-Nicolay auf Anfrage unserer Redaktion. So würden einheitliche Betreuungszeiten an Schulen und Kindertagesstätten gewünscht, auch zentrale Orte der Beratung und Begegnung gehörten dazu. Zur Verbesserung des Wohnumfeldes und der Lebensqualität werde eine Verbesserung der Infrastruktur gefordert. Dazu zähle zum Beispiel der öffentliche Personennahverkehr.

Bürger werden befragt

„Um aber nicht an den Bürgern vorbeizuplanen, brauchen wir ihre konkrete Unterstützung“, so die Verwaltungschefin. Deshalb startet die Samtgemeinde Ende Februar eine Online-Bürgerbefragung, um Anregungen und Verbesserungsvorschläge zu erfahren. „Wir wollen wissen, wie zufrieden die Bürger mit der Samtgemeinde sind, wie sie die Wohn- und Lebensqualität vor Ort einschätzen und was zu verbessern wäre.“

Es gehe in der Umfrage aber auch um die Themen, die in den kommenden 20 Jahren für die Gemeinden Merzen, Neuenkirchen und Voltlage wichtig werden könnten. „Diese Befragung ist für die Bevölkerung eine Chance zum Mitgestalten“, hofft sie auf eine große Resonanz.

Befragt werden Einwohner zwischen 18 und 55 Jahren. „Das ist die Hauptzielgruppe.“ Die Online-Befragung endet am Sonntag, 20. März. Wer keinen Internetanschluss hat, aber mitmachen möchte, wendet sich an die Samtgemeinde Neuenkirchen, Telefon 05465/2010.

Zertifikat wird für Spätherbst erwartet

So geht es weiter: Nach der Auswertung der Umfrage und eines Workshops, in dem die Ziele letztlich vereinbart werden, ist voraussichtlich mit der Verleihung des Zertifikats zu rechnen. Im Anschluss startet die dreijährige Umsetzungsphase.

Die Online-Befragung ist über die Homepage der Samtgemeinde Neuenkirchen ( www.neuenkirchen-os.de ) und über www.projektumfrage.de/sg-neuenkirchen zu erreichen.


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