06.09.2013, 08:39 Uhr

Biogasanlage läuft seit 2009 Voltlager Matthias Pohlmann ist Land- und Energiewirt


Voltlage. Von der Straße aus ist sie nicht zu übersehen: Die Biogasanlage auf dem Hof Pohlmann am nördlichen Voltlager Ortsrand zieht mit den beiden großen Behältern sofort die Blicke auf sich.

Im Jahr 2009 hat Matthias Pohlmann, 33 Jahre alt, die Anlage gebaut. Sie ist als zusätzlicher Betriebszweig zum Ackerbau und zur Schweinemast gedacht, denn auf dem Hof leben zwei Generationen, die ihr Einkommen aus der Landwirtschaft erwirtschaften. Inzwischen hat Matthias Pohlmann den Hof von seinen Vater Friedrich übernommen.

Pohlmann betreibt die Biogasanlage in eigener Regie, ohne weitere Teilhaber oder Investoren. „Ich habe schon immer Interesse an Technik gehabt, auch an Biogas“, begründet der junge Landwirtschaftsmeister seine Entscheidung, einen Schritt in Richtung Energiewirtschaft getan zu haben. Da seine Anlage seit dem Jahr 2009 produziert, sind für ihn die Vergütungen aus diesem Jahr festgeschrieben, und zwar für die nächsten 16 Jahre, sagt er.

Betrieben wird die 500-Kilowatt-Anlage mit Maissilage sowie Gülle aus dem eigenen Schweinestall. Die werde durch eine Pipeline direkt in den Fermenter geleitet, erklärt Pohlmann. Durch die Gülle, in der noch eine Menge Energie steckt, kann der Anteil an Mais für die Biogasproduktion reduziert werden. Ein großer Teil des Maises, den Pohlmann für seine Biogasanlage benötigt, stamme aus eigenem Anbau, erklärt er. Etwa 20 Prozent kaufe er zu.

In diesem Jahr baut der Voltlager Landwirt zum ersten Mal Zuckerrüben an, die er in der Biogasanlage verwerten möchte. Die Züchtung von speziellen Sorten für diesen Zweck stehe noch am Anfang, erklärt er. In den Zuckerrüben sieht Pohlmann eine gute Alternative, mit der man der sogenannten Vermaisung der Landschaft, die von vielen Menschen kritisiert wird, entgegenwirken kann.

Einmal täglich werde die Biogasanlage gefüttert. „Im Prinzip muss man das so sorgfältig wie bei Tieren machen“, sagt Pohlmann. Zusammensetzung und Energiegehalt des Substrats müssen stimmen, denn sonst nimmt die Gasausbeute ab. „Man merkt das sofort, wenn etwas nicht in Ordnung ist.“ Die Maissilage lässt der Landwirt deshalb wie ein normales Futtermittel von der LUFA, der Landwirtschaftlichen Untersuchungs- und Forschungsanstalt, auf wichtige Inhaltsstoffe untersuchen.

Damit alles nach Plan läuft, wird die Anlage permanent durch einen Computer überwacht, auf dem Pohlmann alle wichtigen Daten auf einen Blick sieht. Der Computer steuert die Zufuhr der Gülle und der Maissilage, die aus einem vorgeschalteten Vorratsbehälter dem Fermenter zugeführt wird. Die Vergärung findet bei 40 Grad Celsius statt. Mit dem Gas werden zwei Blockheizkraftwerke beschickt, die aus dem Gas Strom produzieren. Mit der anfallenden Wärme beliefert Pohlmann die örtliche Schule, die Sporthalle, Gaststätten und auch einige Wohnhäuser.

Einen Markt für Biogasanlagen gebe es eigentlich nicht mehr, so Pohlmann, denn die Einspeisevergütung für neue Anlagen wurde reduziert, sodass neue Anlagen nicht mehr lohnen. Die alten Anlagen werden aber weiter bestehen, vermutet der Landwirt, denn funktionierende Anlagen mit Wärmenetz werde man wohl nicht abbauen. Das sogenannte Repowering sei derzeit ein Thema. Dabei gehe es um die Optimierung bestehender Anlagen und die Erhöhung der Effizienz. „Daran arbeitet man eigentlich ständig.“

Matthias Pohlmanns Wunsch an die Politik lautet: Den Vergütungssatz für die bestehenden Biogasanlagen stabil zu halten, denn immerhin haben Landwirte wie er aufgrund der politischen Zusagen viel Geld investiert. Vom Bauernmarkt in Voltlage erhofft sich Matthias Pohlmann, „dass die Besucher viele positive Eindrücke mitnehmen“.


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