25.11.2016, 07:30 Uhr

Interview mit Rita Grave 30 Jahre in Fürstenau für die Kinderkrebshilfe im Einsatz

Seit 30 Jahren engagieren sich Rita Grave und ihre drei Freundinnen in Fürstenau für die Kinderkrebshilfe. Archivfoto: Nele HermesSeit 30 Jahren engagieren sich Rita Grave und ihre drei Freundinnen in Fürstenau für die Kinderkrebshilfe. Archivfoto: Nele Hermes

Fürstenau. Weit über die Stadtgrenzen Fürstenaus ist die Kinderkrebshilfe bekannt. Wenn die vier Akteurinnen des Langzeitprojektes zusammen auftreten, wissen die Besucher von Märkten und Veranstaltungen, dass es um einen guten Zweck geht: die Unterstützung von Kindern mit Krebserkrankungen. Nun möchten sich Rita Grave, Brigitte Burbrink, Edeltraud Keller und Gisela Kemper gerne zurückziehen. Rita Grave verrät, wie alles angefangen hat, was ihr und ihrem Team wichtig ist und wie es mit dem Projekt vielleicht weitergehen könnte.

Frau Grave, wie kam es damals zu der Idee, sich für die Kinderkrebshilfe so stark zumachen?

Als meine Freundinnen und ich vor 30 Jahren mit unseren Kindern zusammen einen Spielkreis besuchten, nahm daran auch eine Mutter mit einem Kind teil, das an Nierenkrebs erkrankt war. Aus der Behandlung ihres Kindes am Klinikum Münster meldete uns die Mutter zurück, dass die medizinische Versorgung zwar gut sei, es aber sehr an einer guten Umgebung für die kleinen Patienten fehlte. Spielzeug, zusätzliche Angebote und einen Aufenthaltsbereich gab es beispielsweise damals noch nicht.

Wie sehr hat das Projekt Sie und Ihre Mitstreiterinnen denn in Anspruch genommen?

Eigentlich das ganze Jahr über. Jeder von uns hat so seine Schwerpunkte. Die eine backt viel, die andere kocht Marmelade ein, und ich stricke halt gern und gestalte Karten. Wir haben einen recht großen Teil unserer Freizeit investiert, aber das haben wir immer wieder gerne gemacht.

Was waren die schönsten Momente Ihrer Arbeit für Kinder mit einer Krebserkrankung?

Das Schönste ist es, zu sehen, wie direkt geholfen werden kann. Wir sind beispielsweise zum Kinderhospiz Löwenherz nach Syke gefahren und haben uns dort vor Ort angesehen, wie die Spendengelder verwendet werden. So etwas gibt uns das gute Gefühl, dass eine solche Arbeit gebraucht wird. Deswegen haben wir beispielsweise auch eine Anfrage der Deutschen Kinderkrebshilfe nicht angenommen, unter das Dach der großen Organisation zu schlüpfen. Das wäre uns zu anonym gewesen. Wir möchten selber sehen, was mit den Spenden geschieht, das ist wichtig.

Was wünschen Sie sich zur Frage, wie es mit der Kinderkrebshilfe in Fürstenau weitergehen soll?

Es gibt wohl Interessenten, die sich vorstellen können, das Projekt weiterzuführen. Das freut uns einerseits sehr, andererseits ist es aber auch wichtig, dass – wie bei uns – die Aufgabe auf mehrere Schultern verteilt wird. Das hat so gut funktioniert, weil wir uns lange und gut kennen und so eine enge Verbindung besteht. Das war immer eine sehr gute Voraussetzung dafür, dass das, was die Kinderkrebshilfe angeboten hat, auch gut angekommen ist.

Wenn Sie sich jetzt zurücknehmen, heißt das, dass Sie komplett „raus“ sind?

Sicher nicht. Das Projekt liegt uns sehr am Herzen. Wenn jemand anderes den Hut auf hat, stehen wir mit Rat und Tat zur Seite. Mit Tat heißt für mich übrigens auch, dass ich gerne auch weiter Socken stricke, dann vielleicht aber nicht mehr in jeder freien Minute an jedem Fernsehabend.


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