15.02.2016, 12:21 Uhr

Appell der Werbegemeinschaft Sperrung der L 102: Bippener Kaufleute gefrustet

Die L 102 könnte nach Reparaturarbeiten mit Einschränkungen wieder geöffnet werden.  Archivfoto: Peter SelterDie L 102 könnte nach Reparaturarbeiten mit Einschränkungen wieder geöffnet werden. Archivfoto: Peter Selter

Bippen. Der Frust sitze tief, schreibt die Bippener Werbegemeinschaft der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr. Besonders die Sperrung der L 102 müsse wieder aufgehoben werden, fordern die Kaufleute. Sie hoffen, dass es an diesem Mittwoch bei einem Ortstermin eine Lösung gibt.

Wie Dietmar Plagge, der Vorsitzende der Werbegemeinschaft, erklärt, unterstützten die Kaufleute zunächst einmal das Schreiben von Bippens Bürgermeister Helmut Tolsdorf an die Landesstraßenbaubehörde , der darum gebeten habe, die Behörde möge einen Ortstermin vereinbaren, um die Vollsperrung zwischen Bippen und Schwagstorf zu überdenken. Schließlich seien zahlreiche Geschäftsleute von der Vollsperrung wirtschaftlich empfindlich betroffen. Überdies habe das Forsthaus Maiburg an der L 102 nach der Sperrung im Dezember inzwischen geschlossen und sei verkauft worden.

Zusammenhang mit Verkehrsunfällen

Nach Ansicht von Dietmar Plagge war es ein Fehler, die L 102 ohne vorherige Zusatzmaßnahmen oder Einschränkungen als Umleitungsstrecke für die Bundesstraße in Fürstenau zu nutzen, die 2015 saniert worden sei. Angesichts der Schäden sei schnell klar gewesen, dass die schmale Straße dem Lkw-Verkehr in beiden Richtungen nicht gewachsen gewesen sei. Nun seien beidseitig die Bankette zerstört und um bis zu 40 Zentimeter weggedrückt worden. Reparaturen hätten im vergangenen Jahr nur unzureichend oder nicht stattgefunden.

Weiterhin verweist Dietmar Plagge darauf, dass die fünf schweren Verkehrsunfälle mit zwei Toten in der Zeit der Umleitungsphase möglicherweise auch mit dem desolaten Straßenzustand zusammenhängen könnten. Die Fahrzeuge seien von der Straße abgekommen und in den Straßenrand abgerutscht. Durch die Vertiefungen habe keine Chance bestanden, wieder auf die Straße zu gelangen. Ein Aufprall auf die dicht stehenden Bäume sei nicht zu vermeiden gewesen. „In diesen Konsens perfekter Koordination und professioneller Gefahrenbeurteilung passt folgerichtig dann auch die nächste Maßnahme mit einer Vollsperrung der L102, mittels auf die Straße gekippter Sandhaufen“, erklärt Dietmar Plagge in dem Schreiben an die Landesbehörde ironisch. Wahrscheinlich hätten sich die Behörden beispielsweise auch deshalb nicht damit auseinandergesetzt, ob die Vorgabezeiten für den Rettungswagen aus Schwagstorf wegen der Vollsperrung noch eingehalten werden könnten.

Behördliche Willkür

Eine angedachte Einbahnstraßenregelung ist nach Ansicht der Webegemeinschaft nicht zielführend, die L 102 müsse für Pkw in beide Richtungen befahrbar bleiben, ebenso gelte dies für den Anliegerverkehr, die Landwirtschaft und die Zulieferer der Anlieger. Darüber hinaus sei auch die zeitgleiche Vollsperrung der L 73 zwischen Bippen und Eggermühlen nicht hinnehmbar.

„Sie fügen unserer Wirtschaft, den Mitgliedern der Werbegemeinschaft, den Pendlern und Bewohnern vor Augen, dass behördliche Willkür sehr schmerzhaft und mit dem normalen Menschenverstand nicht nachvollziehbar ist“, heißt es abschließend in dem Schreiben. Die Kaufleute hofften nun, dass bei den Gesprächen am Mittwoch eine schnelle und für alle Seiten wirtschaftlich förderliche Regelung getroffen wird.

Unabhängig von den Ergebnissen plant die Werbegemeinschaft eine Umfrage in der Bevölkerung, um ein Stimmungsbild zu erhalten, wie Dietmar Plagge weiter berichtete. Gestellt werden sollten unter anderem Fragen zur Infrastruktur – also beispielsweise zum Wohnumfeld, zur Versorgungssituation (Stichwort Supermarkt) oder zum Straßenverkehr. Die Umfrage werde anonym erfolgen und solle nach Möglichkeit noch im März über die Bühne gehen, so Dietmar Plagge.


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