28.11.2015, 09:31 Uhr

Nicole Hesselmeyers Engagement Hilfe aus Fürstenau für die Elefanten Afrikas


Fürstenau. Weitgehend unbemerkt von der europäischen Öffentlichkeit findet derzeit ein Massensterben statt. In Afrika. In den Savannen. So haben Wilderer 2014 allein im tansanischen Ruaha-Nationalpark 12000 Elefanten abgeschlachtet. Nicole Hesselmeyer aus Fürstenau will sich damit nicht abfinden. Sie hat vier Patenschaften für verwaiste Elefantenbabys übernommen und engagiert sich im Verein „Rettet die Elefanten Afrikas“. Sie hofft auf noch viele Mitstreiter.

Majestätisch seien die Elefanten, klug seien sie, stark und einfühlsam zugleich, erzählt die 29-jährige Tierpflegerin, die gebürtig aus der Schweiz kommt, aber Anfang 2014 der Liebe wegen nach Fürstenau gezogen ist (Siehe Zur Sache). Mit den Dickhäutern, die dünnhäutig sein können, kennt sich Nicole Hesselmeyer wohl besser aus als viele andere Menschen. Seit ihrer Kindheit hat sie ein Faible für Elefanten. Angefangen habe alles mit einem kleinen Plüschtier, das sie als kleines Mädchen geschenkt bekommen habe, erzählt sie. Als sie dann einige Jahre später in einem Film gesehen habe, wie Wilderer echte Elefanten abgeschlachtet hätten, habe sie sich entschlossen, als Erwachsene den Tieren zu helfen.

Nur noch etwa 500 000 Tiere

Und tatsächlich ist heute jede Hilfe gefragt. Gab es um 1900 herum noch zehn Millionen Elefanten in Afrika, so sind es heute nach Schätzungen von Fachleuten noch etwa 500000 Tiere, die über den Kontinent ziehen. Jeden Tag sterben bis zu 100 Tiere – getroffen von den Kugeln der Wilderer und der kommerziellen Großwildjäger. Das Elfenbein der Tiere findet auf illegalen Märkten seine Abnehmer, von denen viele aus China kommen.

Wenn das alles so weitergehe, dann werde es in wenigen Jahrzehnten keine frei lebenden Elefanten mehr geben, sagt Nicole Hesselmeyer. Auch deshalb hat sie sich entschlossen, dem Verein „Rettet die Elefanten Afrikas“ beizutreten. Den hat der Hamburger Verleger Hans-Helmut Röhring unter anderen zusammen mit Otto Waalkes, dem Erfinder der Ottifanten, 1989 gegründet. Er arbeitet wiederum mit dem Elefantenwaisenhaus von Daphne Sheldrick in der Nähe von Nairobi zusammen. Die Engländerin, die mit dem Mitbegründer des Nationalparks Tsavo-Ost, David Sheldrick, bis zu dessen Tod 1977 verheiratet war, engagiert sich seit vielen Jahren für verwaiste Wildtiere. Besonders am Herzen liegen ihr Elefantenbabys.

Verein finanziert Scouts

Sie aufzuziehen ist eine Herausforderung. Bis zu einem Alter von vier Jahren sind die Tiere, die bis zu 80 Jahre alt werden können, weitgehend auf Muttermilch angewiesen. Anfänglich gelang es Daphne Sheldrick nicht, die verwaisten Elefanten durchzubringen. Mal war die Ersatzmilch zu fettig, mal zu mager. Die Waisen starben. Erst eine Mischung aus Babynahrung für Menschen und Kokosnüssen brachte die Wende.

Das Aufziehen der verwaisten Elefantenbabys ist verdienstvoll, doch löst es allein keine Probleme. Noch immer sei das Geschäft mit dem Elfenbein lukrativ, obwohl der Handel in fast allen Ländern verboten sei, so Nicole Hesselmeyer. Gier, Korruption und Skrupellosigkeit ermöglichten ihn dennoch. Ein Lichtblick sei immerhin, dass beispielsweise Kenia inzwischen ein generelles Jagdverbot erlassen habe und die Verantwortlichen nun feststellten, dass es finanziell viel lohnender und vor allen Dingen nachhaltiger sei, Fotosafaris anzubieten statt kommerzielle Großwildjagden, bei denen in Afrika pro Jahr von rund 18000 ausländischen Jägern mehr als 100000 Wildtiere getötet würden.

Neben dem Jagdverbot in Kenia tut sich auch sonst einiges. So finanziert beispielsweise der Verein „Rettet die Elefanten Afrikas“ in Malawi Scouts, die im Thuma- und Dedza-Salimia-Waldreservat patrouillieren, um Wilderern das Handwerk zu legen. Auch in Tansania unterstützt der Verein Patrouillen-Projekte.

Nächstes Jahr nach Kenia

Im nächsten Jahr nun wird Nicole Hesselmeyer nach Kenia fahren, um sich über die Arbeit vor Ort zu informieren. Unter anderem möchte sie das Elefanten-Waisenhaus von Daphne Sheldrick besuchen. Darauf freut sie sich schon.

Bis dahin gibt es noch einiges zu tun. So arbeitet Nicole Hesselmeyer in der Regionalgruppe Oldenburg des Vereins „Rettet die Elefanten Afrikas“ mit, die im Februar gegründet worden ist. Die wird unter anderem im kommenden Jahr beim Weihnachtsmarkt in Weener in Ostfriesland mit einem Infostand vertreten sein und dort zudem selbst hergestellte Armbänder verkaufen. Auch in Osnabrück könne sicher mal eine Aktion der Regionalgruppe stattfinden, so Nicole Hesselmeyer.

Kontakt und Infos: Hesselmeyer.feuz@hotmail.com


Wie kommt eine Schweizerin, die in St. Gallen als Tierpflegerin arbeitet, auf die Idee, nach Fürstenau zu ziehen? Natürlich der Liebe wegen. So trug es sich vor nicht allzu langer Zeit zu, dass Nicole Hesselmeyer – vormals Feuz – in einem kleinen Restaurant auf der Insel Teneriffa saß. Es war kaum noch ein Platz frei, was dazu führte, dass sich nach freundlicher Bitte der Fürstenauer Andreas Hesselmeyer und dessen Freund zu ihr an den Tisch setzten. Es war der Anfang einer Freundschaft, die schließlich zur Heirat und dem Umzug 2014 nach Fürstenau führte.

Inzwischen hat sich Nicole Hesselmeyer eingelebt. Zugleich hat sie festgestellt, dass es – abgesehen von den Bergen – weitere Unterschiede zwischen der Schweiz und Norddeutschland gibt. So gebe es im Raum Fürstenau viel mehr Wildtiere als in der Schweiz. Überdies sei die Massentierhaltung sehr ausgeprägt. In der Schweiz gebe es die kaum. Und dann sei da noch ein großer Unterschied. Im Gegensatz zur Schweiz gebe es in Norddeutschland kaum Schnee. Den vermisse sie sehr – vor allem jetzt in der anbrechenden Weihnachtszeit. „Für mich gehört der Schnee zum Weihnachtsfest einfach dazu“, sagt Nicole Hesselmeyer. Nur gut, dass die Schweiz nicht ganz so weit entfernt ist.

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