07.07.2008, 22:00 Uhr zuletzt aktualisiert vor

Unglaublich: 280 Kilometer gerollt

Da purzelt er: 24 Stunden rollten sich die Judoka aus Fürstenau auf diese Art und Weise ab – eine schweißtreibende Angelegenheit. Foto: Hendrik JohannemannDa purzelt er: 24 Stunden rollten sich die Judoka aus Fürstenau auf diese Art und Weise ab – eine schweißtreibende Angelegenheit. Foto: Hendrik Johannemann

Trotz müder Gesichter, blauer Flecken und lädierten Schultern – die Judoka waren glücklich, als sie ihren Weltrekordversuch unter dem Motto „Wir rollen nach Berlin“ anlässlich des 125-jährigen Bestehens der Spielvereinigung Fürstenau am Sonntag nach 24 Stunden beendeten. Beim 150. Geburtstag wird er bestimmt in der Chronik erwähnt.

Ihr Ziel, die Strecke von Fürstenau bis nach Berlin mit Judorollen zu bewältigen, verfehlte die Judosparte zwar knapp, doch das sei gar nicht ausschlaggebend, erklärte Spartenleiter Siegfried Gertel aus Voltlage. Immerhin hätten die mehr als 60 Teilnehmer es bis nach Brandenburg geschafft, also etwa 280 Kilometer Luftlinie. Auch das sei eine außergewöhnliche Leistung. Ob sie für einen Eintrag in das Guinness-Buch der Rekorde reicht, muss sich noch zeigen. Die Chancen stehen aber gut, wie Trainer Siegfried Gertel zum einmaligen Versuch erklärte. Allerdings waren keine offiziellen Richter auf dem Sportplatz an der IGS Fürstenau. Dafür zeichnete aber eine Kamera das Geschehen während der gesamten 24 Stunden auf. Das Video müssen die Judoka jetzt nur noch zu den Verantwortlichen schicken.

Die Idee zu der Aktion hatte Siegfried Gertel. Sie entstand bei den Planungen für das 125-jährige Bestehen des Vereins, das am Wochenende neben dem Weltrekord-Versuch über die Bühne ging (Bericht folgt). Da die Judosparte selbst auch ein kleines Jubiläum feiert – sie besteht seit 35 Jahren –, wagten sich die Verantwortlichen an das aufwendige und ehrgeizige Vorhaben.

Besonders froh waren Siegfried Gertel und Stellvertreterin Anita Pöppelmeyer aus Kettenkamp über die große Teilnehmerzahl. Die mehr als 60 Judoka im Alter von sieben bis 50 Jahren hätten sich unglaublich engagiert. Besonders die Teilnehmer, die schon längere Zeit gar nicht mehr im Verein aktiv seien, hätten Anerkennung für ihren Einsatz verdient. So ein Rekordversuch macht eben ungeahnte Kräfte frei.

Als die Stoppuhr nach 24 Stunden wieder stillstand, war es geschafft. 24 Stunden, in denen die Judoka die Zähne zusammengebissen haben, in denen sie schwitzten und rollten. Die Krönung: Die allerletzte Rolle absolvierte Bürgermeister Herbert Gans – als besonderes Zeichen der Anerkennung einer großen Leistung. Die Sportlerehrung der Judoka, die eigentlich erst am Nachmittag geplant war, nahm er bei dieser Gelegenheit gleich mit vor – auch eine sportliche Leistung. Und dann erhielt auch Siegfried Gertel seine Anerkennung für jahrelange engagierte Arbeit in der Abteilung. Ein weiterer Grund zur Freude.


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