20.04.2017, 19:01 Uhr

1,2 Millionen Euro Fördermittel Grünes Licht für Naturschutzzentrum in Rieste


Rieste. Die ehrgeizigen Pläne können jetzt umgesetzt werden: Der niedersächsische Umweltminister Stefan Wenzel überbrachte am Donnerstagnachmittag zwei Förderbescheide in Höhe von zusammen 1,223 Millionen Euro für den Umbau der stillgelegten Segelschule am Alfsee zu einem Naturschutz- und Bildungszentrum.

Wenzel bezeichnete die Fördermittel in Höhe von 790000 Euro für den Umbau und Sanierung der ehemaligen Segelschule unter energetischen Gesichtspunkten als einen „ guten Grundstein“. Ein zweiter Antrag der Samtgemeinde brachte für die von der Biologischen Station Haseniederung konzipierte Ausstellung zusätzlich 433000 Euro. Die Mittel stammen überwiegend aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE), 100000 Euro kommen aus Landesmitteln.

Anfangs zehn Prozent Übernachtungsgäste weniger, nannte Anton Harms, Geschäftsführer der Alfsee GmbH, zurückblickend. Grund seien nicht in erster Linie die eingeschränkten Wassersportmöglichkeiten im Zuge der Einrichtung eines EU-Vogelschutzgebietes, sondern vielmehr die Art, wie die Diskussion geführt worden sei. Früher habe allerdings allein der Alfsee im Zentrum des Marketingkonzeptes gestanden. Schwerpunkt seien jetzt die Projekte Germanensauna und Germanenland. Mit dem neuen Bildungszentrum werde ein anderes Klientel angesprochen, wodurch womöglich auch die Belegungszahlen in der Vor- und Nachsaison ansteigen könnten, erklärte Harms. Auch müsse man weniger mit Verboten arbeiten, als vielmehr den Menschen erklären, warum beispielsweise Hunde an der Leine geführt werden müssen.

Natur interaktiv erlebbar machen

Es sei wichtig, die Menschen mitzunehmen, meinte auch Jürgen Christiansen, der Leiter der Biologischen Station Haseniederung. So binde das Konzept besonders Familien mit ein. Die geplante Ausstellung sei anspruchsvoll, bestätigte Samtgemeindebürgermeister Horst Baier. Es sei kein klassisches Museum angedacht, sondern die Natur solle „interaktiv erlebbar gemacht“ werden. Bürgermeister Sebastian Hüdepohl glaubt, ein attraktives Bildungszentrum werde das Interesse der Urlauber, aber auch der Leute aus der Region finden.

Christiansen berichtete dem Minister über die bisherige Arbeit in der Station, die seit 1997 eines von drei regionalen Umweltbildungszentren im Landkreis Osnabrück ist. Von der Kindergruppe über die Erwachsenenbildung bis zu Projekten mit der regionalen Landwirtschaft, sei man hier gut aufgestellt. Das bestätigte auch der stellvertretende Landrat Werner Lager, der sich freute, „ein schönes Stück weiter“ zu sein, um Naturschutz und Tourismus am Alfsee in Einklang zu bringen. Horst Baier berichtete von weiteren Förderanträgen. So seien verschiedene Stiftungen angesprochen worden. Er hoffte, dass vielleicht schon nach der Sommerpause die ersten Handwerker anrücken können.


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