28.11.2016, 09:37 Uhr

Prozess wird fortgesetzt Schlangenhalter aus Menslage kam nicht zu Gericht

Geplatzt ist ein Verhandlungstermin vor dem Amtsgericht Bersenbrück. Der Angeklagte, der sich wegen nicht artgerechter Haltung von Schlangen verantworten muss, war nicht zum anberaumten Termin erschienen. Symbolfoto: dpaGeplatzt ist ein Verhandlungstermin vor dem Amtsgericht Bersenbrück. Der Angeklagte, der sich wegen nicht artgerechter Haltung von Schlangen verantworten muss, war nicht zum anberaumten Termin erschienen. Symbolfoto: dpa

Bersenbrück. Das Verfahren um die nicht artgerechte Haltung von Schlangen in der Wohnung eines Paares in Menslage vor dem Amtsgericht Bersenbrück konnte nicht abgeschlossen werden. Dazu hätte der Angeklagte vor Gericht erscheinen müssen. Jetzt wird ein neuer Termin anberaumt.

Die gute Nachricht vorweg: Den Schlangen, allesamt artgeschützte Tiere ohne Papiere, geht es wieder gut. Darum hat sich das Veterinäramt gekümmert. Sie sind in einer Tierstation untergebracht und würden weitervermittelt. Zu eng waren Terrarien in der Wohnung in Menslage, die Feuchtigkeit passte nicht, es war zu kalt und die Tiere waren nicht richtig ernährt, erklärte die Amtstierärztin. Das alles wurde bei einer Kontrolle im Februar 2015 festgestellt.

Deswegen wurde der Angeklagte bereits verurteilt, hat aber die in dem Zusammenhang festgesetzte Geldauflage nicht bezahlt. Also folgte jetzt ein neuer Verhandlungstermin.

Auch ein zweiter Aufruf vom Mikrofon des Sitzungssaals des Amtsgerichts Bersenbrück ging ins Leere. Der Angeklagte erschien nicht. Hätte er die Geldauflage aus dem ersten Urteil erfüllt, wäre dieser Prozesstag gar nicht mehr nötig gewesen. Die damalige Lebensgefährtin des Angeklagten hatte die Geldbuße bezahlt, das Verfahren gegen sie ist erledigt. Doch der Angeklagte ließ auf sich warten. Der Verteidiger war einigermaßen ratlos und versuchte noch, seinen Mandanten per Handy zu erreichen. Vergebens: Die Mailbox meldete sich.

Die Verhandlung in der Hauptsache dauerte daher nur wenige Minuten. Interessant war es jedoch, was außerhalb des Protokolls zu hören war. Wegen einer anderen Sache sei der Angeklagte inhaftiert gewesen, deshalb habe er die Schlangen gar nicht versorgen können, hieß es. Seine Lebensgefährtin, die damals ein Kind erwartete, sei mit der Versorgung überfordert gewesen. Ob der Angeklagte das wusste oder hätte wissen müssen, bleib offen. Übrigens habe sich der Angeklagte ausdrücklich damit einverstanden erklärt, dass die Schlangen eingezogen wurden. Zudem hätte er zugesagt, deswegen keine Ersatzansprüche gegen die Behörden geltend machen zu wollen, so der Anwalt.

Seitens des Gerichts wurde signalisiert, dass auch über eine Einstellung des Verfahrens nachgedacht werden könne, da der Angeklagte wegen der anderen Sache mittlerweile zu sechs Monaten Freiheitsstrafe verurteilt worden sei und die wegen der Schlangenhaltung zu erwartende Strafe nicht beträchtlich ins Gewicht fallen würde. Daraus wurde jetzt aber nichts. Die Staatsanwältin beantragte, einen neuen Termin anzuberaumen zu lassen. Also hieß es: Bis zum nächsten Mal.


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